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Dollaranstieg erhöht die Inflation
25.10.22 16:49
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In vielen Ländern ist die Inflation zum größten Problem unter den volkswirtschaftlichen Daten geworden, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Regierungen und Notenbanken würden nach einem Ausweg aus dieser Zwickmühle suchen. Der IWF weise jetzt darauf hin, dass die Verteuerung des USD gegenüber der eigenen Währung den Kampf gegen Inflation härter gemacht habe.
Der USD sei auf den höchsten Stand seit 2000 mit einem Anstieg von 22% gegenüber dem Yen, 13% gegenüber dem Euro und 6% gegenüber den Währungen der Schwellenländer seit Beginn diesen Jahres. Solch eine scharfe Verteuerung in wenigen Monaten habe erhebliche Auswirkungen für fast alle Länder. Zu beachten sei dabei, dass der USD im internationalen Außenhandel und den Finanzströmen sowieso eine Dominanz einnehme.
Während der US-Anteil in der Welt am Warenhandel um 12% seit 2000 zurückgegangen sei, habe der USD bei rund 40% als Verrechnungswährung bei Exporten verharrt. Für viele Länder, die sich um einen Rückgang der Inflation bemühen würden, sei die Schwäche ihrer Währungen relativ zum Dollar zu einem Problem geworden. Im Durchschnitt führe ein 10-prozentiger Dollaranstieg zu einer Erhöhung der Inflationsrate um ein Prozent. Doch bei den Entwicklungsländern mit hohem Import und größerem Anteil des USD als Verrechnungswährung sei dieses Problem noch markanter als bei den hochentwickelten Industrieländern.
Der Dollaranstieg schlage sich auch in den Bilanzen rund um die Welt nieder. Ungefähr die Hälfte aller internationalen Kredite und Schuldverschreibungen laute auf die US-Valuta. Während die Regierungen in Entwicklungsländern Fortschritte erzielt hätten, Schuldverschreibungen in ihren eigenen Währungen aufzulegen, liege der Anteil bei den Unternehmen unverändert hoch in US-Dollar. Die Zinsen in der ganzen Welt würden steigen und damit besonders die USD Soll-Zinsen. Ein stärkerer Dollar bedeute einen schwieriger werdenden Schuldendienst (Soll-Zinsen + Rückzahlungen) für die Schuldner.
Sollten diese Länder also ihre Währungen weiter stützen? Der Anteil ausländischer Reserven von Schwellen- und Entwicklungsländern sei in den ersten sieben Monaten diesen Jahres schon mehr als 6% gefallen. Interventionen an den Devisenmärkten seien nur ein kurzfristiges Mittel. Verschiebungen in den Währungsrelationen würden die internationale Stabilität einer Volkswirtschaft und ihre Kreditwürdigkeit verändern.
Eine angemessene Politik zur Verhinderung von Abwertungen der eigenen Währung müss den Fokus auf den Auslöser der Devisenverschiebung richten. Devisenmarktinterventionen könnten nur ein kurzfristiges Mittel für makroökonomische Politik sein. Sie könnten auf Dauer die Fähigkeit einer Zentralbank zur Aufrechterhaltung der Preisstabilität senken.
Hier würden zurzeit die geopolitischen Turbulenzen und die Abhängigkeit von Energieimporten wirken. Bezüglich der Verfügbarkeit von Energie seien die USA fundamental besser gestellt als die Europäer. Die Kriege und Kriegsdrohungen in aller Welt würden ebenfalls die USA wegen der Einschätzung ihrer militärischen Stärke begünstigen. Deswegen seien in den USA die Steigerungen der Leitzinsen zur Bekämpfung der Inflation weiter vorangekommen als in Europa. Der Zinsspread begünstige den Dollar. Die FED habe schon weitere Zinserhöhungen angekündigt. Die EZB werde diesen zeitnah folgen.
Die unerwünschte Stärke des US-Dollar gegenüber dem Euro sei nicht nur den geopolitischen Turbulenzen zuzuschreiben, sondern auch der größeren Abhängigkeit der Eurozone von ausländischen Energieimporten. Interventionen der EZB zugunsten des Euro seien keine Dauerlösung. Der Fokus müsse auf der Unabhängigkeit von Energieimporten liegen.
