Deutschland: Von Inflationsdruck keine Spur


31.05.19 10:15
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der scharfe Anstieg der Ölpreise und das aufgrund des späten Ostertermins in diesem Jahr kräftige Monatsplus bei den Pauschalreisen haben im April die Inflation in Deutschland spürbar angeschoben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Mit 2,1% gg. Vj. (März: 1,4%) sei beim Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der höchste Wert in diesem Jahr verzeichnet worden. Daraus jedoch einen generell erhöhten Preisdruck abzuleiten scheine jedoch verfrüht. So würden die Analysten im Mai mit einem Rückgang der Jahresrate auf 1,3% rechnen. Auch in den kommenden Monaten dürfte das EZB-Ziel für die Eurozone von "unter, aber nahe 2%" auf mittlere Sicht unterschritten werden. Für das Gesamtjahr 2019 würden sie eine durchschnittliche Teuerung von 1,6% in Deutschland (2020e: 1,6%) auf Basis des HVPI unterstellen.

Die Veröffentlichung der Preisdaten in Deutschland dürfte von den Finanzmarktteilnehmern hinsichtlich der Erwartungen für die künftige EZB-Geldpolitik zwar durchaus Beachtung finden. Größere Marktbewegungen durch die Inflationsergebnisse würden die Analysten indes nicht erwarten. (31.05.2019/alc/a/a)