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EM-Anleihen: Neue Verkaufswelle bei Lokalwährungsanleihen
27.02.14 15:57
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Nachdem im 2. und 3. Quartal viele Schwellenländerwährungen massiv unter Druck geraten waren, setzte zum Jahresende eine Stabilisierung ein, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "bondreport".
Mit dem Jahreswechsel sei jedoch ein neuerlicher Abwärtsschub gefolgt. Besonders heftig habe es dabei die Türkische Lira erwischt. Plötzlich auftretende innenpolitische Turbulenzen nach Jahren recht hoher politischer Stabilität und das seit langem viel zu hohe Leistungsbilanzdefizit würden zusammen ein explosives Gemisch bilden, das immer mehr Auslandsinvestoren die Flucht habe ergreifen lassen. Eine Zinserhöhung um mehr als volle vier Prozentpunkte habe den rasanten Verfall der Währung zwar erst einmal stoppen, aber bislang keine Trendwende herbeiführen können.
Generell sei die jüngste EM-Währungsschwäche in erster Linie das Resultat von Kapitalabflüssen und einem verschlechterten Risikosentiment, das sich beispielsweise auch auf den globalen Aktienmärkten niedergeschlagen habe. Bei EM-Anleihen, insbesondere in Lokalwährungen, sei der Großteil der Mittelzuflüsse erst seit 2009/2010 erfolgt und viele Investoren seien hier möglicherweise noch immer recht umfangreich positioniert. Das könnte noch zu weiteren Kapitalabflüssen und neuerlichem Druck auf die Währungen führen.
Hartwährungs-EM-Anleihen seien bislang hingegen relativ wenig betroffen gewesen; ihre Risikoaufschläge seien in den letzten Monaten nur vergleichsweise moderat angestiegen. Auch hier könnten in den kommenden Quartalen aber durchaus noch Renditeausweitungen gegenüber Staatsanleihen der entwickelten Industrienationen erfolgen.
Die allermeisten Schwellenländer dürften finanziell in der Lage sein, ihre Währungen schrittweise zu stabilisieren. Die Währungsabschwächungen dürften im Gegenzug deutliche Verbesserungen in der Leistungsbilanz der betroffenen Länder zur Folge haben; zum Teil seien diese sogar schon erkennbar. Das könnte nach einer erfolgten Stabilisierung der Währungen auch neue Investitionen des Auslands in die Volkswirtschaften anziehen, selbst wenn neue Auslandsinvestments in Aktien oder Anleihen bis auf weiteres wohl nur sehr selektiv zu erwarten seien.
Bei Anleihen einzelner Schwellenländer würden sich durchaus bereits attraktive Risiko-Ertragskonstellationen bieten. Es wäre derzeit aber verfrüht, hier bereits auf eine Trendwende nach oben zu setzen. Die Analysten würden es andererseits aufgrund der deutlich besseren fundamentalen Situation derzeit für sehr unwahrscheinlich halten, dass sich die aktuellen, recht geordnet verlaufenden Korrekturen zu einer neuen Emerging Markets-Währungskrise á la 1997/98 ausweiten würden. (Ausgabe Februar 2014) (27.02.2014/alc/a/a)
Mit dem Jahreswechsel sei jedoch ein neuerlicher Abwärtsschub gefolgt. Besonders heftig habe es dabei die Türkische Lira erwischt. Plötzlich auftretende innenpolitische Turbulenzen nach Jahren recht hoher politischer Stabilität und das seit langem viel zu hohe Leistungsbilanzdefizit würden zusammen ein explosives Gemisch bilden, das immer mehr Auslandsinvestoren die Flucht habe ergreifen lassen. Eine Zinserhöhung um mehr als volle vier Prozentpunkte habe den rasanten Verfall der Währung zwar erst einmal stoppen, aber bislang keine Trendwende herbeiführen können.
Hartwährungs-EM-Anleihen seien bislang hingegen relativ wenig betroffen gewesen; ihre Risikoaufschläge seien in den letzten Monaten nur vergleichsweise moderat angestiegen. Auch hier könnten in den kommenden Quartalen aber durchaus noch Renditeausweitungen gegenüber Staatsanleihen der entwickelten Industrienationen erfolgen.
Die allermeisten Schwellenländer dürften finanziell in der Lage sein, ihre Währungen schrittweise zu stabilisieren. Die Währungsabschwächungen dürften im Gegenzug deutliche Verbesserungen in der Leistungsbilanz der betroffenen Länder zur Folge haben; zum Teil seien diese sogar schon erkennbar. Das könnte nach einer erfolgten Stabilisierung der Währungen auch neue Investitionen des Auslands in die Volkswirtschaften anziehen, selbst wenn neue Auslandsinvestments in Aktien oder Anleihen bis auf weiteres wohl nur sehr selektiv zu erwarten seien.
Bei Anleihen einzelner Schwellenländer würden sich durchaus bereits attraktive Risiko-Ertragskonstellationen bieten. Es wäre derzeit aber verfrüht, hier bereits auf eine Trendwende nach oben zu setzen. Die Analysten würden es andererseits aufgrund der deutlich besseren fundamentalen Situation derzeit für sehr unwahrscheinlich halten, dass sich die aktuellen, recht geordnet verlaufenden Korrekturen zu einer neuen Emerging Markets-Währungskrise á la 1997/98 ausweiten würden. (Ausgabe Februar 2014) (27.02.2014/alc/a/a)


