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Der Druck auf die US-Notenbank steigt
15.07.22 12:00
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Es war eine weitere turbulente Woche an den Finanzmärkten, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Die leichte Erholung Anfang Juli habe sich als kurzlebig erwiesen, da die Gesamtinflation in den USA im Juni mit 9,1 Prozent über den erwarteten 8,8 Prozent gelegen habe. Zwar sei BlueBay Asset Management aufgrund des Rückgangs der Rohstoffpreise weiterhin zuversichtlich, dass sich der Inflationsdruck in den kommenden Monaten abschwächen werde. Es bestehe aber kein Zweifel, dass diese Daten den Druck auf die US-Notenbank erhöhen würden.
Aktuell würden die Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung um 85 Basispunkte am 27. Juli rechnen. BlueBay Asset Management halte an seinem Basisszenario fest, dass die Zinsen nur um 75 Basispunkte steigen würden, sei davon aber nicht mehr so überzeugt wie zuvor.
Die Märkte hätten auf die Inflationsdaten reagiert, Aktien und Unternehmensanleihen seien unter Druck geraten und der US-Dollar habe weiter aufgewertet. In den vergangenen Tagen habe sich der Euro gegenüber dem US-Dollar auf Parität abgeschwächt - das habe es seit fast 20 Jahren nicht mehr gegeben. Die Volatilität an den Anleihemärkten sei nach wie vor extrem hoch. Seit Mitte Juni seien Renditeschwankungen von 20 Basispunkten innerhalb eines Tages keine Seltenheit mehr.
In Europa habe sich die Stimmung nicht verbessert. Es herrsche große Unsicherheit, ob und in welchem Maße nach Abschluss der routinemäßigen Wartungsarbeiten wieder Gas aus Russland durch die Nord-Stream-Pipeline fließen werde. Werde die Pipeline nicht wieder geöffnet, werde der größte Teil Europas die Energieversorgung einschränken müssen. Das würde wahrscheinlich zu großen wirtschaftlichen Problemen und mit ziemlicher Sicherheit einer Rezession führen. Fließe das Gas wieder wie vor der Wartung, gäbe es noch immer Schwierigkeiten - es wäre jedoch eine Erleichterung. Wenn die Durchflüsse jedoch auf mehr als 50 Prozent des normalen Niveaus ansteigen würden, werde insbesondere Deutschland seine Gasvorräte wieder aufstocken können. Das könnte die Stimmung deutlich verbessern.
In Italien seien die Zinsaufschläge für Staatsanleihen nach dem Rücktrittsangebot von Ministerpräsident Mario Draghi gestiegen. Nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella dieses offensichtlich abgelehnt habe, sei ungewiss, wie es weitergehe. Es gebe aber Befürchtungen, dass die derzeitige Koalition zerbrechen könnte und vorgezogene Neuwahlen folgen würden. Das zeige: Die Politik bleibe in Europa ein Risikofaktor. Die Europäische Zentralbank könne zwar die Spreads begrenzen, die Volatilität aber nicht vollständig aufhalten.
Im Vereinigten Königreich werde bereits ein neuer Premierminister gesucht. Wer auch immer es werde - er oder sie stehe vor großen Herausforderungen. Da das Land mit Stagflationsrisiken und politischer Lähmung konfrontiert sei, bleibe BlueBay Asset Management gegenüber britischen Staatsanleihen und dem Pfund zurückhaltend.
Die Unsicherheiten seien weiterhin groß. BlueBay Asset Management gehe zwar nach wie vor davon aus, dass die zweite Jahreshälfte positiver ausfallen werde als die erste. Im Moment sei aber Vorsicht geboten. (15.07.2022/alc/a/a)
Die leichte Erholung Anfang Juli habe sich als kurzlebig erwiesen, da die Gesamtinflation in den USA im Juni mit 9,1 Prozent über den erwarteten 8,8 Prozent gelegen habe. Zwar sei BlueBay Asset Management aufgrund des Rückgangs der Rohstoffpreise weiterhin zuversichtlich, dass sich der Inflationsdruck in den kommenden Monaten abschwächen werde. Es bestehe aber kein Zweifel, dass diese Daten den Druck auf die US-Notenbank erhöhen würden.
Aktuell würden die Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung um 85 Basispunkte am 27. Juli rechnen. BlueBay Asset Management halte an seinem Basisszenario fest, dass die Zinsen nur um 75 Basispunkte steigen würden, sei davon aber nicht mehr so überzeugt wie zuvor.
In Europa habe sich die Stimmung nicht verbessert. Es herrsche große Unsicherheit, ob und in welchem Maße nach Abschluss der routinemäßigen Wartungsarbeiten wieder Gas aus Russland durch die Nord-Stream-Pipeline fließen werde. Werde die Pipeline nicht wieder geöffnet, werde der größte Teil Europas die Energieversorgung einschränken müssen. Das würde wahrscheinlich zu großen wirtschaftlichen Problemen und mit ziemlicher Sicherheit einer Rezession führen. Fließe das Gas wieder wie vor der Wartung, gäbe es noch immer Schwierigkeiten - es wäre jedoch eine Erleichterung. Wenn die Durchflüsse jedoch auf mehr als 50 Prozent des normalen Niveaus ansteigen würden, werde insbesondere Deutschland seine Gasvorräte wieder aufstocken können. Das könnte die Stimmung deutlich verbessern.
In Italien seien die Zinsaufschläge für Staatsanleihen nach dem Rücktrittsangebot von Ministerpräsident Mario Draghi gestiegen. Nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella dieses offensichtlich abgelehnt habe, sei ungewiss, wie es weitergehe. Es gebe aber Befürchtungen, dass die derzeitige Koalition zerbrechen könnte und vorgezogene Neuwahlen folgen würden. Das zeige: Die Politik bleibe in Europa ein Risikofaktor. Die Europäische Zentralbank könne zwar die Spreads begrenzen, die Volatilität aber nicht vollständig aufhalten.
Im Vereinigten Königreich werde bereits ein neuer Premierminister gesucht. Wer auch immer es werde - er oder sie stehe vor großen Herausforderungen. Da das Land mit Stagflationsrisiken und politischer Lähmung konfrontiert sei, bleibe BlueBay Asset Management gegenüber britischen Staatsanleihen und dem Pfund zurückhaltend.
Die Unsicherheiten seien weiterhin groß. BlueBay Asset Management gehe zwar nach wie vor davon aus, dass die zweite Jahreshälfte positiver ausfallen werde als die erste. Im Moment sei aber Vorsicht geboten. (15.07.2022/alc/a/a)


