Deutschland: Energiepreise schieben Inflation an


01.03.17 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Lag die Teuerung in Deutschland vor einem Jahr sogar noch im negativen Bereich (Februar 2016: -0,2% gg. Vj.), hat sich der Warenkorb in den letzten Monaten - vor allem bedingt durch den Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise - doch spürbar verteuert, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Februar dürfte auf Basis des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) erstmals seit September 2012 wieder die Marke von 2% überwunden worden sein.

Auch in den kommenden Monaten dürfte sich die Jahresrate der Konsumentenpreise im Bereich dieser Marke bewegen, bevor zum Jahresende 2017 hin die hohen Vergleichsraten bei den Energiepreisen (annähernd gleichbleibende Niveaus vorausgesetzt) aus der Jahresbetrachtung herausfallen würden. Da die Analysten trotz weiterhin guter Lage am Arbeitsmarkt davon ausgehen würden, dass der Lohndruck überschaubar bleibe, dürfte auch der zugrundeliegende Preisdruck nicht aus dem Rahmen fallen, sprich deutlich über das zentrale Inflationsziel der EZB für die gesamte Eurozone von "unter, aber nahe 2%" anziehen. Für das Gesamtjahr 2017 würden die Analysten eine durchschnittliche Teuerung (HVPI) von 2,0% unterstellen, die sich 2018 wieder leicht auf 1,8% abschwächen sollte.

Nachdem die Schnellschätzungen für die Einkaufsmanagerindices (PMI) im Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone und in Deutschland stabile Werte für Februar und damit einen Grundoptimismus bei der Industrieunternehmen ausgewiesen hätten, dürften die endgültigen Werte keine großen Überraschungen mehr parat halten.

Spannender werde es dagegen wohl in Großbritannien, wo nach dem zweieinhalb Jahreshoch vom Dezember 2016 im Folgemonat ein moderater Rückgang zu verzeichnen gewesen sei. Dabei hätten auch die Umfragewerte in den Unterkomponenten "Neuaufträge", "Beschäftigung" und "Exportbestellungen" nachgegeben, was den Ausblick eintrübe. Im Februar dürfte sich diese Tendenz fortgesetzt haben, wobei der von den Analysten erwartete Saldo von 55,1 Punkten immer noch auf ein solides Wachstum der Industrieaktivitäten in den kommenden Monaten hindeute.

Ein ähnliches Bild ergebe sich für die USA. Hier sollte der entsprechende Umfragewert des "Institute for Supply Management" (ISM) im Februar mit 55,7 Punkten nur knapp unter dem Stand aus dem Vormonat liegen. Das würde aufgrund der mit den Ankündigungen der neuen US-Regierung für eine expansive Fiskal- und Wirtschaftspolitik verbundenen Hoffnungen weiterhin einen Grundoptimismus über die industriellen Geschäftsaktivitäten in den nächsten Monaten zum Ausdruck bringen. (01.03.2017/alc/a/a)