Am Geldmarkt sei noch mit etwa zwei Erhöhungen der Leitzinsen um je rund 0,75% zu rechnen, eventuell mit einer dritten um etwa 0,50%. Am Aktienmarkt würden die starken Schwankungen weiter anhalten. Zu bevorzugen seien Produzenten von erneuerbaren Energien. Bei Edelmetallen sei die anhaltende Inflation ein wichtiges Argument für Zukäufe. (25.10.2022/alc/a/a)
Regierungen und Notenbanken würden nach einem Ausweg aus dieser Zwickmühle suchen. Der IWF weise jetzt darauf hin, dass die Verteuerung des USD gegenüber der eigenen Währung den Kampf gegen Inflation härter gemacht habe.
Der USD sei auf den höchsten Stand seit 2000 mit einem Anstieg von 22% gegenüber dem Yen, 13% gegenüber dem Euro und 6% gegenüber den Währungen der Schwellenländer seit Beginn diesen Jahres. Solch eine scharfe Verteuerung in wenigen Monaten habe erhebliche Auswirkungen für fast alle Länder. Zu beachten sei dabei, dass der USD im internationalen Außenhandel und den Finanzströmen sowieso eine Dominanz einnehme.
Während der US-Anteil in der Welt am Warenhandel um 12% seit 2000 zurückgegangen sei, habe der USD bei rund 40% als Verrechnungswährung bei Exporten verharrt. Für viele Länder, die sich um einen Rückgang der Inflation bemühen würden, sei die Schwäche ihrer Währungen relativ zum Dollar zu einem Problem geworden. Im Durchschnitt führe ein 10-prozentiger Dollaranstieg zu einer Erhöhung der Inflationsrate um ein Prozent. Doch bei den Entwicklungsländern mit hohem Import und größerem Anteil des USD als Verrechnungswährung sei dieses Problem noch markanter als bei den hochentwickelten Industrieländern.
Sollten diese Länder also ihre Währungen weiter stützen? Der Anteil ausländischer Reserven von Schwellen- und Entwicklungsländern sei in den ersten sieben Monaten diesen Jahres schon mehr als 6% gefallen. Interventionen an den Devisenmärkten seien nur ein kurzfristiges Mittel. Verschiebungen in den Währungsrelationen würden die internationale Stabilität einer Volkswirtschaft und ihre Kreditwürdigkeit verändern.
Eine angemessene Politik zur Verhinderung von Abwertungen der eigenen Währung müss den Fokus auf den Auslöser der Devisenverschiebung richten. Devisenmarktinterventionen könnten nur ein kurzfristiges Mittel für makroökonomische Politik sein. Sie könnten auf Dauer die Fähigkeit einer Zentralbank zur Aufrechterhaltung der Preisstabilität senken.
Hier würden zurzeit die geopolitischen Turbulenzen und die Abhängigkeit von Energieimporten wirken. Bezüglich der Verfügbarkeit von Energie seien die USA fundamental besser gestellt als die Europäer. Die Kriege und Kriegsdrohungen in aller Welt würden ebenfalls die USA wegen der Einschätzung ihrer militärischen Stärke begünstigen. Deswegen seien in den USA die Steigerungen der Leitzinsen zur Bekämpfung der Inflation weiter vorangekommen als in Europa. Der Zinsspread begünstige den Dollar. Die FED habe schon weitere Zinserhöhungen angekündigt. Die EZB werde diesen zeitnah folgen.
Die unerwünschte Stärke des US-Dollar gegenüber dem Euro sei nicht nur den geopolitischen Turbulenzen zuzuschreiben, sondern auch der größeren Abhängigkeit der Eurozone von ausländischen Energieimporten. Interventionen der EZB zugunsten des Euro seien keine Dauerlösung. Der Fokus müsse auf der Unabhängigkeit von Energieimporten liegen.
Am Geldmarkt sei noch mit etwa zwei Erhöhungen der Leitzinsen um je rund 0,75% zu rechnen, eventuell mit einer dritten um etwa 0,50%. Am Aktienmarkt würden die starken Schwankungen weiter anhalten. Zu bevorzugen seien Produzenten von erneuerbaren Energien. Bei Edelmetallen sei die anhaltende Inflation ein wichtiges Argument für Zukäufe. (25.10.2022/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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