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Covered Bonds: Neuemissionstätigkeit insgesamt durchwachsen
27.06.18 11:15
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen fünf Handelstagen wurden drei neue EUR-Benchmarks im Covered Bond-Segment am Markt platziert, so Dr. Frederik Kunze von der Nord LB.
Den Auftakt habe am vergangenen Mittwoch die Deutsche Hypothekenbank AG (Deutsche Hypo) mit einer in Euro denominierten Benchmark gegeben. Der hypothekarisch-besicherte Pfandbrief (ISIN DE000DHY4960 / WKN DHY496) mit einer Laufzeit von acht Jahren sei mit einem Volumen von EUR 500 Mio. emittiert worden. Der Bond sei mit einer Guidance von ms -4 Bp area in die Vermarktungsphase gestartet und bei ms -5 Bp gefixt worden. Die Bid-to-Cover Ratio des Aa1 gerateten Bonds habe bei 1,15 gelegen. Investorenseitig sei der größte Anteil bei Central Banks and Official Institutions (36%) entfallen, gefolgt von Banken (30%) und Fonds (20%). Bei der geographischen Verteilung habe Deutschland mit 84% den größten Anteil auf sich vereint. Auf asiatische Investoren seien 5% des Volumens allokiert worden.
Am darauf folgenden Donnerstag sei die Royal Bank of Canada (RBC) mit einem Covered Bond (ISIN XS1847633119 / WKN A192S6) an den Markt gegangen. Der Reoffer-Spread der in Euro denominierten Benchmark über EUR 1,5 Mrd. mit einer Laufzeit von fünf Jahren habe sich nach einer anfänglichen Guidance von ms +6 Bp area auf ms +2 Bp eingeengt. Das Orderbuch habe sich auf EUR 2,2 Mrd. summiert, was einer Bid-to-Cover Ratio von 1,47 entspreche.
Nachdem der neuseeländische Emittent Bank of New Zealand (BNZ) im Rahmen seiner Road Show für eine EUR-Emission zunächst offen gelassen habe, ob ein Senior Unsecured oder ein Covered Bond ins Auge gefasst werde, habe sich der Emittent schließlich für die Emission einer gedeckten Anleihe (ISIN XS1850289171) über EUR 750 Mio. entschieden. Der Covered Bond sei mit einer Laufzeit von sieben Jahren als Soft Bullet-Bond begeben worden. Nachdem die von Moody's und Fitch mit Aaa bzw. AAA bewertete EUR-Benchmarkanleihe mit ms +18 Bp area in die Vermarktungsphase gestartet sei, habe sich der Spread auf ms +15 Bp eingeengt.
In der aktuellen Handelswoche seien außerdem bereits zwei Taps im Covered Bond-Segment erfolgt. So habe der finnische Emittent Oma Savings Bank am gestrigen Dienstag seine Subbenchmark (OMASST 0,125 12/12/22) über EUR 250 Mio. erfolgreich um EUR 100 Mio. aufgestockt. Die Oma Savings Bank habe mit dieser gedeckten Anleihe mit einer ursprünglichen Laufzeit von viereinhalb Jahren im Dezember des vorherigen Jahres ihr Debut im Subbenchmark-Segment gegeben. Der gestrige Tap sei mit ms +6 Bp area in die Vermarktungsphase gegangen und auch auf diesem Niveau gefixt worden.
Mit der Commerzbank habe am gleichen Tag auch ein deutscher Covered Bond-Emittent eine ausstehende Anleihe aufgestockt. Der Emittent habe entsprechend für einen Tap seines hypothekarisch-besicherten Covered Bonds (CMZB 0,625% 05/28/25) im Volumen von ursprünglich EUR 500 Mio. mandatiert. Die Initial Guidance für den Tap über EUR 500 Mio. sei bei ms -6 Bp area festgesetzt worden. Bei der Transaktion habe die Commerzbank auf ein Volumen in Höhe von mindestens EUR 250 Mio. abgezielt. Der Reoffer-Spread sei schließlich bei ms -7 Bp gefixt worden. Das neue ausstehende Volumen für den Covered Bond liege somit bei EUR 1,0 Mrd.
Der ABANCA Corporación Bancaria (ABANCA) sei als 118. Emittenten das Covered Bond Label verliehen worden. Dies habe die Covered Bond Label Foundation (CBLF) in der vergangenen Handelswoche offiziell mitgeteilt. Damit würden derzeit 102 Emittenten aus weltweit 18 Jurisdiktionen dieses Siegel tragen, das insbesondere dem Ziel diene, die Qualität sowie die Sicherheit von Covered Bonds zu dokumentieren. Neben der Konformität mit den Konventionen des Covered Bond Labels setze eine Mitgliedschaft beim Label die regelmäßige Publikation von Harmonised Transparency Templates (HTT) voraus, die es den Marktteilnehmern und insbesondere Investoren ermögliche, sich über die wesentlichen Charakteristika der Covered Bond-Programme - also der Deckungsstöcke und emittierten Anleihen - zu informieren. Die Teilnahme von ABANCA am Covered Bond Label und die damit verbundene regelmäßige Veröffentlichung des HTTs sind nach Auffassung der Analysten der Nord LB sehr zu begrüßen.
