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Die Chinesische Zentralbank überrascht die Märkte
22.08.23 11:07
BNY Mellon IM
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die Entscheidung der People's Bank of China, den Zins für fünfjährige Kredite nicht zu senken und den einjährigen Zinssatz weniger stark zu senken, hat den Markt überrascht und verwirrende Signale gesendet, so Aninda Mitra, Head of Asia Macro & Investment Strategy bei BNY Mellon Investment Management.
Der Markt sei zuletzt von einer deutlicheren Zinssenkung ausgegangen. Insbesondere, da die Refinanzierungssätze (mittelfristige Kreditfazilität und 7-Tage-Reverse-Repo-Satz) in der vergangenen Woche um 15 Basispunkte gesenkt worden seien, die Preise in der gesamten Wirtschaft in die Deflation abgerutscht seien und die Konjunkturdaten positiv überrascht hätten.
Vor diesem Hintergrund habe die Entscheidung, den einjährigen Leitzins um nur 10 Basispunkte auf 3,45% zu senken und den fünfjährigen Leitzins unverändert bei 4,20% zu belassen, die Hoffnungen auf eine rasche Lockerung zunichte gemacht und bei den Marktanalysten für Verwirrung gesorgt.
Die Experten würden davon ausgehen, dass dieser Schritt auf die anhaltende regierungsinterne Debatte über Art und Umfang der erforderlichen Lockerung, den verfügbaren politischen Spielraum und andere Risiken und Prioritäten zurückzuführen sei.
Aus Sicht der Experten seien vor allem drei Faktoren ausschlaggebend:
- Ein gewisses Zögern im Hinblick auf eine weitere Aushöhlung der Zinsdifferenz zwischen den steigenden US-Marktzinsen und den nachgebenden chinesischen Zinsen, die den Renminbi bereits unter Druck gesetzt hätten. Vielleicht möchten die Behörden in China die Einschätzungen der FED auf der Klausurtagung in Jackson Hole zu den strukturellen (und konjunkturellen) Entwicklungen in der US-Wirtschaft abwarten. Oder mehr Klarheit über die Entwicklung der US-Leitzinsen nach der FED-Sitzung im September.
- Ein weiterer möglicher Faktor: Eine Reihe von (wahrscheinlich behutsamen) fiskalischen Maßnahmen, die eine bedeutendere Rolle bei der Bekämpfung von Chinas Schulden-Deflationsspirale spielen könnten, seien bereits in Vorbereitung. Diese dürften darauf abzielen, die Cashflow-Risiken bei den Local Government Financing Vehicles (LGFVs) zu entschärfen und die Schuldenstabilität der lokalen Regierungen zu gewährleisten.
- Ein dritter Faktor, der häufig diskutiert werde, seien die Zinsmargen und Gewinne der Banken. Wenn diese unter Druck geraten würden, würde dies den Handlungsspielraum der PBoC einschränken. Dann müssten wir eine Senkung der Einlagenzinsen der Banken abwarten, bevor die PBOC sich mit der weniger riskanten Übertragung weiterer Senkungen der LPR-Sätze anfreunden kann, so die Experten von BNY Mellon Investment Management. Mit anderen Worten: Die weitere Lockerung werde eher durch Verzögerungen bei der Übertragung als durch harte Einschränkungen erschwert.
Aber was auch immer die Gründe für die Zurückhaltung der Politik sein mögen würden: Chinas BIP-Wachstum liege 2023 bis Ende Juni bei 4,8% und der Schuldenüberhang und die Gefahr einer Ansteckung der Finanzmärkte in Verbindung mit einer schwächeren Auslandsnachfrage würden das Risiko erhöhen, dass das Wachstumsziel nicht erreicht werde. (Ausgabe vom 21.08.2023) (22.08.2023/alc/a/a)
Der Markt sei zuletzt von einer deutlicheren Zinssenkung ausgegangen. Insbesondere, da die Refinanzierungssätze (mittelfristige Kreditfazilität und 7-Tage-Reverse-Repo-Satz) in der vergangenen Woche um 15 Basispunkte gesenkt worden seien, die Preise in der gesamten Wirtschaft in die Deflation abgerutscht seien und die Konjunkturdaten positiv überrascht hätten.
Vor diesem Hintergrund habe die Entscheidung, den einjährigen Leitzins um nur 10 Basispunkte auf 3,45% zu senken und den fünfjährigen Leitzins unverändert bei 4,20% zu belassen, die Hoffnungen auf eine rasche Lockerung zunichte gemacht und bei den Marktanalysten für Verwirrung gesorgt.
Die Experten würden davon ausgehen, dass dieser Schritt auf die anhaltende regierungsinterne Debatte über Art und Umfang der erforderlichen Lockerung, den verfügbaren politischen Spielraum und andere Risiken und Prioritäten zurückzuführen sei.
- Ein gewisses Zögern im Hinblick auf eine weitere Aushöhlung der Zinsdifferenz zwischen den steigenden US-Marktzinsen und den nachgebenden chinesischen Zinsen, die den Renminbi bereits unter Druck gesetzt hätten. Vielleicht möchten die Behörden in China die Einschätzungen der FED auf der Klausurtagung in Jackson Hole zu den strukturellen (und konjunkturellen) Entwicklungen in der US-Wirtschaft abwarten. Oder mehr Klarheit über die Entwicklung der US-Leitzinsen nach der FED-Sitzung im September.
- Ein weiterer möglicher Faktor: Eine Reihe von (wahrscheinlich behutsamen) fiskalischen Maßnahmen, die eine bedeutendere Rolle bei der Bekämpfung von Chinas Schulden-Deflationsspirale spielen könnten, seien bereits in Vorbereitung. Diese dürften darauf abzielen, die Cashflow-Risiken bei den Local Government Financing Vehicles (LGFVs) zu entschärfen und die Schuldenstabilität der lokalen Regierungen zu gewährleisten.
- Ein dritter Faktor, der häufig diskutiert werde, seien die Zinsmargen und Gewinne der Banken. Wenn diese unter Druck geraten würden, würde dies den Handlungsspielraum der PBoC einschränken. Dann müssten wir eine Senkung der Einlagenzinsen der Banken abwarten, bevor die PBOC sich mit der weniger riskanten Übertragung weiterer Senkungen der LPR-Sätze anfreunden kann, so die Experten von BNY Mellon Investment Management. Mit anderen Worten: Die weitere Lockerung werde eher durch Verzögerungen bei der Übertragung als durch harte Einschränkungen erschwert.
Aber was auch immer die Gründe für die Zurückhaltung der Politik sein mögen würden: Chinas BIP-Wachstum liege 2023 bis Ende Juni bei 4,8% und der Schuldenüberhang und die Gefahr einer Ansteckung der Finanzmärkte in Verbindung mit einer schwächeren Auslandsnachfrage würden das Risiko erhöhen, dass das Wachstumsziel nicht erreicht werde. (Ausgabe vom 21.08.2023) (22.08.2023/alc/a/a)


