Deutsche Inflationsrate im März auf 0,3% gestiegen


31.03.16 09:47
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Inflationsrate ist im März nach vorläufigen Berechnungen von 0,0% auf 0,3% gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe, sei der Anstieg dabei auf kräftige Steigerungen bei den Nahrungsmittel- und Dienstleistungspreisen zurückzuführen gewesen, deren Veränderungsraten zum Vorjahresmonat von 0,8% auf 1,3% beziehungsweise von 0,9% auf 1,6% zugelegt hätten. Vorab veröffentlichte Detaildaten aus einzelnen Bundesländern würden darauf hindeuten, dass bei den Dienstleistungen insbesondere die Preise für Freizeitaktivitäten und Hotelübernachtungen deutlich zugelegt hätten, was auf die frühe Lage des Osterfests und die damit verbundenen freien Tage zurückgeführt werden könne.

Trotz eines kräftigen Anstiegs des Ölpreises im März hätten hingegen die Energiepreise, die mit 8,9% nochmals deutlicher alszuletzt unter ihrem Niveau des Vorjahresmonats gelegen hätten, die Preisentwicklung weiter belastet. Angesichts der Einmaleffekte bei den Dienstleistungen erwarte man aber bereits für den kommenden Monat eine Gegenbewegung bei der deutschen Inflationsrate.

Das EWU-Wirtschaftsvertrauen sei im März um 0,9 auf 103,0 Punkte gefallen. Der Rückgang habe dabei auf einer breiten Basis gestanden, da mit Ausnahme des Einzelhandelsvertrauens alle Teilindikatoren Rücksetzer gezeigt hätten. So sei das Industrievertrauen von (revidiert) -4,1 auf -4,2 Punkte gesunken. Beim Verbrauchervertrauen seien die vorläufigen Daten mit einem Rückgang von -8,8 auf -9,7 Punkte bestätigt worden. Die Konjunktursorgen in der Eurozone aufgrund der weltweit schwächeren Wachstumsdynamik scheinen damit noch nicht ausgestanden zu sein, auch wenn der Index für das Wirtschaftsvertrauen sich trotz des jüngsten Rückgangs oberhalb seines langfristigen Durchschnitts von 100,0 Punkten habe behaupten können.

Der deutsche Arbeitsmarkt sei stark ins Jahr 2016 gestartet. Im Januar/Februar sei die Zahl der Arbeitslosen kumuliert um 30.000 Personen gefallen. Noch stärker sei die Bilanz bei der Zahl der Erwerbstätigen gewesen, die alleine im Januar um 74.000 gestiegen sei. Diese positive Entwicklung dürfte aber durch das ungewöhnlich milde Winterwetter überzeichnet sein. Deshalb rechne man für März mit einem schwächeren Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um saisonbereinigt 5.000 Personen, womit die Arbeitslosenquote bei 6,2% verharren sollte.

Angesichts der aufgrund von Einmaleffekten höheren Dynamik bei den deutschen Verbraucherpreisen erwarte man für die EWU-Inflationsrate im März einen deutlicheren Anstieg von -0,2% auf 0,1%. Die Kerninflationsrate sollte von 0,8% auf 1,0% zulegen. (31.03.2016/alc/a/a)