EUR/USD: FED weiter im Blick


29.01.14 16:51
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die US-Geldpolitik gewinnt weiter an Bedeutung für das Marktgeschehen im FX-Segment, so die Analysten der Nord LB.

Eine erneute vorsichtige Kappung der Wertpapierkäufe sei damit wohl eingepreist. In der Tat beginne die Marke von 1,36 USD nach und nach in den Fokus zu rücken. Von den Zahlen zu den Auftragseingängen für langlebige Güter sei etwas Störfeuer ausgegangen. Aufgrund der von Boeing gemeldeten erfreulichen Order-Daten sei hier eigentlich mit einer stärkeren Entwicklung gerechnet worden. Insofern sei von einer negativen Überraschung zu sprechen, die in ihrer makroökonomischen Bedeutung aber wohl auch nicht überbewertet werden dürfe. Zwar mögen manche ängstliche FED-Offizielle die Zahlen als Argument gegen ein weiteres Tapering verwenden, die Mehrheit im FOMC dürfte aber wohl denken, dass man jetzt die Märkte durch die Verschiebung einer bereits eingepreisten Maßnahme zur langsamen Normalisierung der US-Geldpolitik verunsichern würde, so die Analysten der Nord LB.

Kurzfristig bedrohlicher für den Dollar könnte die neue Runde im Haushaltsstreit sein. Der US-Finanzminister Jack Lew habe jüngst vor einer wieder drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA gewarnt und den Kongress zu einer zügigen Anhebung der Schuldengrenze aufgefordert. Dieses konfliktreichere haushaltspolitische Umfeld in Washington habe mit Blick auf die Renditen von kurzen US-Geldmarktpapieren zu leichten Verspannungen geführt und möge bei hinreichend kontroverser Debatte zu temporär stärkeren Belastungen für den Dollar führen. Die neuen Sorgen um den Staatshaushalt in den Vereinigten Staaten würden der US-Währung also sicherlich nicht helfen.

Wie die Analysten der Nord LB schon an anderer Stelle betont hatten, glauben sie trotz schwieriger politischer Großwetterlage an einen neuen Kompromiss. Der Finanzminister müsse nämlich im Februar circa 230 Mrd. USD aufbringen, um Steuerrückzahlungen an die Bürger leisten zu können. Die Republikaner wollten diese Steuerrückzahlungen durch den Schuldenstreit sicherlich nicht verzögern. Erwartungsgemäß habe Barack Obama in seiner Ansprache zur Lage der Nation in einigen Fragen zunächst die Konfrontation mit den Republikanern gesucht. Dieses Faktum sollte aber nicht überbewertet werden.

Die Marktteilnehmer würden nun auf die erste Veröffentlichung von Zahlen zum US-BIP im 4. Quartal 2013 warten. Hier seien die Analysten im Vergleich zu vielen Marktbeobachtern zwar etwas pessimistischer, würden aber nach dem starken 3. Quartal dennoch von einer zumindest robusten Entwicklung ausgehen. Diese Nachricht würde dem Dollar aber wohl kaum helfen. (29.01.2014/alc/a/a)





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