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Deutsche Zinskurve etwas flacher


30.09.19 12:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der verhaltene wirtschaftliche Ausblick ließ die Anleger verstärkt zu sicheren Staatsanleihen greifen, so die Experten von Union Investment.

Am Markt für deutsche Bundesanleihen seien vor allem lange Laufzeiten gefragt gewesen. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe in der Berichtswoche vom 23. bis zum 27. September über die langen Laufzeiten etwas flacher tendiert. Der Renditerückgang habe bei den Zehnjahrespapieren fünf, bei den 30-jährigen Anleihen zehn Basispunkte betragen.

Auch an den Peripheriemärkten habe sich eine leicht freundliche Tendenz gezeigt. In Spanien habe die Zehnjahresrendite um gut zehn Basispunkte auf 0,14 Prozent nachgegeben. Die Ratingagentur S&P habe die Kreditwürdigkeit Spaniens um eine Stufe auf A angehoben, der Ausblick auf die Verschuldungslage sei stabil geblieben. Die Entscheidung sei in erster Linie mit den guten Wachstumsdaten in der jüngeren Vergangenheit begründet worden. Für etwas Unsicherheit hätten die für November anberaumten Neuwahlen in Spanien gesorgt, dies sei jedoch von der Ratingentscheidung weitestgehend überdeckt worden. Auch in Italien und in Portugal habe die Zehnjahresrendite um bis zu zehn Basispunkte nachgegeben. Der europäische Gesamtmarkt (iBoxx Sovereigns) habe bis Freitagmorgen um 0,7 Prozent zugelegt.

Am US-Rentenmarkt sei in der Berichtswoche mit rund 1,7 Prozent Rendite im Zehnjahresbereich eine Seitwärtsbewegung auszumachen gewesen. Die amerikanische Zinskurve habe nahezu unverändert gelegen.

Der Primärmarkt für Anleihen aus den Schwellenländern habe sich in der Berichtswoche einer wahren Neuemissionsflut ausgesetzt gesehen. Zahlreiche Staaten hätten das stabile Umfeld zur Platzierung neuer Anleihen genutzt. Die größte Neuemission habe Abu Dhabi geliefert und - über drei Tranchen - Anleihen im Umfang von zehn Milliarden US-Dollar platziert. Darüber hinaus hätten Uruguay, Ecuador und Südafrika neue US-Dollar-Papiere begeben. Kasachstan und Montenegro hätten hingegen auf Euro lautende Papiere emittiert. Alle Titel seien erfolgreich platziert worden. Allerdings hätten sich die Euro-Anleihen besser als ihre US-Dollar-Pendants entwickeln können. Die Masse an Dollar-Papieren habe auf den Markt gedrückt, sodass sich die Risikoprämien (Spreads) gegenüber US-Staatsanleihen auf Indexebene (J.P. Morgan EMBIG-Index) im Wochenverlauf etwas ausgeweitet hätten.

Bei den europäischen Unternehmensanleihen habe die starke Neuemissionstätigkeit in den vergangenen Handelstagen abgenommen. Im Blickpunkt habe Vonovia gestanden, das zur Finanzierung der Übernahme eines schwedischen Immobilienkonzerns neue Anleihen emittiert habe. (Ausgabe vom 27.09.2019) (30.09.2019/alc/a/a)