Die Europäische Kommission habe die European Banking Authority (EBA) in einem Call for Advice um beratende Unterstützung mit Blick auf das Marktpotenzial von European Structured Notes (ESN) gebeten. Im Rahmen des EBA-reports sollte auch Auskunft über die Anwendbarkeit von "Best Practices" aus dem Covered Bond-Markt in Bezug auf die ESN bezogen auf SME- und Infrastrukturfinanzierungen gegeben werden. Nach einem Aufschub um zwei Monate stehe der EBA-Bericht nunmehr zum 30. Juni 2018 an.
Im Vorfeld des am gestrigen Dienstag in London abgehaltenen Public Hearings habe die EBA bereits Detailinformationen zum Report veröffentlicht. Der Präsentation mit einem Umfang von 22 Seiten sei unter anderem zu entnehmen, dass die europäischen Bankenregulierer einen Dual Recourse Mechanismus für Infrastrukturforderungen als nicht adäquat ansehen würden. Mit Blick auf SME befürworte die EBA hingegen die Einführung, empfehle aber umfangreiche Bedingungen. Zu nennen seien hier Vorgaben in Bezug auf die Granularität (Mindestanzahl von 500 Exposures im Pool), Konzentrationen (Anteil eines Schuldners von maximal 2% des Pools) und eine verpflichtende Mindestübersicherung von 30%.
In diesem Kontext ist nach unserer Auffassung die Aussage der EBA hervorzuheben, dass eine Abgrenzung der SME ESN- bzw. Covered Bond-Frameworks sichergestellt wird - auch um potenzielle Reputationsschäden vom Covered Bond-Segment abzuwenden, so die Analysten der Nord LB. Der Hinweis der Regulatoren auf eine möglicherweise notwendige ganzheitliche Überprüfung in Bezug auf die Risikogewichtung, die Covered Bonds mit einschließe, komme damit nach Auffassung der Analysten nicht überraschend.
Die Spreads würden auch nunmehr fast zwei Wochen nach der EZB-Ankündigung wenig Dynamik zeigen. Die jüngsten Neuemissionen und Taps würden auf eine insgesamt stabile Nachfrage auf Platzierungen im Covered Bond-Segment hindeuten. Die politische Lage in Italien bleibe Thema am Markt. Im Vergleich zur Vorwoche hätten sich die Spreads für italienische Covereds minimal ausgeweitet und würden damit auf einem vergleichsweise hohen Niveau verharren. (27.06.2018/alc/a/a)
Den Auftakt habe am vergangenen Mittwoch die Deutsche Hypothekenbank AG (Deutsche Hypo) mit einer in Euro denominierten Benchmark gegeben. Der hypothekarisch-besicherte Pfandbrief (ISIN DE000DHY4960 / WKN DHY496) mit einer Laufzeit von acht Jahren sei mit einem Volumen von EUR 500 Mio. emittiert worden. Der Bond sei mit einer Guidance von ms -4 Bp area in die Vermarktungsphase gestartet und bei ms -5 Bp gefixt worden. Die Bid-to-Cover Ratio des Aa1 gerateten Bonds habe bei 1,15 gelegen. Investorenseitig sei der größte Anteil bei Central Banks and Official Institutions (36%) entfallen, gefolgt von Banken (30%) und Fonds (20%). Bei der geographischen Verteilung habe Deutschland mit 84% den größten Anteil auf sich vereint. Auf asiatische Investoren seien 5% des Volumens allokiert worden.
Am darauf folgenden Donnerstag sei die Royal Bank of Canada (RBC) mit einem Covered Bond (ISIN XS1847633119 / WKN A192S6) an den Markt gegangen. Der Reoffer-Spread der in Euro denominierten Benchmark über EUR 1,5 Mrd. mit einer Laufzeit von fünf Jahren habe sich nach einer anfänglichen Guidance von ms +6 Bp area auf ms +2 Bp eingeengt. Das Orderbuch habe sich auf EUR 2,2 Mrd. summiert, was einer Bid-to-Cover Ratio von 1,47 entspreche.
