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Bei EM-Anleihen könnten noch weitere Abflüsse anstehen
18.02.14 16:11
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Wer auf den normalerweise positiven "Neujahrseffekt" gehofft hatte, sah sich jetzt bitter enttäuscht, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".
Die ersten Wochen des neuen Jahres hätten bei den allermeisten Investoren klar im Zeichen von Risikoabbau gestanden. Der Dow Jones Index an der Wallstreet habe den schwächsten Start seit dem globalen Krisenjahr 2009 hingelegt (und abgesehen davon, seinen schwächsten Start seit 1991). Die Schwellenländer-Aktienmärkte habe es noch etwas stärker getroffen - der MSCI EM Index habe rund 6% verloren.
Vergleichsweise gut hätten sich allerdings die zentral- und osteuropäischen Aktienmärkte gehalten. Für ausländische Investoren seien zumeist noch Währungsverluste hinzu gekommen, denn faktisch alle Schwellenländerwährungen seien unter Druck geraten. Mit am stärksten habe es diesbezüglich die Türkische Lira erwischt, was die türkische Notenbank zu einem Krisentreffen und einer massiven Zinserhöhung genötigt habe. Allgemein hätten die Emerging Markets im Fokus gestanden.
Doch auch in den USA, immerhin seit Jahren der mit Abstand stärkste etablierte Aktienmarkt, sei es Ende Januar/Anfang Februar zu massiven Umschichtungen der Privatanleger aus Aktien- heraus und hinein in Rentenfonds gekommen. Dem lasse sich allerdings auch etwas Positives abgewinnen: Die Tatsache, dass ein vergleichsweise moderater Kursrückgang bereits zu solchen Reaktionen unter der Masse der Anleger geführt habe, spreche derzeit gegen eine Spekulationsblase für die breiten US-Aktienmärkte, auch wenn es in einzelnen Sektoren zweifellos spekulative Übertreibungen gebe.
Bei den Emerging Markets könne von spekulativen Überhitzungen ohnehin keine Rede sein, im Gegenteil. Die Stimmung sei bei den meisten Investoren im Keller und viele internationale Anleger seien inzwischen untergewichtet in Schwellenländern. Das gelte in jedem Fall für die Aktienmärkte. Hier sollte inzwischen auch der allergrößte Teil der Mittelabflüsse hinter uns liegen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Für die EM-Rentenmärkte lasse sich dies allerdings noch nicht sagen. Wirklich verlässliche Statistiken diesbezüglich gebe es allerdings kaum.
Der Löwenanteil der Mittelzuflüsse dürfte aber erst nach der Finanzkrise 2008/2009 erfolgt sein. Nachdem 2011, 2012 und über weite Strecken auch noch 2013 die weltweite "Jagd nach Rendite" bei vielen Investoren dominiert habe, könnte noch einiges an Positionen vor allem bei Lokalwährungsanleihen bestehen, die in den kommenden Monaten möglicherweise noch abgebaut würden. Das könnte noch für weiteren Druck auf die Währungen sorgen.
Ein schneller Umschwung in der Risikobereitschaft der Investoren scheine derzeit jedenfalls noch nicht in Sicht. Unter Bewertungsaspekten seien etliche Schwellenländer-Aktienmärkte inzwischen zweifellos attraktiv bis sehr attraktiv und auch im Anleihebereich dürften sich wieder erste recht günstige Bewertungen finden. Im Durchschnitt würden Schwellenländer-Aktien jetzt mit dem größten Bewertungsabschlag (fast 40%) gegenüber entwickelten Aktienmärkten seit fünf Jahren notieren. Das allein werde aber vermutlich noch nicht für größere Käufe und damit für eine nachhaltige Trendwende ausreichen.
