EWU-Inflation wird 2018 und 2019 verhalten bleiben


23.02.18 14:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EWU-Inflationsrate ist im Januar leicht von 1,4% auf 1,3% gesunken, so die Analysten von Postbank Research.

Dies sei der niedrigste Wert seit Juni vergangenen Jahres. Ausgelöst worden sei der Rückgang durch niedrigere Vorjahresraten bei den Nahrungsmittel- (+1,9% nach +2,1%) sowie den Energiepreisen (+2,1% nach +2,9%). Letzteres sei insofern überraschend, als der gestiegene Rohölpreis eigentlich eine Unterstützung der Preisdynamik durch die Energiekomponente signalisiert habe. Die Kerninflationsrate wiederum habe moderat von 0,9% auf 1,0% zugelegt.

Insgesamt habe sich die Inflation im Euroraum zum Jahresauftakt aber weiterhin verhalten gezeigt. Kurzfristig dürfte dies auch so bleiben, bevor die Teuerungsrate zur Jahresmitte hin wohl anziehe. Als Treiber sollten sich dabei zunächst die Energiepreise erweisen. Da nämlich die Rohölnotierungen im Frühjahr 2017 spürbar gefallen seien, sollte sich durch die niedrigeren Vergleichswerte nun ein entsprechender Basiseffekt einstellen, sofern sich der Ölpreis auf dem derzeit erreichten Niveau stabilisiere. Hierbei werde es sich dann aber nur um einen temporären Impuls handeln, der jedoch im weiteren Jahresverlauf durch einen nachhaltigeren Effekt abgelöst werden sollte.

Die bei der Lohnentwicklung auf EWU-Ebene zu beobachtende Trendwende nach oben sollte sich fortsetzen. Allein schon die jüngsten Tarifabschlüsse in Deutschland würden für einen spürbaren Schub in diesem Jahr sprechen. Die Folge sollte eine steigende Kerninflation sein, zumal diese gegenüber dem bisherigen Lohntrend bereits Nachholpotenzial besitze. In der Summe rechnen die Analysten von Postbank Research für 2018 und 2019 dennoch, verglichen mit dem Jahresdurchschnitt 2017, nur mit einem leichten Anstieg der Inflationsrate auf jeweils 1,6%, da sich die bisherige sowie die von ihnen erwartete, weitere Euro-Aufwertung dämpfend auf die Teuerung auswirken sollten. (Perspektiven März 2018) (23.02.2018/alc/a/a)