Nachdem der neuseeländische Emittent Bank of New Zealand (BNZ) im Rahmen seiner Road Show für eine EUR-Emission zunächst offen gelassen habe, ob ein Senior Unsecured oder ein Covered Bond ins Auge gefasst werde, habe sich der Emittent schließlich für die Emission einer gedeckten Anleihe (ISIN XS1850289171) über EUR 750 Mio. entschieden. Der Covered Bond sei mit einer Laufzeit von sieben Jahren als Soft Bullet-Bond begeben worden. Nachdem die von Moody's und Fitch mit Aaa bzw. AAA bewertete EUR-Benchmarkanleihe mit ms +18 Bp area in die Vermarktungsphase gestartet sei, habe sich der Spread auf ms +15 Bp eingeengt.
In der aktuellen Handelswoche seien außerdem bereits zwei Taps im Covered Bond-Segment erfolgt. So habe der finnische Emittent Oma Savings Bank am gestrigen Dienstag seine Subbenchmark (OMASST 0,125 12/12/22) über EUR 250 Mio. erfolgreich um EUR 100 Mio. aufgestockt. Die Oma Savings Bank habe mit dieser gedeckten Anleihe mit einer ursprünglichen Laufzeit von viereinhalb Jahren im Dezember des vorherigen Jahres ihr Debut im Subbenchmark-Segment gegeben. Der gestrige Tap sei mit ms +6 Bp area in die Vermarktungsphase gegangen und auch auf diesem Niveau gefixt worden.
Der ABANCA Corporación Bancaria (ABANCA) sei als 118. Emittenten das Covered Bond Label verliehen worden. Dies habe die Covered Bond Label Foundation (CBLF) in der vergangenen Handelswoche offiziell mitgeteilt. Damit würden derzeit 102 Emittenten aus weltweit 18 Jurisdiktionen dieses Siegel tragen, das insbesondere dem Ziel diene, die Qualität sowie die Sicherheit von Covered Bonds zu dokumentieren. Neben der Konformität mit den Konventionen des Covered Bond Labels setze eine Mitgliedschaft beim Label die regelmäßige Publikation von Harmonised Transparency Templates (HTT) voraus, die es den Marktteilnehmern und insbesondere Investoren ermögliche, sich über die wesentlichen Charakteristika der Covered Bond-Programme - also der Deckungsstöcke und emittierten Anleihen - zu informieren. Die Teilnahme von ABANCA am Covered Bond Label und die damit verbundene regelmäßige Veröffentlichung des HTTs sind nach Auffassung der Analysten der Nord LB sehr zu begrüßen.
Die Europäische Kommission habe die European Banking Authority (EBA) in einem Call for Advice um beratende Unterstützung mit Blick auf das Marktpotenzial von European Structured Notes (ESN) gebeten. Im Rahmen des EBA-reports sollte auch Auskunft über die Anwendbarkeit von "Best Practices" aus dem Covered Bond-Markt in Bezug auf die ESN bezogen auf SME- und Infrastrukturfinanzierungen gegeben werden. Nach einem Aufschub um zwei Monate stehe der EBA-Bericht nunmehr zum 30. Juni 2018 an.
Im Vorfeld des am gestrigen Dienstag in London abgehaltenen Public Hearings habe die EBA bereits Detailinformationen zum Report veröffentlicht. Der Präsentation mit einem Umfang von 22 Seiten sei unter anderem zu entnehmen, dass die europäischen Bankenregulierer einen Dual Recourse Mechanismus für Infrastrukturforderungen als nicht adäquat ansehen würden. Mit Blick auf SME befürworte die EBA hingegen die Einführung, empfehle aber umfangreiche Bedingungen. Zu nennen seien hier Vorgaben in Bezug auf die Granularität (Mindestanzahl von 500 Exposures im Pool), Konzentrationen (Anteil eines Schuldners von maximal 2% des Pools) und eine verpflichtende Mindestübersicherung von 30%.
In diesem Kontext ist nach unserer Auffassung die Aussage der EBA hervorzuheben, dass eine Abgrenzung der SME ESN- bzw. Covered Bond-Frameworks sichergestellt wird - auch um potenzielle Reputationsschäden vom Covered Bond-Segment abzuwenden, so die Analysten der Nord LB. Der Hinweis der Regulatoren auf eine möglicherweise notwendige ganzheitliche Überprüfung in Bezug auf die Risikogewichtung, die Covered Bonds mit einschließe, komme damit nach Auffassung der Analysten nicht überraschend.
Die Spreads würden auch nunmehr fast zwei Wochen nach der EZB-Ankündigung wenig Dynamik zeigen. Die jüngsten Neuemissionen und Taps würden auf eine insgesamt stabile Nachfrage auf Platzierungen im Covered Bond-Segment hindeuten. Die politische Lage in Italien bleibe Thema am Markt. Im Vergleich zur Vorwoche hätten sich die Spreads für italienische Covereds minimal ausgeweitet und würden damit auf einem vergleichsweise hohen Niveau verharren. (27.06.2018/alc/a/a)



