Deutsche Inflationsrate sinkt im November auf 2,3%


13.12.18 11:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Inflationsrate ist im November von 2,5% auf 2,3% gesunken, so die Analysten von Postbank Research.

Damit sei die vorläufige Schätzung bestätigt worden. Verantwortlich für den Rückgang sei vor allem ein Abschmelzen der Teuerungsrate bei Dienstleistungen von 1,8% auf 1,5% gewesen. Deren kräftiger Anstieg im Vormonat habe sich somit als kurzfristiger Ausreißer nach oben herausgestellt. Ein preistreibender Effekt sei hingegen erneut von der Energiekomponente ausgegangen. Deren Teuerungsrate habe von 8,9% auf 9,3% angezogen. In den nächsten Monaten würden die Analysten von Postbank Research aber von dieser Seite mit einer gewissen Entlastung rechnen, da sich der kräftige Rückgang des Ölpreises allmählich doch bemerkbar machen sollte.

Der EZB-Rat sollte auf seiner heutigen geldpolitischen Sitzung den formalen Beschluss treffen, die Nettoanleiheankäufe Anfang 2019 einzustellen, nachdem diese Maßnahme bereits seit einiger Zeit in Aussicht gestellt worden sei. Das Ende der Nettoankäufe stelle aber noch nicht das Ende der Marktintervention durch die EZB dar. Die Währungshüter hätten bereits angekündigt, dass sie zuvor erworbene, sukzessive auslaufende Anleihen bis auf Weiteres durch neue ersetzen würden. Das durchschnittliche Volumen dieser sogenannten Reinvestitionen werde 2019 bei knapp 18 Mrd. Euro pro Monat liegen. Mit dem nächsten wichtigen Schritt zum Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik würden sich die Währungshüter voraussichtlich noch Zeit lassen. Sie hätten bereits angekündigt, dass die Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 auf ihren aktuellen Niveaus bleiben würden. Es sei kaum davon auszugehen, dass sich Mario Draghi auf der EZB-Pressekonferenz wesentlich näher dazu äußern werde als bislang, zumal die EZB angesichts der zahlreichen politischen und ökonomischen Risiken ein Interesse haben dürfte, sich nicht vorzeitig festzulegen, sondern sich ein hohes Maß an Handlungs- und Kommunikationsflexibilität zu erhalten. (13.12.2018/alc/a/a)