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EM-Unternehmensanleihen: Solide Fundamentaldaten stützen die Anlageklasse


11.12.25 12:42
Lazard Asset Management

Delaware (www.anleihencheck.de) - Seit Jahresbeginn haben Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern gemessen am CEMBI Broad Diversified Index per Ende September 2025 mit einem Plus von über sieben Prozent eine solide Wertentwicklung erzielt, so die Experten von Lazard Asset Management.

Für den weiteren Jahresverlauf und darüber hinaus sei Denise Simon, Portfoliomanagerin/Analystin im Emerging Market Debt-Team bei Lazard Asset Management, für die Anlageklasse optimistisch gestimmt: "EM-Unternehmensanleihen sind aus unserer Sicht gut positioniert, um auch in den kommenden Monaten attraktive risikobereinigte Renditen zu liefern." Zwar bewegten sich die Spreads inzwischen im unteren Bereich ihrer historischen Spanne, im Vergleich zu entwickelten Märkten seien sie jedoch immer noch weit. Zudem sprächen aus Sicht der Expertin mehrere strukturelle Faktoren dafür, dass die Anlageklasse weiterhin überzeugende Chancen biete.

Zum einen würden historisch starke Fundamentaldaten vieler Emittenten das Spread-Niveau unterstützen: "Die Verschuldung der Unternehmen in den Emerging Markets liegt im Durchschnitt nahe dem tiefsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Gleichzeitig verbessern sich weiterhin die Wachstumsaussichten in zahlreichen Schwellenländern im Vergleich zu den entwickelten Märkten", so Simon.

Zum anderen sprächen die technischen Marktbedingungen für die Anlageklasse: "Die Neuemissionstätigkeit bei EM-Unternehmensanleihen ist derzeit gering, während Anleger weltweit nach attraktiven Renditen suchen – diese Nachfrage dürfte sich mit weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank noch verstärken", prognostiziert Simon. "Damit bleiben sowohl laufende Erträge als auch potenzielle Kursgewinne durch Bewegungen der US-Treasury-Renditen zentrale Argumente für ein Engagement in EM-Unternehmensanleihen."

Trotz der insgesamt soliden Fundamentaldaten würden idiosynkratische Risiken bestehen bleiben. Auch geopolitische Spannungen, Deglobalisierungstendenzen sowie strukturelle Veränderungen in einzelnen Sektoren – etwa in der Chemie- oder Konsumgüterindustrie – machten eine sorgfältige Kreditprüfung von Unternehmen aus den Schwellenländern unabdingbar. "Unser aktiver Ansatz konzentriert sich deshalb auf Emittenten mit belastbaren Geschäftsmodellen, stabilen Kreditprofilen und attraktiven Spread-Durationen, während wir Sektoren mit erhöhten zyklischen Risiken bewusst untergewichten", sagt die Portfoliomanagerin.

Simon bevorzuge aktuell kurz- bis mittelfristige Laufzeiten, in denen Investoren den hohen Carry, also Erträge durch das Halten von Unternehmensanleihen, vereinnahmen könnten, ohne stark von potenziellen Spread-Ausweitungen betroffen zu sein. "Darüber hinaus sehen wir immer wieder idiosynkratische Chancen auf Mehrerträge gegenüber dem breiten Markt, etwa bei Unternehmen, denen eine Ratingverbesserung bevorsteht", erklärt Simon.

Für Anleger bleibe das Segment aus Sicht Simons ein unverzichtbarer Bestandteil der strategischen Allokation. "Die Kombination aus attraktiven realen Renditen, robusten Unternehmensstrukturen und zunehmender Differenzierung innerhalb der Anlageklasse schafft ein Umfeld, das auch künftig substanzielle Investmentmöglichkeiten bereithält", resümiert die Expertin. (11.12.2025/alc/a/a)