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Deutsche Inflationsrate steigt im Juni auf 1,6%
11.07.19 13:00
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Inflationsrate ist im Juni von 1,4% auf 1,6% gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.
Dies habe das Statistische Bundesamt heute Morgen mit Veröffentlichung der endgültigen Daten bestätigt. Dabei habe der von der Energieseite kommende Aufwärtsdruck auf das Preisniveau nachgelassen. Dagegen habe sich die Teuerungsrate bei Dienstleistungen beschleunigt. Einen wesentlichen Anteil hieran hätten wieder einmal Pauschalreisen gehabt. Dies dürfte mit den Pfingstferien in einigen Bundesländern zusammenhängen, die in diesem Jahr im Juni gelegen hätten, 2018 hingegen im Mai.
Die konjunkturellen Risiken würden für die FED offensichtlich schwerer wiegen als die zuletzt positiven Meldungen vom US-Arbeitsmarkt. So lasse sich die gestrige Anhörung von FED-Chairman Jerome Powell vor dem US-Repräsentantenhaus zusammenfassen. Nach dem G20-Handelswaffenstillstand und dem zuletzt guten Arbeitsmarktbericht seien am Markt Zweifel aufgekommen, ob Zinssenkungserwartungen nicht doch etwas zu früh und zu schnell eingepreist worden seien. Nervosität habe sich breitgemacht, ob die FED versucht sein könnte, eine erste Absenkung doch auf den September zu schieben.
Diese Sorge habe Powell gestern zu beruhigen gewusst, indem er deutlich gemacht habe, dass die Risiken rund um den Welthandel noch immer groß seien. Dies und die schwache Entwicklung der globalen Industrie würden zudem zunehmend auch auf dem Ausblick für die US-Wirtschaft lasten. Mit Blick auf den ISM-Stimmungsindikator für die Industrie, der im Juni 8,3 Saldenpunkte unter seinem Niveau des Vorjahresmonats gelegen habe - der größte 12-Monatsrückgang seit 2009 - könne man das durchaus verstehen. Gebe es heute keine Überraschung bei der US-Inflation, scheine einer Zinssenkung der FED am 31. Juli nichts mehr im Weg zu stehen.
Die US-Verbraucherpreise dürften sich im Juni erneut sehr verhalten entwickelt haben. Zwar würden die Analysten von Postbank Research für die Kernverbraucherpreise wieder mit einem etwas höheren Plus von 0,2% gegenüber dem Vormonat rechnen, nachdem diese im Mai lediglich um 0,1% gestiegen seien. Die Kerninflationsrate sollte damit jedoch bei 2,0% verharrt haben. Gleichzeitig dürfte sich aber aufgrund eines kräftigen Rückgangs der Öl- und Benzinpreise ein dämpfender Effekt seitens der Energiepreise ergeben haben. Die Analysten von Postbank Research würden deshalb für Juni mit einem Rückgang der gesamten Teuerungsrate von 0,1% auf 0,0% im Vormonatsvergleich rechnen. In der Folge dürfte die Inflationsrate nur noch mit 1,6% und damit deutlich niedriger als im Vormonat ausgewiesen werden, als sie noch bei 1,8% gelegen habe.
Von der heutigen Anhörung Powells vor dem US-Senat sind keine Neuigkeiten zu erwarten. Es wäre doch schon sehr überraschend, wenn er den Senatoren andere Informationen oder Einschätzungen offenbaren würde als den Mitgliedern des Repräsentantenhauses am Vortag. (11.07.2019/alc/a/a)
Dies habe das Statistische Bundesamt heute Morgen mit Veröffentlichung der endgültigen Daten bestätigt. Dabei habe der von der Energieseite kommende Aufwärtsdruck auf das Preisniveau nachgelassen. Dagegen habe sich die Teuerungsrate bei Dienstleistungen beschleunigt. Einen wesentlichen Anteil hieran hätten wieder einmal Pauschalreisen gehabt. Dies dürfte mit den Pfingstferien in einigen Bundesländern zusammenhängen, die in diesem Jahr im Juni gelegen hätten, 2018 hingegen im Mai.
Diese Sorge habe Powell gestern zu beruhigen gewusst, indem er deutlich gemacht habe, dass die Risiken rund um den Welthandel noch immer groß seien. Dies und die schwache Entwicklung der globalen Industrie würden zudem zunehmend auch auf dem Ausblick für die US-Wirtschaft lasten. Mit Blick auf den ISM-Stimmungsindikator für die Industrie, der im Juni 8,3 Saldenpunkte unter seinem Niveau des Vorjahresmonats gelegen habe - der größte 12-Monatsrückgang seit 2009 - könne man das durchaus verstehen. Gebe es heute keine Überraschung bei der US-Inflation, scheine einer Zinssenkung der FED am 31. Juli nichts mehr im Weg zu stehen.
Die US-Verbraucherpreise dürften sich im Juni erneut sehr verhalten entwickelt haben. Zwar würden die Analysten von Postbank Research für die Kernverbraucherpreise wieder mit einem etwas höheren Plus von 0,2% gegenüber dem Vormonat rechnen, nachdem diese im Mai lediglich um 0,1% gestiegen seien. Die Kerninflationsrate sollte damit jedoch bei 2,0% verharrt haben. Gleichzeitig dürfte sich aber aufgrund eines kräftigen Rückgangs der Öl- und Benzinpreise ein dämpfender Effekt seitens der Energiepreise ergeben haben. Die Analysten von Postbank Research würden deshalb für Juni mit einem Rückgang der gesamten Teuerungsrate von 0,1% auf 0,0% im Vormonatsvergleich rechnen. In der Folge dürfte die Inflationsrate nur noch mit 1,6% und damit deutlich niedriger als im Vormonat ausgewiesen werden, als sie noch bei 1,8% gelegen habe.
Von der heutigen Anhörung Powells vor dem US-Senat sind keine Neuigkeiten zu erwarten. Es wäre doch schon sehr überraschend, wenn er den Senatoren andere Informationen oder Einschätzungen offenbaren würde als den Mitgliedern des Repräsentantenhauses am Vortag. (11.07.2019/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


