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Dauerhafte Risikoprämie für britische Vermögenswerte
21.10.22 13:05
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Nach der Enttäuschung über die Inflationsdaten in der vergangenen Woche sind die US-Renditen gestiegen, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Das habe die Märkte dazu veranlasst, einen Höchststand der FED-Zinsen von mehr als 5 Prozent im Jahr 2023 einzupreisen. Robuste Unternehmensgewinne hätten jedoch dazu beigetragen, dass Risikoanlagen relativ stabil gehandelt würden, auch wenn die makroökonomische Situation weiterhin Rezessionsängste für das kommende Jahr wecke.
Wenn das Wachstum zum Stillstand komme, werde es für die Unternehmen unserer Meinung nach immer schwieriger, die Gewinnerwartungen zu übertreffen. Derweil sollte das gute Abschneiden der Banken nicht allzu sehr überraschen, da sich die Nettozinsmargen bei steigenden Zinsen verbessern würden.
Es werde erwartet, dass die US-Notenbank die Zinsen am 2. November um 75 Basispunkte auf 3,875 Prozent anheben werde. Die Debatte konzentriere sich eher darauf, ob es Signale geben werde, dass die FED in der Folge eine Verlangsamung der Zinserhöhungen beabsichtige. Anzeichen für eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt könnten bei dieser Einschätzung helfen.
Mit Blick auf die Inflation würden die Experten weiterhin sinkende Mieten und Kosten für die medizinische Versorgung sehen. Das dürfte sich im Laufe der kommenden Monate in den offiziellen Daten niederschlagen. Vor diesem Hintergrund seien sie weiterhin zuversichtlich, dass die Zinssätze ihren Höchststand unter 5 Prozent erreichen würden. Das deute darauf hin, dass US-Staatsanleihen nicht weit von ihrem fairen Wert entfernt seien.
Auf der anderen Seite des Atlantiks würden die Experten davon ausgehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen kommende Woche um 75 Basispunkte auf 1,5 Prozent anheben werde. Die Inflation in der Eurozone könnte bis Anfang 2023 weiter überschießen. Vor diesem Hintergrund würden EZB-Chefin Christine Lagarde und ihre Kollegen kaum eine andere Wahl haben, als die Zinssätze in den restriktiven Bereich zu erhöhen - selbst wenn sich die Wirtschaft weiter verlangsame.
In Großbritannien seien Premierministerin Liz Truss und das unsägliche "Mini-Budget Geschichte. Die Regierung habe das Vertrauen in die Wirtschaft zerstört, die Kreditkosten erhöht und das Ansehen des Landes auf internationaler Ebene erheblich beeinträchtigt. Das erinnere daran, dass Glaubwürdigkeit und Vertrauen lange errungen werden müssten - aber auch schnell verloren gehen könnten. Infolgedessen würden die Experten erwarten, dass britische Vermögenswerte mit einer dauerhaften Risikoprämie versehen sein würden.
Die Wirtschaftsaussichten würden jetzt wesentlich schlechter aussehen als zum Zeitpunkt der letzten Sitzung der Bank of England (BoE). Daher sei es unwahrscheinlich, dass sie die Zinsen zu aggressiv anheben und den Immobilienmarkt gefährden wolle - es sei denn, sie befürchte, dass eine zu wenig restriktive Reaktion zu einer erneuten Schwäche des Pfunds führen könnte.
Grundsätzlich sei es im aktuellen Umfeld weiterhin schwierig, eine konstruktivere Haltung einzunehmen, solange die Experten nicht zuversichtlich seien, dass die Zinserwartungen in den USA ihren Höhepunkt erreicht hätten und sich die Aussichten für die Renditen ändern könnten. Dies wiederum führe dazu, dass man auf bessere Nachrichten von der Inflationsseite warten müsse, was eine gewisse Geduld erfordere. Gleichzeitig würden die Experten jedoch in den aktuellen Niveaus der Renditen und Spreads Potenzial sehen und seien daher geneigt, mit Blick auf einen längerfristigen Zeithorizont Risiken einzugehen. (21.10.2022/alc/a/a)
Das habe die Märkte dazu veranlasst, einen Höchststand der FED-Zinsen von mehr als 5 Prozent im Jahr 2023 einzupreisen. Robuste Unternehmensgewinne hätten jedoch dazu beigetragen, dass Risikoanlagen relativ stabil gehandelt würden, auch wenn die makroökonomische Situation weiterhin Rezessionsängste für das kommende Jahr wecke.
Wenn das Wachstum zum Stillstand komme, werde es für die Unternehmen unserer Meinung nach immer schwieriger, die Gewinnerwartungen zu übertreffen. Derweil sollte das gute Abschneiden der Banken nicht allzu sehr überraschen, da sich die Nettozinsmargen bei steigenden Zinsen verbessern würden.
Es werde erwartet, dass die US-Notenbank die Zinsen am 2. November um 75 Basispunkte auf 3,875 Prozent anheben werde. Die Debatte konzentriere sich eher darauf, ob es Signale geben werde, dass die FED in der Folge eine Verlangsamung der Zinserhöhungen beabsichtige. Anzeichen für eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt könnten bei dieser Einschätzung helfen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks würden die Experten davon ausgehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen kommende Woche um 75 Basispunkte auf 1,5 Prozent anheben werde. Die Inflation in der Eurozone könnte bis Anfang 2023 weiter überschießen. Vor diesem Hintergrund würden EZB-Chefin Christine Lagarde und ihre Kollegen kaum eine andere Wahl haben, als die Zinssätze in den restriktiven Bereich zu erhöhen - selbst wenn sich die Wirtschaft weiter verlangsame.
In Großbritannien seien Premierministerin Liz Truss und das unsägliche "Mini-Budget Geschichte. Die Regierung habe das Vertrauen in die Wirtschaft zerstört, die Kreditkosten erhöht und das Ansehen des Landes auf internationaler Ebene erheblich beeinträchtigt. Das erinnere daran, dass Glaubwürdigkeit und Vertrauen lange errungen werden müssten - aber auch schnell verloren gehen könnten. Infolgedessen würden die Experten erwarten, dass britische Vermögenswerte mit einer dauerhaften Risikoprämie versehen sein würden.
Die Wirtschaftsaussichten würden jetzt wesentlich schlechter aussehen als zum Zeitpunkt der letzten Sitzung der Bank of England (BoE). Daher sei es unwahrscheinlich, dass sie die Zinsen zu aggressiv anheben und den Immobilienmarkt gefährden wolle - es sei denn, sie befürchte, dass eine zu wenig restriktive Reaktion zu einer erneuten Schwäche des Pfunds führen könnte.
Grundsätzlich sei es im aktuellen Umfeld weiterhin schwierig, eine konstruktivere Haltung einzunehmen, solange die Experten nicht zuversichtlich seien, dass die Zinserwartungen in den USA ihren Höhepunkt erreicht hätten und sich die Aussichten für die Renditen ändern könnten. Dies wiederum führe dazu, dass man auf bessere Nachrichten von der Inflationsseite warten müsse, was eine gewisse Geduld erfordere. Gleichzeitig würden die Experten jedoch in den aktuellen Niveaus der Renditen und Spreads Potenzial sehen und seien daher geneigt, mit Blick auf einen längerfristigen Zeithorizont Risiken einzugehen. (21.10.2022/alc/a/a)


