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Deutsche Staatsanleihen: Kurse leicht gestiegen


30.07.24 09:41
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Montag leicht gestiegen, so die Analysten der Nord LB.

Stützend habe die Erwartung auf Hinweise für eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank FED im September bei der am Mittwoch stattfindenden Notenbanksitzung gewirkt. Das gleiche Bild habe sich in den USA ergeben.

Die ifo-Preiserwartungen seien im Juli auf 17,8 Punkte nach 16,1 Zählern im Juni gestiegen. Insbesondere in der Industrie würden etwas mehr Unternehmen als im Vormonat die Preise anheben wollen. Allerdings sei der Teilindikator für die Preiserwartungen der konsumnahen Dienstleister von 21,9 auf 20,0 Punkte gefallen. Das ifo-Institut erwarte deshalb, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter zurückgehen werde.

Die öffentliche Verschuldung in Deutschland sei zum Jahresende 2023 um 3,3% bzw. EUR 77,1 Mrd. auf 2.445,1 Mrd. und damit auf den höchsten am Ende eines Jahres gemessenen nationalen Schuldenstand gestiegen. Dies entspreche einer Pro-Kopf-Verschuldung von EUR 28.943 (+ EUR 778 ggü. 2022). Schuldenanstiege bei Bund, Gemeinden sowie der Sozialversicherung hätten einem Schuldenabbau der Länder gegenübergestanden.

Heute werde zunächst auf verschiedene wichtige Daten aus Euroland zu achten sein. Neben den BIP-Zahlen für Deutschland und für die EWWU stünden noch die deutschen CPIs und die ebenfalls wichtigen Stimmungsindikatoren der EU-Kommission zur Veröffentlichung an. In den USA werde zudem auf die Angaben zum Verbrauchervertrauen des Conference Board und auf verschiedene Hauspreisdaten zu achten sein. In Verbindung mit den gestiegenen Zinsen würden die hohen Hauspreise eine signifikante Belastung für die Stimmung in der US-Bauwirtschaft darstellen.

Die Marktteilnehmer am Immobilienmarkt der USA würden inzwischen auf baldige Zinssenkungen durch das FOMC hoffen. Vielleicht werde Jerome Powell bereits morgen Signale in diese Richtung senden - man sollte aber wohl auch nicht zu viel vom FED-Chef erwarten. (30.07.2024/alc/a/a)