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Deka-EZB-Kompass: Im Landeanflug


26.07.23 10:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Deka-EZB-Kompass ist im Juni auf nur noch 4,8 Punkte gesunken und liefert damit kein signifikantes Signal mehr, dass die EZB die Leitzinsen weiter anheben sollte, so die Analysten der DekaBank.

Allerdings werde seine Interpretation erschwert durch die Heterogenität das makroökonomischen Datenkranzes. Während die Konjunktursäule auf Abwärtsrisiken für die ohnehin schwache wirtschaftliche Dynamik hindeute, befinde sich die Inflationssäule trotz ihres Rückgangs auf einem immer noch erhöhten Niveau.

Bei der morgigen Ratssitzung sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit einer erneuten Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte zu rechnen, nachdem Präsidentin Lagarde und andere Ratsmitglieder diese Absicht klar signalisiert hätten. Allerdings gab eine ganze Reihe von Notenbankern in der vergangenen Woche auch zu verstehen, dass ihre Entscheidung bei der nächsten Ratssitzung am 14. September offen sei und von der dann herrschenden Datenlage abhänge, so die Analysten der DekaBank. Folglich werde es bei der morgigen Pressekonferenz zum einen darum gehen, welche Faktoren dafür sprechen könnten, die Leitzinsen im September nicht weiter anzuheben. Zum anderen werde die EZB versuchen klarzustellen, dass zeitnahe Leitzinssenkungen aufgrund des derzeitigen Inflationsausblicks unwahrscheinlich seien.

Markterwartungen, dass die Leitzinsen schon früh im kommenden Jahr gesenkt werden könnten, hätten die EZB in den vergangenen Monaten erkennbar gestört. Und wenn sie nun ein mögliches Ende der Leitzinserhöhungen in Aussicht stelle, könnten derartige Erwartungen in unerwünschter Weise wiederaufleben. (26.07.2023/alc/a/a)