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Diese fünf Dinge sollten High-Yield-Investoren 2018 beachten


23.01.18 11:15
T. Rowe Price

Baltimore (www.anleihencheck.de) - Wer bei Anlagen in Hochzinsanleihen im Jahr 2018 erfolgreich sein will, sollte einige Faktoren besonders im Auge behalten. Mike Della Vedova, Portfoliomanager der European High Yield Bond Strategy von T. Rowe Price, erklärt, welche das sind.

1. Technische Faktoren dürften weiterhin positiv bleiben

Die technischen Faktoren für Hochzinsanleihen sollten erwartungsgemäß auch im Jahr 2018 vorteilhaft sein. Die Ausfallquote könnte künftig auf unter 2 Prozent fallen und dürfte somit weiter auf einem niedrigen Niveau notieren, das unter dem historischen Durchschnitt in Europa liege. Während das Gesamtangebot hoch sein könnte, gehen die Experten von T. Rowe Price nicht davon aus, dass die Neuemissionen von Anleihen eher gedämpft ausfallen werden, weil Refinanzierung eine dominierende Rolle spielen dürfte. Die Mittelflüsse seien weit schwieriger vorauszusagen, und würden vom äußeren Umfeld und dem Sentiment gegenüber Risikomärkten beeinflusst.

2. Fundamentale Faktoren würden Eurozone stützen, Europäische Zentralbank EZB im Fokus

Die europäische Wirtschaft stehe auf starken Fundamenten. Das Wachstumsmomentum sollte auch im noch jungen Jahr 2018 weiterbestehen - und dürfte Unternehmen helfen, die Hochzinsanleihen begeben. Auch wenn die EZB momentan ihr Anleihenankaufprogramm herunterfahre, werde sie den Weg zu einer allmählichen Normalisierung langsam und vorsichtig beschreiten. Damit wäre ein zentraler Faktor für die Assetklasse auf absehbare Zukunft relativ stabil. Dennoch dürften im Jahresverlauf Fragen aufkommen, was die EZB als nächste Schritte unternehmen werde - besonders wenn die Inflation steige.

3. Spreads könnten sich verengen

In der ersten Jahreshälfte 2018 könnten sich die Spreads moderat verengen. Am Jahresbeginn habe die durchschnittliche Anleihenrendite der Assetklasse unter drei Prozent gelegen. Isoliert betrachtet sei das alles andere als attraktiv. Wenn die technischen und fundamentalen Faktoren, die die europäische Wirtschaft gestützt hätten, sich weiter robust zeigen würden, werde die Nachfrage stark bleiben. Besonders für europäische Investoren seien Hochzinsanliehen zu diesen Konditionen hingegen trotzdem attraktiv, bedenke man, dass viele Staatsanleihen aus der Eurozone negative Zinsen hätten.

4. Neuemissionen

Geringe Finanzierungskosten und ein anhaltender Bedarf nach Rendite würden einen günstigen Boden für ausgebende Unternehmen bilden im noch jungen Jahr neue Angebote an den Primärmarkt zu bringen. Im weiteren Verlauf des Jahres - sofern die Kreditmärkte entspannt bleiben würden - bestehe ein gewisses Risiko, dass es aggressivere Deals geben könnte, um den Markt zu testen.

5. Möglicher Gegenwind: Straffere Geldpolitik und politische Faktoren

Angesichts der weniger akkommodativen Geldpolitik verschiedener Zentralbanken zur gleichen Zeit, sei es unklar, inwiefern dadurch das globale Wirtschaftswachstum und die Liquidität beeinflusst werden könnte. In der politischen Sphäre werde es auch weiterhin Bedenken wegen der Trump-Administration geben. In der EU seien die Sorgen bezüglich des Erfolgs gegen das politische Establishment gerichteten Kräften hingegen vorerst zurückgegangen. Die Wahlen in Italien würden aber grundsätzlich ein gewisses Risiko bieten. Auch die Verhandlungen über den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union würden anhalten. Jeder dieser Faktoren besitze das Potenzial, die Volatilität auszulösen und an den Finanzmärkten zu breiten Bewegungen weg von riskanteren Anlagen zu führen. In solchen Perioden wären europäische High-Yields grundsätzlich anfällig.

In Anbetracht dieser fünf Punkte, sei es ratsam, starke Unternehmen zu identifizieren, die einerseits vom Wachstum der Wirtschaft profitieren könnten, andererseits aber auch in schwierigeren Phasen stabil seien. Selektivität bei der Anlage in Kredittitel werde dieses Jahr von besonderer Bedeutung sein. (23.01.2018/alc/a/a)