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Contingent-Convertible-Anleihen mit hohen Kupons ausgestattet
27.04.12 15:07
Swisscanto
Zürich (www.anleihencheck.de) - Bei Contingent-Convertible-Anleihen (CoCos oder CoCo-Anleihen genannt) handelt es sich um spezielle Wandelanleihen, die bei einem bestimmten Ereignis in Aktienkapital gewandelt werden müssen, so die Experten von Swisscanto.
Daher auch der englische Begriff "Contingent", der "bedingt" oder "von etwas abhängig" bedeute. Das "bestimmte Ereignis" sei in diesem Fall das Absinken der Eigenkapitalquote unter eine vordefinierte Marke. Wenn also in einer künftigen Krisensituation das Kernkapital eines Instituts diese Marke unterschreite, werde Fremdkapital automatisch in Eigenkapital gewandelt. Die Einführung von CoCo-Anleihen sei eine logische Konsequenz aus den Erfahrungen der Finanz- und Bankenkrise und diene der Kapitalstärkung von Banken und Versicherungen.
"Die bisher von diesen Instituten ausgegebenen CoCo-Anleihen sind mit hohen Kupons zwischen sechs bis 15 Prozent ausgestattet. Der gesamte Kupon setzt sich zusammen aus dem risikolosen Zinssatz, einer Entschädigung für das Kreditrisiko sowie der Entschädigung für das Risiko, dass die Anleihe in Aktien des Unternehmens gewandelt werden könnte. Die letztgenannte Komponente macht den weitaus größten Teil des Kupons aus. Investoren, die eine renditesteigernde Ergänzung ihres Portfolios suchen, sollten die attraktiven Renditen der CoCo-Anleihen nicht außer Acht lassen", so Mirko Santucci, Manager des Fonds "Swisscanto (LU) Bond Invest CoCo".
Bisher seien CoCo-Anleihen von etablierten Banken wie Credit Suisse, Lloyds Bank und Rabobank sowie von einzelnen Versicherungsgesellschaften herausgegeben worden. Zuletzt sei auch von UBS eine Anleihe zur Stärkung des Eigenkapitals emittiert worden. Dabei handle es sich jedoch nicht um eine CoCo-Anleihe mit Wandlungspflicht in hartes Kernkapital, sondern um eine CoCo-Anleihe mit Forderungsverzicht. Falls der Anteil des Kernkapitals von UBS an den Aktiven unter fünf Prozent sinken sollte, würden Anleger keine UBS-Aktien erhalten, sondern ihr CoCo-Kapital komplett verlieren. Die FINMA (Schweizerische Finanzmarktaufsicht) lasse beide Lösungen - also CoCos mit Zwangswandlung und solche mit Forderungsverzicht - zur Verlusttragung ausdrücklich zu.
Derzeit seien CoCo-Papiere im Gesamtvolumen von rund 15,4 Milliarden Euro bei Anlegern platziert. Der Markt für CoCo-Anleihen sei also heute noch recht klein. "Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Erstens war die Emission von Banktiteln im Zuge der europäischen Schuldenkrise praktisch unmöglich. Zweitens war längere Zeit noch nicht klar, wie die gesetzlichen Eigenmittelvorschriften in verschiedenen Ländern im Detail ausfallen würden. In beiden Punkten hat sich die Situation in der Zwischenzeit erhellt. Wir erwarten deshalb, dass 2012 in Europa neue CoCo-Anleihen auf den Markt kommen werden und sich diese Assetklasse etablieren wird", so Santucci.
Um die strengeren Anforderungen an ihre Kapitalausstattung zu erfüllen, würden Banken weltweit eine Gesamtsumme von etwa 260 Milliarden Euro benötigen. Noch sei nicht klar, in welcher Form dieser Kapitalbedarf im Einzelnen gedeckt werde. Swisscanto, die Fondsgesellschaft der Schweizer Kantonalbanken, schätze jedoch, dass etwa 30 bis 40 Milliarden Euro auf CoCo-Anleihen entfallen dürften. Da die Aufnahme von Aktienkapital im Vergleich zur Kapitalbeschaffung mit CoCo-Anleihen teurer wäre, würden die bedingten Wandelanleihen als Lösung des Problems in den Vordergrund rücken. "Und um den verordneten Finanzierungsbedarf zu decken, müssen attraktive Renditen geboten werden. Diese Situation können Anleger gezielt nutzen", meine Santucci. (27.04.2012/alc/a/a)
Daher auch der englische Begriff "Contingent", der "bedingt" oder "von etwas abhängig" bedeute. Das "bestimmte Ereignis" sei in diesem Fall das Absinken der Eigenkapitalquote unter eine vordefinierte Marke. Wenn also in einer künftigen Krisensituation das Kernkapital eines Instituts diese Marke unterschreite, werde Fremdkapital automatisch in Eigenkapital gewandelt. Die Einführung von CoCo-Anleihen sei eine logische Konsequenz aus den Erfahrungen der Finanz- und Bankenkrise und diene der Kapitalstärkung von Banken und Versicherungen.
Bisher seien CoCo-Anleihen von etablierten Banken wie Credit Suisse, Lloyds Bank und Rabobank sowie von einzelnen Versicherungsgesellschaften herausgegeben worden. Zuletzt sei auch von UBS eine Anleihe zur Stärkung des Eigenkapitals emittiert worden. Dabei handle es sich jedoch nicht um eine CoCo-Anleihe mit Wandlungspflicht in hartes Kernkapital, sondern um eine CoCo-Anleihe mit Forderungsverzicht. Falls der Anteil des Kernkapitals von UBS an den Aktiven unter fünf Prozent sinken sollte, würden Anleger keine UBS-Aktien erhalten, sondern ihr CoCo-Kapital komplett verlieren. Die FINMA (Schweizerische Finanzmarktaufsicht) lasse beide Lösungen - also CoCos mit Zwangswandlung und solche mit Forderungsverzicht - zur Verlusttragung ausdrücklich zu.
Derzeit seien CoCo-Papiere im Gesamtvolumen von rund 15,4 Milliarden Euro bei Anlegern platziert. Der Markt für CoCo-Anleihen sei also heute noch recht klein. "Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Erstens war die Emission von Banktiteln im Zuge der europäischen Schuldenkrise praktisch unmöglich. Zweitens war längere Zeit noch nicht klar, wie die gesetzlichen Eigenmittelvorschriften in verschiedenen Ländern im Detail ausfallen würden. In beiden Punkten hat sich die Situation in der Zwischenzeit erhellt. Wir erwarten deshalb, dass 2012 in Europa neue CoCo-Anleihen auf den Markt kommen werden und sich diese Assetklasse etablieren wird", so Santucci.
Um die strengeren Anforderungen an ihre Kapitalausstattung zu erfüllen, würden Banken weltweit eine Gesamtsumme von etwa 260 Milliarden Euro benötigen. Noch sei nicht klar, in welcher Form dieser Kapitalbedarf im Einzelnen gedeckt werde. Swisscanto, die Fondsgesellschaft der Schweizer Kantonalbanken, schätze jedoch, dass etwa 30 bis 40 Milliarden Euro auf CoCo-Anleihen entfallen dürften. Da die Aufnahme von Aktienkapital im Vergleich zur Kapitalbeschaffung mit CoCo-Anleihen teurer wäre, würden die bedingten Wandelanleihen als Lösung des Problems in den Vordergrund rücken. "Und um den verordneten Finanzierungsbedarf zu decken, müssen attraktive Renditen geboten werden. Diese Situation können Anleger gezielt nutzen", meine Santucci. (27.04.2012/alc/a/a)


