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Deutsche Staatsanleihen: Stabilisierung nach Verlusten


16.01.25 09:12
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Staatsanleihen konnten sich nach den jüngsten Verlusten gestern stabilisieren, so die Analysten der Nord LB.

Die Kurse hätten leicht zugelegt. Nach einem überraschenden Rückgang der Inflation in Großbritannien zum Jahresende seien die Renditen europaweit und insbesondere in Großbritannien gefallen.

Die deutschen Großhandelspreise seien im Dezember sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Vormonat um 0,1% gestiegen. Im November habe die Veränderungsrate im Jahresvergleich noch bei -0,6% gelegen, im Oktober bei -0,8%. Hauptursächlich für den Anstieg sei der Preisanstieg im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug daraus (y/y +22,3%) gewesen. Ebenfalls deutlich teurer gehandelt worden seien Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze (+34,3%), Zucker, Süßwaren und Backwaren (+11,0%) sowie Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+5,7%). Auf Großhandelsebene günstiger als im VJ seien dagegen Datenverarbeitungs- und periphäre Geräte (-6,0%), Mineralölerzeugnisse (-6,0%), Eisen, Stahl und Halbzeug daraus (-4,9%) gewesen.

Die veröffentlichten CPI-Daten aus den USA hätten sich gemischt präsentiert. Mit 0,4% M/M befinde sich die Headline-Rate eher am oberen Rand der Erwartungen und hebe die Jahresrate somit auf 2,9% Y/Y. Haupttreiber dieser Entwicklung dürfte dabei die Energiekomponente sein. Mit 2,6% M/M sei die Dynamik im Vergleich zu den Vormonaten ungewöhnlich stark gestiegen. V. a. die Gas- und Spritpreise dürften die Konsumenten in den USA mit einem Plus von jeweils 4,4% M/M gespürt haben. Die Kernrate habe allerdings an Dynamik verloren und sei nur noch um 0,2% M/M gewachsen, was die Markterwartungen unterschritten habe. Dies zum Anlass nehmend, hätten sich die Kapitalmärkte durchaus erfreut gezeigt.

Heute würden interessierte Beobachter v.a. auf die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze im Dezember blicken, die aufgrund ihrer hohen Relevanz bei der BIP-Messung viel Aufmerksamkeit binden würden. Mit der recht hohen Revisionsanfälligkeit dieser Zeitreihe im Hinterkopf sei insgesamt mit etwas weniger Dynamik als im Vormonat zu rechnen. Am Nachmittag liefere der NAHB Wohnungsmarkt-Index, als wichtiger Frühindikator für den US-Immobilienmarkt, ein erstes aktualisiertes Stimmungsbild im neuen Jahr.

Auf der Unternehmensseite nehme in den USA die Berichtssaison Fahrt auf. Experten würden davon ausgehen, dass diese in den kommenden Wochen positive Akzente setzen sollte, da sich die Konjunktur in den USA weiterhin sehr robust entwickelt habe. Für den internationalen Chipsektor könnten heute auch die Resultate von TSMC aus Taiwan von Bedeutung sein. (16.01.2025/alc/a/a)