Draghi: Temporäre Faktoren belasten Inflation


28.06.17 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Gewichtige konjunkturelle Veröffentlichungen stehen heute nicht auf der Agenda, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Noch gestern hätten dagegen Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi für Aufwärtsschwung beim Euro gesorgt. Draghi habe sich nicht nur zuversichtlich bezüglich der konjunkturellen Erholung in der Eurozone gezeigt und diesbezüglich angeführt, dass die deflationären Kräfte im gemeinsamen Währungsraum mittlerweile durch reflationäre ersetzt worden seien. Vielmehr Aufmerksamkeit dürfte die Andeutung erhalten haben, dass die Faktoren, die sich derzeit bremsend auf die Inflation auswirken würden, allen voran temporärer Natur seien, über die die Notenbank hinwegsehen könne.

Aufkeimende Spekulationen darüber, dass die EZB ihre geldpolitische Lockerung zurückfahren könnte, seien allerdings durch die Ergänzung Draghis gebremst worden, dass nach wie vor ein beachtlicher Grad an geldpolitischem Stimulus notwendig sei, um die Teuerung im gemeinsamen Währungsraum auf einen nachhaltigen und selbsttragenden Pfad zu bekommen. Der Euro habe vor diesem Hintergrund insgesamt deutlich auf Werte von rund 1,1350 USD zugelegt.

Habe Draghi dabei zuletzt noch betont, dass eine Anpassung der QE-Käufe im Rahmen des jüngsten Notenbanktreffens nicht diskutiert worden sei, würden die Analysten erwarten, dass die Diskussionen um den notwendigen Expansionsgrad der Geldpolitik in den kommenden Wochen zunehmen dürfte. Die Analysten würden weiterhin damit rechnen, dass noch im Herbst dieses Jahres der Beschluss gefasst werde, die monatlichen Anleihenkäufe ab Januar 2018 im Umfang zu reduzieren.

Schottlands Regierungschefin .Nicola Sturgeon, habe betont, dass das Thema "Unabhängigkeits-Referendum" wieder von ihr auf die Tagesordnung gesetzt werde, wenn klar sei, zu welchen Bedingungen Großbritannien aus der Europäischen Währungsunion austrete. Ihr Ziel sei es, dass Schottland Teil des europäischen Binnenmarktes bleibe. Die Regierungschefin befürchte, dass Großbritannien die EU ohne eine Vereinbarung oder mit einer seiner schlechten Vereinbarung verlasse. (28.06.2017/alc/a/a)