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Deutsche Bundesanleihen: Eher schwache Woche versöhnlich beendet


24.02.25 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Bundesanleihen beenden eine eher schwache Woche dann doch versöhnlich, so die Analysten der Nord LB.

Habe es am Donnerstag noch danach ausgesehen, dass die Renditen zehnjähriger Bunds in Summe um bis zu 10bp auf Wochensicht fallen würden, habe sich am Freitag ein anderes Bild ergeben. Bunds seien gesucht gewesen (die Renditen seien um -7bp auf 2,47% gefallen). Die insgesamt etwas enttäuschenden Zahlen der Einkaufsmanagerindices hätten die Sorgen über den wirtschaftlichen Ausblick wieder in den Vordergrund der Marktteilnehmer rücken lassen.

Bei amerikanischen Staatsanleihen sorge derzeit indes ein Gerücht für Furore. Der Präsident der Vereinigten Staaten könnte ausländische Gläubiger der USA ggf. zwingen, ihre Staatsanleihen in Papiere mit ultralangen Laufzeiten umzutauschen. Dieses Szenario erscheine derzeit zwar unmöglich, resp. undenkbar, trotzdem bereite sich der Bondmarkt auf neue Disruptionen in der globalen Finanzordnung vor. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichte über diesen Sachverhalt unter dem Namen "Mar-a-Lago Accord" in Anspielung auf das Plaza-Abkommen von 1985 und das Bretton-Woods-Abkommen von 1944.

Bei der EZB gebe es ein neues Regelwerk für die die Nutzung der Bonitätsbewertungen externer Ratingagenturen. Betroffen seien u. a. Unternehmensanleihen und unbesicherte Bankenanleihen. In der Zukunft werde die EZB nur noch das zweitbeste Rating zur Bestimmung der Kreditqualität der Sicherheiten heranziehen (dies solle auch für Schuldentitel des öffentlichen Sektors aus Ländern außerhalb der Euro-Zone gelten). Bisher verwende die EZB noch das beste Rating der Bonitätsstufen. Für Staatsanleihen ändere sich natürlich nichts. Hier werde auch weiter das "beste" Rating zu Grunde gelegt. Das genaue Datum (ab wann die Vorschriften in Kraft treten sollten) sei noch nicht bekannt gegeben worden, erwartet werde es aber frühestens in 1,5 Jahren.

In dieser Woche stünden zunächst einige Stimmungsindikatoren an. Am Montag rücke der ifo-Geschäftsklimaindex in den Fokus. Zuletzt hätten die Umfrageergebnisse unter Finanzmarktexperten eine recht deutliche Stimmungsaufhellung gezeigt, doch habe sich beispielsweise im Dezember gezeigt, dass diese nicht unbedingt auf die Unternehmenslenker überspringen müsse. Am Mittwoch folge das GfK-Verbrauchervertrauen, am Donnerstag das Economic Sentiment in der Eurozone. Der Freitag gehöre wiederum den harten Konjunkturindikatoren mit u.a. den Februar-Inflationszahlen für Deutschland sowie den PCE-Daten im Januar in den USA. (24.02.2025/alc/a/a)