Deutsche Inflationsrate sinkt im Mai deutlich


13.06.19 12:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die US-Verbraucherpreise sind im Mai - sowohl inklusive, als auch exklusive Energie- und Nahrungsmittelpreise - lediglich um 0,1% zum Vormonat gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Während die Energiepreise um 0,6% und damit erstmals seit Januar dieses Jahres im Vormonatsvergleich nachgegeben hätten, hätten die Preise für Nahrungsmittel vergleichsweise kräftig um 0,3% zugelegt. Die Inflationsrate sei von 2,0% auf 1,8%, gesunken, die Kernteuerung wider Erwarten von 2,1% auf 2,0%. Der in der Summe moderate Preisdruck dürfte weiteres Wasser auf den Mühlen der Unterstützer einer baldigen Leitzinssenkung in den USA sein. Die Analysten von Postbank Research würden aber nicht davon ausgehen, dass sich die FED auf Basis einzelner Datenpunkte bereits auf ihrer FOMC-Sitzung in der kommenden Woche zu einem solchen Schritt entschließen werde.

Das Statistische Bundesamt habe heute Morgen bekanntgegeben, dass die deutsche Inflationsrate im Mai, wie vorab gemeldet, ausgesprochen stark von 2,0% auf 1,4% gesunken sei. Damit sei bestätigt worden, dass der angesichts kalenderbedingter Effekte (Lage der Osterferien) erwartete Rückgang noch deutlicher ausgefallen sei, als ursprünglich erwartet. Anzeichen für eine nachhaltige Beschleunigung der Inflation geber es damit hierzulande derzeit nicht.

Der industrielle Sektor des Euroraums sei recht positiv ins Jahr gestartet. Im 1. Quartal sei die EWU-Industrieproduktion im Vergleich mit der Vorperiode um 0,8% gesteigert worden. Damit seien die Probleme des Sektors nach Einschätzung der Analysten von Postbank Research aber noch nicht ausgestanden. So habe die Produktionssteigerung zum Jahresauftakt in erster Linie eine Gegenbewegung auf die sehr schwache Entwicklung Ende 2018 dargestellt. Zudem würden die Stimmungsindikatoren darauf hinweisen, dass der Trend in der europäischen Industrie leicht nach unten weisen dürfte. Dies sollte sich für April bestätigen. Die Analysten von Postbank Research würden mit einem Rückgang der Produktion um 0,4% gegenüber dem Vormonat rechnen, wodurch die Vorjahresrate mit ebenfalls -0,4% dann im leicht kontraktiven Bereich verharren würde. Hinter dieser schwachen Entwicklung würden sich aber sehr differenzierte Entwicklungen in den einzelnen Ländern verbergen. So habe unter den größeren Mitgliedsländern Frankreich bereits ein Produktionsplus von 0,4% für April ausgewiesen, Spanien sogar einen Monatsanstieg um 1,8%.

Die rückläufige EWU-Industrieproduktion sollte letztlich überwiegend aus einer sehr schwachen Entwicklung in Deutschland resultieren, dessen Industrie (ohne Bausektor) einen massiven Rückgang um 2,3% im Vormonatsvergleich zu verzeichnen gehabt habe. Auch in Italien habe der Industrieoutput entgegen der Erwartungen nachgegeben. Das von den Analysten von Postbank Research erwartete Produktionsergebnis für die EWU würde darauf hindeuten, dass die Industrie die Gesamtwirtschaft im 2. Quartal leicht belasten könnte, so dass nur mit einem leichten BIP-Wachstum zu rechnen wäre. Zugleich lasse der heftige Rückschlag der hiesigen Industrie im April jetzt bereits befürchten, dass selbst die von den Analysten von Postbank Research erwartete Stagnation des deutschen BIP im Frühjahrsquartal möglicherweise nur schwer zu erreichen sei. (13.06.2019/alc/a/a)