Deutsche Inflationsrate dürfte Anfang 2017 über die Marke von 1% steigen


30.11.16 11:46
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das US-BIP-Wachstum im 3. Quartal ist mit Veröffentlichung der 2. Schätzung von 2,9% auf 3,2% in annualisierter Rechnung korrigiert worden, so die Analysten von Postbank Research.

Die Aufwärtsrevision sei dabei in erster Linie auf den privaten Verbrauch zurückzuführen gewesen, der um 2,8% statt 2,1% zugelegt und damit zusätzliche 0,4 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum beigesteuert habe. Während der Außenhandel mit 0,9 Prozentpunkten ebenfalls einen marginal höheren Wachstumsbeitrag geliefert habe, hätten die Unternehmensinvestitionen noch deutlicher als zunächst ausgewiesen enttäuscht. Nach einer ohnehin nur sehr verhaltenen Belebung nach dem schwachen Winterhalbjahr hätten diese im Vergleich zum Vorquartal stagniert. Insgesamt würden die Daten nach der Revision einmal mehr die Rolle des privaten Verbrauchs als wesentlicher Wachstumstreiber der US-Wirtschaft im Jahr 2016 verdeutlichen.

Die deutsche Inflationsrate habe im November vorläufigen Berechnungen zufolge wie schon im Vormonat bei 0,8% gelegen. Auftrieb habe sie dabei von den Nahrungsmittelpreisen erhalten, die nach Stagnation im Oktober im November um 1,2% über ihrem Niveau im Vorjahresmonat gelegen hätten. Hingegen habe sich die Preisdynamik bei Dienstleistungen von 1,3% auf 1,1% abgeschwächt. Als Belastungsfaktor hätten sich auch die Energiepreise erwiesen, die angesichts des Anfang November deutlich gesunkenen Ölpreises im laufenden Monat um 2,7% und damit wieder deutlicher als noch im Oktober (-1,4%) unter ihrem Vorjahresniveau gelegen hätten. Für den Fall, dass sich der Ölpreis in den kommenden Monaten zwischen 45 und 50 USD je Barrel stabilisiere, dürfte die deutsche Inflationsrate Anfang 2017 über die Marke von 1% steigen.

Wie auch die deutsche Inflationsrate dürfte die EWU-Inflationsrate vor diesem Hintergrund mit 0,5% ebenfalls auf ihrem Vormonatsniveau verharrt haben, in den kommenden Monaten aber ebenfalls über 1% steigen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sei in den letzten zwei Jahren kontinuierlich gesunken, woran auch der Flüchtlingszustrom nichts geändert habe. Da in einigen Regionen mittlerweile Vollbeschäftigung herrsche und Unternehmen vermehrt berichten würden, dass die Qualifikationen der Bewerber ihren Anforderungen nur unzureichend entsprechen würden, würden die Analysten aber kurzfristig wieder einen kontinuierlichen, moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit, allerdings noch nicht im November erwarten.

Die wachsende Bedeutung des Online-Weihnachtsgeschäfts spreche dafür, dass überdurchschnittlich viele Personen in den Bereichen Versandhandel und Logistik im November eine Beschäftigung hätten aufnehmen können. Die Analysten würden daher mit einem leichten Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 5 Tsd. rechnen, womit die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 6,0% verharren dürfte. (30.11.2016/alc/a/a)