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EUR Corporate Bonds: Emissionsfeuerwerk in Mai und Juni


11.07.25 10:21
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Emissionsaktivität in den ersten drei Aprilwochen aufgrund eines deutlichen Anstiegs der Marktvolatilität fast vollständig zum Erliegen kam, nutzten viele Unternehmen die Beruhigung des Sentiments in den zwei letzten Monaten, um teils aufgeschobene Platzierungsvorhaben in großem Stil umzusetzen, so die Analysten der Helaba.

In der Folge habe der Primärmarkt für EUR Corporate Bonds im Mai und Juni jeweils ein Rekordvolumen von über 70 Mrd. EUR erreicht. Insgesamt seien in den ersten sechs Monaten des Jahres nun bereits rund 293 Mrd. EUR in 504 Einzelbonds begeben worden. Die hohe Emissionsintensität habe sich zudem auch in den ersten Juli-Tagen mit neuen Bonds im Volumen von bisher 17 Mrd. EUR weiter fortgesetzt. Unter anderem aufgrund der zuletzt weiter gesunkenen Risikoprämien sowie der weiteren Normalisierung der Euro-Swap-Rate-Kurve sähen die Analysten der Helaba aktuell daher gute Chancen, dass sich der Markt auch in den kommenden Monaten dynamisch entwickeln dürfte.

Einzelbonds in der Größenordnung von 500 Mio. EUR bis 1 Mrd. EUR seien unverändert das beliebteste Emissionsformat (knapp 70% Marktanteil) gewesen. Bonds mit einem Nennwert von über 1,5 Mrd. EUR seien hingegen kaum begeben worden. Die größten Gesamtdeals in den Monaten April bis Juni seien von Alphabet (6,75 Mrd. EUR in 5 Tranchen), Novo Nordisk (6 Mrd. EUR in 4 Tranchen), Robert Bosch (4 Mrd. EUR in 5 Tranchen) und Siemens (4 Mrd. EUR in 5 Tranchen) an den Markt gebracht worden. Der Marktanteil von Anleihen mit ESG-Komponente habe auch im zweiten Quartal unverändert bei niedrigen 16% gelegen. Nur Grüne Bonds mit zweckgebundener Mittelverwendung seien dabei von größerer Marktrelevanz gewesen.

Industrieunternehmen seien auch im zweiten Quartal sowohl bei der Anzahl der Bonds als auch beim Volumen in der Top-Position geblieben. Seit Januar gerechnet, hätten sie 16% der Platzierungssumme bzw. 96 einzelne Anleihen begeben, gefolgt von Versorgern mit 14% und 75 Bonds sowie dem Automotive-Sektor mit 12% und 53 Bonds. Der Marktanteil von Nicht-europäischen Corporates sei in den Monaten April bis Juni weiter angestiegen. Im gesamten ersten Halbjahr habe diese Emittenten-Gruppe nun knapp 27% begeben. Der Löwenanteil hiervon sei auf US-amerikanische Unternehmen mit Anleihen in Höhe von 61 Mrd. EUR entfallen (21% des Emissionsvolumens). Französische und deutsche Corporates hätten jeweils 19% und 15% des Marktes auf sich vereint.

Nachrang-Anleihen hätten es in den ersten sechs Monaten auf einen Volumenanteil von 6% gebracht und damit eine ähnliche Quote wie im Gesamtjahr 2024 erreicht. Sub-Investmentgrade-Titel seien im zweiten Quartal wieder deutlich mehr begeben worden. In der Summe sei in der ersten Jahreshälfte jede fünfte Anleihe auf dieses Segment entfallen. Im ersten Quartal habe der Anteil noch bei nur 15% gelegen. Die BBB-Ratingklassen hätten in den ersten sechs Monaten weniger als 40% des Marktes auf sich vereint. In der Summe habe sich die Beteiligung unterschiedlicher Bonitäten deutlich diversifiziert. Der Marktanteil kurzer Laufzeiten von drei Jahren bis fünf Jahren sei auf 14% verglichen mit 11% im vorangegangenen Jahr gestiegen. Variabel verzinsliche Titel seien unverändert stark gefragt gewesen. Ihr Anteil sei in H1 auf 9% des Emissionsvolumens gestiegen. (Ausgabe vom 10.07.2025) (11.07.2025/alc/a/a)