Deutschland: Inflationstief durchschritten?


28.11.19 09:31
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Zuletzt war der für den nach EU-weit einheitlichen Regeln berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) in Deutschland in der Jahresrate mit nur noch 0,9% auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Aufgrund von Basiseffekten bei den Energiepreisen dürfte das Tief damit aber durchschritten sein. Für November würden die Analysten trotz des erwarteten Monatsrückgangs von 0,7% mit einem Anstieg der Konsumentenpreise im Vergleich zum Vorjahr um 1,3% rechnen. Damit würde auch die zuletzt selten kräftige Differenz zum nationalen Index (CPI) ausgeglichen, dessen Jahresrate die Analysten ebenfalls bei 1,3% erwarten würden. In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate weiter leicht anziehen, insgesamt bleibe der Preisdruck aber überschaubar. Auch für das Gesamtjahr 2020 würden die Analysten lediglich eine durchschnittliche Teuerung von 1,5% (2019e: 1,4%) unterstellen.

Eine anziehende Jahresrate bei den Konsumentenpreisen in Deutschland dürfte die EZB mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen. Perspektivisch zeichne sich indes nicht ab, dass das Inflationsziel der Notenbank für die Eurozone von "unter, aber nahe 2% in der mittleren Frist" erreicht werde. Die Geldpolitik im gemeinsamen Währungsraum dürfte daher auf absehbare Zeit sehr expansiv bleiben. (28.11.2019/alc/a/a)