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Deutsche Staatsanleihen im Korrekturmodus


13.12.24 09:24
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Obwohl die EZB-Zinssenkung um 0,25 PP erwartet worden war, gingen deutsche Staatsanleihen in den Korrekturmodus, so die Analysten der Nord LB.

Einige Marktteilnehmer hätten eben doch mit einem größeren Schritt oder klareren Hinweisen auf den weiteren Kurs gerechnet (Frau Lagarde sei nicht so dovish gewesen wie erhofft).

Die EZB habe gestern ihre Leitzinsen zum vierten Mal in diesem Jahr gesenkt. Der maßgebliche Einlagesatz sei erwartungsgemäß um 25bp auf 3,00% zurückgefahren worden. Der EZB-Rat agiere da-mit schon fast stoisch mit ruhiger Hand und wähle vor dem Hinter-grund neuer politischer Unwägbarkeiten einen klugen Kurs - sie fahre weiter auf Sicht. Anpassungen bei den Projektionen und im Statement (Hinweis auf Beibehaltung restr. Geldpolitik sei gestrichen worden) würden aber auf weitere Zinssenkungen 2025 hindeuten, sodass die EZB sukzessive eine neutrale Ausrichtung ihrer Zinspolitik ansteuere. Trump werde im Statement zwar nicht erwähnt, seine protektionistische Agenda stelle jedoch auch die Geldpolitik vor neue Herausforderungen. Es sei jedoch auch für die EZB noch zu früh, verlässliche Rückschlüsse für ihre Zinspolitik zu ziehen.

Auch die Schweizerische Nationalbank habe gestern ihren Leitzins, hier sogar in einem überraschend großen Schritt um 50bp auf 0,50% gesenkt. Die Schweizer Geldpolitik stemme sich mit einem vorauseilenden Schritt gegen die drohende Deflation und versuche, die Aufwertungstendenzen des Franken zu erschüttern. Sowohl negative Zinsen als auch Devisenmarktinterventionen seien nicht ausgeschlossen worden. Die Analysten gehen weiter davon auswürden, dass die SNB negative Zinsen vermeiden möchte, würden aber einen Leitzins von 0,00% ab Mitte des kommenden Jahres für wahrscheinlich halten.

Zum Wochenende stünden in Europa die Daten zur Industrieproduktion der Eurozone im Mittelpunkt. Die Prognosen würden sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich auf eine leichte Schwäche schließen lassen. In Deutschland dürfte der Außenhandel im Fokus stehen. Sowohl die Exporte als auch die Importe würden voraussichtlich deutliche Rückgänge aufweisen, was auf eine abnehmende Handelsdynamik hinweise. Abschließend werde in Japan bereits am Morgen der Tankan-Index der großen Industrieunternehmen veröffentlicht, welcher großen Einfluss auf den Aktienmarkt sowie Wechselkurs haben könne. Die Erwartungen würden Optimismus für das vierte Quartal und ein stabiles Geschäftsklima signalisieren. (13.12.2024/alc/a/a)