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Deutsche Bundesanleihen: deutlicher Renditeanstieg erwartet
08.08.12 10:47
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Präsident Draghis Aussagen in London waren eine große Überraschung: Auf seiner zweiten Pressekonferenz im August holte er die zu optimistisch gewordenen Marktteilnehmer dann auf den Boden der Tatsachen zurück, so die Experten von AXA Investment Managers.
Draghi habe jetzt sehr deutlich gesagt, dass die EZB vor allem kurzlaufende Anleihen im Blick habe, um den geldpolitischen Transmissionsmechanismus wieder in Gang zu bringen. Umfangreiche Interventionen in sämtlichen Laufzeitbereichen habe er nicht einmal ansatzweise angedeutet, sodass die Enttäuschung überwogen habe. Die Spreads länger laufender Peripherieländeranleihen hätten sich stark ausgeweitet, die Aktienmärkte hätten nachgegeben.
Die Experten würden aber glauben, dass die EZB zumindest etwas Klarheit über ihre zukünftige Richtung geschaffen habe. Sie werde den Kurs einer Euro-Rettung "um jeden Preis" nicht mehr verlassen können. Obwohl mutige Zentralbankmaßnahmen auf kurze Sicht meist günstig für risikobehaftete Wertpapiere seien, wäre es aber voreilig, ihre Gewichtung jetzt signifikant zu erhöhen. Präsident Draghi habe keinen Zweifel daran gelassen, dass es jetzt vor allem Sache der Regierungen sei, das Vertrauen wiederherzustellen - indem sie die Staatsfinanzen konsolidieren würden. Die Risiken würden daher weiter hoch bleiben.
Der "Draghi Put" habe das Risiko eines deutlichen Kurseinbruchs an den Aktienmärkten zumindest etwas verringert. Umso größer seien aber die konjunkturellen Risiken geworden, für den Euroraum ebenso wie für die USA.
Folglich würden die Experten ihre Untergewichtung von Aktien einstweilen beibehalten. Sie würden aber bei ihrer im Folgenden beschriebenen Einschätzung kürzerlaufender Peripherieländerpapiere bleiben. Im Aktienbereich würden sie weiter auf die in ihrer Juli-Strategie dargestellten Länderallokation setzen.
Die Experten von AXA Investment Managers möchten noch einmal ihre positive Einschätzung kurzlaufender Peripherieländeranleihen hervorheben - den so genannten "Draghi Put". Die Laufzeiten der Investoren entsprächen weitgehend dem Dreijahrestender der EZB. Falls man über eine Verlängerung ihrer Portfolioduration nachdenke, gebe man der Versuchung nicht nach - man warte besser noch ab: Längerlaufende Anleihen könnten ein gutes Langfristinvestment sein, dürften aber in den kommenden Wochen sehr volatil bleiben. Dies werde vermutlich mindestens so lange anhalten, bis mehr Klarheit über die Einzelheiten der EZB-Interventionen und die Reaktionen der italienischen und der spanischen Regierung auf die Aktivierung des EFSF und des ESM bekannt seien.
Bei deutschen Bundesanleihen würden die Experten nicht mit einem deutlichen Renditeanstieg rechnen. Sie seien aber nach wie vor ein wichtiges Instrument zur Portfolioabsicherung. Die Experten würden unverändert davon ausgehen, dass sich die Bundesanleiherenditen weiter auf niedrigem Niveau und in einem engen Handelskorridor bewegen würden. Die sehr niedrigen Kurzfristrenditen und die anhaltende Rezession im Euroraum würden einen Anstieg verhindern. Die Renditen dürften kaum auf den von den Experten geschätzten risikoadjustierten fairen Wert steigen, der zurzeit unter der 2%-Marke liege. (Ausgabe August 2012) (08.08.2012/alc/a/a)
Draghi habe jetzt sehr deutlich gesagt, dass die EZB vor allem kurzlaufende Anleihen im Blick habe, um den geldpolitischen Transmissionsmechanismus wieder in Gang zu bringen. Umfangreiche Interventionen in sämtlichen Laufzeitbereichen habe er nicht einmal ansatzweise angedeutet, sodass die Enttäuschung überwogen habe. Die Spreads länger laufender Peripherieländeranleihen hätten sich stark ausgeweitet, die Aktienmärkte hätten nachgegeben.
Die Experten würden aber glauben, dass die EZB zumindest etwas Klarheit über ihre zukünftige Richtung geschaffen habe. Sie werde den Kurs einer Euro-Rettung "um jeden Preis" nicht mehr verlassen können. Obwohl mutige Zentralbankmaßnahmen auf kurze Sicht meist günstig für risikobehaftete Wertpapiere seien, wäre es aber voreilig, ihre Gewichtung jetzt signifikant zu erhöhen. Präsident Draghi habe keinen Zweifel daran gelassen, dass es jetzt vor allem Sache der Regierungen sei, das Vertrauen wiederherzustellen - indem sie die Staatsfinanzen konsolidieren würden. Die Risiken würden daher weiter hoch bleiben.
Folglich würden die Experten ihre Untergewichtung von Aktien einstweilen beibehalten. Sie würden aber bei ihrer im Folgenden beschriebenen Einschätzung kürzerlaufender Peripherieländerpapiere bleiben. Im Aktienbereich würden sie weiter auf die in ihrer Juli-Strategie dargestellten Länderallokation setzen.
Die Experten von AXA Investment Managers möchten noch einmal ihre positive Einschätzung kurzlaufender Peripherieländeranleihen hervorheben - den so genannten "Draghi Put". Die Laufzeiten der Investoren entsprächen weitgehend dem Dreijahrestender der EZB. Falls man über eine Verlängerung ihrer Portfolioduration nachdenke, gebe man der Versuchung nicht nach - man warte besser noch ab: Längerlaufende Anleihen könnten ein gutes Langfristinvestment sein, dürften aber in den kommenden Wochen sehr volatil bleiben. Dies werde vermutlich mindestens so lange anhalten, bis mehr Klarheit über die Einzelheiten der EZB-Interventionen und die Reaktionen der italienischen und der spanischen Regierung auf die Aktivierung des EFSF und des ESM bekannt seien.
Bei deutschen Bundesanleihen würden die Experten nicht mit einem deutlichen Renditeanstieg rechnen. Sie seien aber nach wie vor ein wichtiges Instrument zur Portfolioabsicherung. Die Experten würden unverändert davon ausgehen, dass sich die Bundesanleiherenditen weiter auf niedrigem Niveau und in einem engen Handelskorridor bewegen würden. Die sehr niedrigen Kurzfristrenditen und die anhaltende Rezession im Euroraum würden einen Anstieg verhindern. Die Renditen dürften kaum auf den von den Experten geschätzten risikoadjustierten fairen Wert steigen, der zurzeit unter der 2%-Marke liege. (Ausgabe August 2012) (08.08.2012/alc/a/a)


