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EUR/USD-Parität: Kann und wird die EZB gegensteuern?
15.07.22 15:00
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Der Euro ist derzeit so schwach wie seit seiner Einführung vor 20 Jahren nicht mehr, so die Experten vom Online-Broker LYNX.
Nur noch einen US-Dollar habe man in dieser Woche für einen Euro bekommen. Für die ohnehin von der Inflation gebeutelte Eurozone seien das denkbar schlechte Nachrichten, denn so würden Importe von Rohstoffen wie Öl oder Gas noch teurer - und die Inflation steige noch stärker an. Die Frage sei nun: Könne und werde die EZB nun endlich Maßnahmen ergreifen, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten? Laut Sascha Sadowski, Markexperte beim Online-Broker LYNX, sei es dazu höchste Zeit.
"Die EZB will eine Rezession in Europa verhindern oder zumindest abschwächen. Da Europa ungleich stärker als die USA von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine betroffen ist, geht sie wesentlich vorsichtiger bei der Inflationsbekämpfung vor als ihr amerikanisches Gegenstück. Das Problem dabei könnte allerdings sein, dass sie bei all der Vorsicht die Chance verpasst, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln etwas gegen die Inflation unternehmen zu können", führe der Experte aus. "Eine Rezession ist ohnehin sehr wahrscheinlich und die Märkte haben das bereits eingepreist. Und man darf nicht vergessen, dass auch eine hohe Inflationsrate die Wirtschaft schädigt, besonders wenn der Dollar im Vergleich zum Euro so stark ist wie jetzt. Eine Strategieänderung der EZB, bei der zeitnah zwei Zinserhöhungen um je 50 Basispunkte erfolgen, könnte vielleicht noch eine Wirkung entfalten, aber allzu lange sollten unsere Währungshüter sich damit nicht mehr Zeit lassen."
Für Sadowski sei die aktuelle Krise beim Gas und den Gaslieferungen aus Russland der Knackpunkt, der der EZB selbst bei einem baldigen Eingreifen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. "Schon jetzt ist der Gaspreis in schwindelerregende Höhen gestiegen. Sollte das Gas nach dem Ende der Wartung von Nord Stream 1 nicht wieder fließen, könnte ihn das noch weiter nach oben katapultieren. Damit würde eine ungesunde Spirale in Gang gesetzt werden: Immer höhere Gaspreise lassen die Inflation immer weiter steigen und führen dazu, dass ganze Branchen an den Rand des Ruins getrieben werden. Sie brauchen in dieser Situation das billige Geld der EZB, um zu überleben. Das bedeutet aber auch, dass die EZB nichts oder nur wenig gegen die galoppierende Inflation unternehmen kann, da sie sonst die Wirtschaft geradewegs in eine tiefe Rezession führen würde. Sie bliebe auf Minimalmaßnahmen beschränkt, um die Spitzen der Inflation abzumildern, aber mehr könnte sie dann nicht mehr tun." Der Euro als Gemeinschaftswährung würde unter einem solchen Szenarion natürlich leiden.
Gleichzeitig verfolge die FED in den USA ihren eingeschlagenen Kurs weiter und führe einen Zinsschritt nach dem anderen durch. Allein im Juni habe sie den Leitzins um 75 Basispunkte auf 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben und für Juli rechne die große Mehrheit der Marktteilnehmer mit einem ähnlich großen Schritt. "Durch die konsequente Politik der FED wird das Zögern der EZB immer offensichtlicher und damit die Schere zwischen Euro und US-Dollar größer. Das hat zur Folge, dass der US-Dollar zunehmend stärker und der Euro schwächer wird. Die Chance, hier effektiv gegenzusteuern wird für die EZB immer geringer, je mehr Zeit sie verstreichen lässt." (15.07.2022/alc/a/a)
Nur noch einen US-Dollar habe man in dieser Woche für einen Euro bekommen. Für die ohnehin von der Inflation gebeutelte Eurozone seien das denkbar schlechte Nachrichten, denn so würden Importe von Rohstoffen wie Öl oder Gas noch teurer - und die Inflation steige noch stärker an. Die Frage sei nun: Könne und werde die EZB nun endlich Maßnahmen ergreifen, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten? Laut Sascha Sadowski, Markexperte beim Online-Broker LYNX, sei es dazu höchste Zeit.
Für Sadowski sei die aktuelle Krise beim Gas und den Gaslieferungen aus Russland der Knackpunkt, der der EZB selbst bei einem baldigen Eingreifen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. "Schon jetzt ist der Gaspreis in schwindelerregende Höhen gestiegen. Sollte das Gas nach dem Ende der Wartung von Nord Stream 1 nicht wieder fließen, könnte ihn das noch weiter nach oben katapultieren. Damit würde eine ungesunde Spirale in Gang gesetzt werden: Immer höhere Gaspreise lassen die Inflation immer weiter steigen und führen dazu, dass ganze Branchen an den Rand des Ruins getrieben werden. Sie brauchen in dieser Situation das billige Geld der EZB, um zu überleben. Das bedeutet aber auch, dass die EZB nichts oder nur wenig gegen die galoppierende Inflation unternehmen kann, da sie sonst die Wirtschaft geradewegs in eine tiefe Rezession führen würde. Sie bliebe auf Minimalmaßnahmen beschränkt, um die Spitzen der Inflation abzumildern, aber mehr könnte sie dann nicht mehr tun." Der Euro als Gemeinschaftswährung würde unter einem solchen Szenarion natürlich leiden.
Gleichzeitig verfolge die FED in den USA ihren eingeschlagenen Kurs weiter und führe einen Zinsschritt nach dem anderen durch. Allein im Juni habe sie den Leitzins um 75 Basispunkte auf 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben und für Juli rechne die große Mehrheit der Marktteilnehmer mit einem ähnlich großen Schritt. "Durch die konsequente Politik der FED wird das Zögern der EZB immer offensichtlicher und damit die Schere zwischen Euro und US-Dollar größer. Das hat zur Folge, dass der US-Dollar zunehmend stärker und der Euro schwächer wird. Die Chance, hier effektiv gegenzusteuern wird für die EZB immer geringer, je mehr Zeit sie verstreichen lässt." (15.07.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 1,1782 | 1,178 | 0,0002 | +0,02% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| EU0009652759 | 965275 | 1,20 | 1,11 | |
04.09.25
, Oberbank
EUR/USD zwischen Politik und Schulden
10.07.25
, Oberbank
Zinsdifferenz zwischen EUR und USD


