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Deutschland: Inflationsrate höher als erwartet
07.01.25 08:52
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Der europäische Rentenmarkt bleibt auch zu Beginn des neuen Jahres durch die aktuellen politischen Entwicklungen in Frankreich (Bemühungen um die Aufstellung eines neuen Haushalts) charakterisiert, so die Analysten der Nord LB.
Seit letzter Woche habe sich der Spread zwischen zehnjährigen Bunds und OATs um rund 5 Basispunkte auf 85bp ausgeweitet. Damit habe der Risikoaufschlag wieder in der Nähe seines Höchstwertes aus den Zeiten der Staatsschuldenkrise von vor mehr als einem Jahrzehnt notiert. Gestern hätten die Händler festverzinslicher Wertpapiere aber erst einmal die neuen Inflationsdaten verdaut. Renditen von deutschen Bunds hätten leicht angezogen (2,46%: +3bp). Renditen französischer Staatsanleihen hätten den Handel mit einem leichten Gewinn von 2 Basispunkten (3,27%) verlassen. Der OAT-Bund Spread habe sich entsprechend in Richtung 80bp eingeengt.
Die Inflationsrate sei in Deutschland im Dezember höher ausgefallen als erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat habe die Inflationsrate auf 2,6% Y/Y (HVPI: 2,9% Y/Y) angezogen. Während der Basiseffekt bei den Energiepreisen erwartbar gewesen sei, würden methodische Änderungen die zeitliche Vergleichbarkeit der gestern gemeldeten Daten erschweren. Trotz der Vorbehalte bei der Interpretierbarkeit lasse sich festhalten, dass die Kernrate und insbesondere die Preisentwicklung bei Dienstleistungen vorerst hartnäckig bleibe.
Für die EZB sei dies sicher keine Absage an eine Rückführung der restriktiven Geldpolitik, wohl aber an Hoffnungen auf größere und schnellere Zinssenkungsschritte als zuletzt. Mit Blick auf die heute zur Veröffentlichung anstehende Schnellschätzung zur Inflationsentwicklung im Euroraum lägen neben den deutschen Daten bereits aus Spanien (2,8% Y/Y), Portugal (3,1%) und Irland (1,0%) recht kräftige, aber erwartete Anstiege der HVPI-Jahresraten vor, ergänzt um eine stabile VPI-Jahresrate in Belgien (3,2% Y/Y). Insofern zeichne sich ein Anstieg der Inflationsrate in Euroland auf ca. 2,5% Y/Y ab, was gegenüber dem Vormonat einem um 0,4% M/M höheren Indexstand entspräche.
Für den gemeinsamen Währungsraum würden heute frische Daten vom Arbeitsmarkt und der makroökonomischen Preisfront in den Fokus rücken. Neben der voraussichtlich seitwärts tendierenden Arbeitslosenquote im November dürfte die Schnellschätzung der Dezember-Inflationszahlen von Eurostat den Aussichten auf Zinssenkungen der EZB 2025 etwas mehr Farbe verleihen. Insgesamt werde mit einer Aufwärtstendenz in der Head-line-Rate gerechnet, die gestrige Meldung aus Deutschland und die Schätzungen für Frankreichs sowie Italiens Meldungen am Vormittag würden dies bereits andeuten. (07.01.2025/alc/a/a)
Seit letzter Woche habe sich der Spread zwischen zehnjährigen Bunds und OATs um rund 5 Basispunkte auf 85bp ausgeweitet. Damit habe der Risikoaufschlag wieder in der Nähe seines Höchstwertes aus den Zeiten der Staatsschuldenkrise von vor mehr als einem Jahrzehnt notiert. Gestern hätten die Händler festverzinslicher Wertpapiere aber erst einmal die neuen Inflationsdaten verdaut. Renditen von deutschen Bunds hätten leicht angezogen (2,46%: +3bp). Renditen französischer Staatsanleihen hätten den Handel mit einem leichten Gewinn von 2 Basispunkten (3,27%) verlassen. Der OAT-Bund Spread habe sich entsprechend in Richtung 80bp eingeengt.
Für die EZB sei dies sicher keine Absage an eine Rückführung der restriktiven Geldpolitik, wohl aber an Hoffnungen auf größere und schnellere Zinssenkungsschritte als zuletzt. Mit Blick auf die heute zur Veröffentlichung anstehende Schnellschätzung zur Inflationsentwicklung im Euroraum lägen neben den deutschen Daten bereits aus Spanien (2,8% Y/Y), Portugal (3,1%) und Irland (1,0%) recht kräftige, aber erwartete Anstiege der HVPI-Jahresraten vor, ergänzt um eine stabile VPI-Jahresrate in Belgien (3,2% Y/Y). Insofern zeichne sich ein Anstieg der Inflationsrate in Euroland auf ca. 2,5% Y/Y ab, was gegenüber dem Vormonat einem um 0,4% M/M höheren Indexstand entspräche.
Für den gemeinsamen Währungsraum würden heute frische Daten vom Arbeitsmarkt und der makroökonomischen Preisfront in den Fokus rücken. Neben der voraussichtlich seitwärts tendierenden Arbeitslosenquote im November dürfte die Schnellschätzung der Dezember-Inflationszahlen von Eurostat den Aussichten auf Zinssenkungen der EZB 2025 etwas mehr Farbe verleihen. Insgesamt werde mit einer Aufwärtstendenz in der Head-line-Rate gerechnet, die gestrige Meldung aus Deutschland und die Schätzungen für Frankreichs sowie Italiens Meldungen am Vormittag würden dies bereits andeuten. (07.01.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 21.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


