EWU-Inflationsrate geht im März stärker zurück als erwartet


03.04.17 09:10
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EWU-Inflationsrate ist im März kräftiger als erwartet von 2,0% auf 1,5% gefallen, so die Analysten von Postbank Research.

Die nachlassende Preisdynamik habe dabei auf einer breiten Basis gestanden. Wie erwartet habe die Energiekomponente nur noch 7,3% mehr als im März 2016 gekostet, nachdem das Plus im Februar noch bei 9,3% gelegen habe. Hierfür habe neben dem im März gesunkenen Ölpreis auch der nachlassende Basiseffekt aus der Ölpreisentwicklung im Vorjahr verantwortlich gezeichnet. Bei Nahrungsmitteln, deren Teuerungsrate im Februar kräftig von 1,8% auf 2,5% nach oben geschnellt sei, habe sich eine kräftige Gegenbewegung mit einem Rückgang auf 1,8% gezeigt. Nicht zuletzt aufgrund des 2016 im März, 2017 aber erst im April liegenden Osterfests, in dessen Umfeld die Dienstleistungspreise typischerweise kräftiger anziehen würden, sei zudem die Teuerungsrate in diesem Segment von 1,3% auf 1,0% gesunken. Infolgedessen habe auch die Kerninflationsrate von 0,9% auf 0,7% nachgegeben, der niedrigste Wert seit knapp zwei Jahren. Auch wenn hier in den nächsten Monaten wieder eine etwas höhere Dynamik zu erwarten sei, dürften die aktuellen Daten den Befürwortern einer Beibehaltung der ultraexpansiven Geldpolitik für die Eurozone im EZB-Rat neuen Auftrieb verleihen. (03.04.2017/alc/a/a)