Wie an dieser Stelle schon mehrfach betont, lägen die Hauptursachen für die relativ schwache Wertentwicklung der EM-Aktien in den Schwellenländern selbst und den größten Risikofaktor stelle nach wie vor das künftige chinesische Wachstum dar. Es wäre jedoch übertrieben, von einer allgemeinen Krise der Emerging Markets zu sprechen oder gar Parallelen zu 1997/98 zu ziehen. Sollte sich die Lage in den kommenden Monaten aber wieder beruhigen und stabilisieren, dann könnten im weiteren Jahresverlauf und/oder 2015 die Schwellenländer-Aktienmärkte wieder positiv überraschen. (Ausgabe Februar 2014) (18.02.2014/alc/a/a)
Die ersten Wochen des neuen Jahres hätten bei den allermeisten Investoren klar im Zeichen von Risikoabbau gestanden. Der Dow Jones Index an der Wallstreet habe den schwächsten Start seit dem globalen Krisenjahr 2009 hingelegt (und abgesehen davon, seinen schwächsten Start seit 1991). Die Schwellenländer-Aktienmärkte habe es noch etwas stärker getroffen - der MSCI EM Index habe rund 6% verloren.
Vergleichsweise gut hätten sich allerdings die zentral- und osteuropäischen Aktienmärkte gehalten. Für ausländische Investoren seien zumeist noch Währungsverluste hinzu gekommen, denn faktisch alle Schwellenländerwährungen seien unter Druck geraten. Mit am stärksten habe es diesbezüglich die Türkische Lira erwischt, was die türkische Notenbank zu einem Krisentreffen und einer massiven Zinserhöhung genötigt habe. Allgemein hätten die Emerging Markets im Fokus gestanden.
Bei den Emerging Markets könne von spekulativen Überhitzungen ohnehin keine Rede sein, im Gegenteil. Die Stimmung sei bei den meisten Investoren im Keller und viele internationale Anleger seien inzwischen untergewichtet in Schwellenländern. Das gelte in jedem Fall für die Aktienmärkte. Hier sollte inzwischen auch der allergrößte Teil der Mittelabflüsse hinter uns liegen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Für die EM-Rentenmärkte lasse sich dies allerdings noch nicht sagen. Wirklich verlässliche Statistiken diesbezüglich gebe es allerdings kaum.
Der Löwenanteil der Mittelzuflüsse dürfte aber erst nach der Finanzkrise 2008/2009 erfolgt sein. Nachdem 2011, 2012 und über weite Strecken auch noch 2013 die weltweite "Jagd nach Rendite" bei vielen Investoren dominiert habe, könnte noch einiges an Positionen vor allem bei Lokalwährungsanleihen bestehen, die in den kommenden Monaten möglicherweise noch abgebaut würden. Das könnte noch für weiteren Druck auf die Währungen sorgen.
Ein schneller Umschwung in der Risikobereitschaft der Investoren scheine derzeit jedenfalls noch nicht in Sicht. Unter Bewertungsaspekten seien etliche Schwellenländer-Aktienmärkte inzwischen zweifellos attraktiv bis sehr attraktiv und auch im Anleihebereich dürften sich wieder erste recht günstige Bewertungen finden. Im Durchschnitt würden Schwellenländer-Aktien jetzt mit dem größten Bewertungsabschlag (fast 40%) gegenüber entwickelten Aktienmärkten seit fünf Jahren notieren. Das allein werde aber vermutlich noch nicht für größere Käufe und damit für eine nachhaltige Trendwende ausreichen.
Wie an dieser Stelle schon mehrfach betont, lägen die Hauptursachen für die relativ schwache Wertentwicklung der EM-Aktien in den Schwellenländern selbst und den größten Risikofaktor stelle nach wie vor das künftige chinesische Wachstum dar. Es wäre jedoch übertrieben, von einer allgemeinen Krise der Emerging Markets zu sprechen oder gar Parallelen zu 1997/98 zu ziehen. Sollte sich die Lage in den kommenden Monaten aber wieder beruhigen und stabilisieren, dann könnten im weiteren Jahresverlauf und/oder 2015 die Schwellenländer-Aktienmärkte wieder positiv überraschen. (Ausgabe Februar 2014) (18.02.2014/alc/a/a)


