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Chinesische Regierung wird das Wachstum weiterhin mit der Finanz- und Geldpolitik unterstützen


13.06.16 12:14
Aberdeen Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Aus Anlass des Staatsbesuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in China kommentiert Kevin Daly, Senior Investment Manager bei Aberdeen Asset Management, die Lage der Wirtschaft in der Volksrepublik und deren Auswirkung auf die Finanzmärkte:

Die jüngsten Schlagzeilen an den Märkten würden suggerieren, dass China eine Nation in ökonomischen Turbulenzen sei. Auch wenn es einige Sorge um die Abschwächung der Wirtschaft gebe - und den daraus folgenden Auswirkungen auf Anleihen der Emerging Markets - sollten sich Anleger klar machen, dass sich die Wirtschaft lediglich abschwäche und nicht kollabiere. Die steigenden politischen Risiken seien ein anderes Thema, das zu beachten sei, aber die Experten würden glauben, dass Präsident Xi Jinping den Fokus auf die Festigung seiner Macht bis zum 19. Parteikongress im Jahr 2018 legen werde.

China habe weniger Rohstoffe benötigt, welche zuvor das hohe Wachstumslevel befördert hätten, wie man es aus den Emerging Marktes gewöhnt gewesen sei. Dies sei noch verschärft worden durch die Tatsache, dass die Commodity-Preise den Rückgang von einer mehrere Jahre andauernden Preisblase fortgesetzt hätten. Dies stehe in direktem kausalen Zusammenhang mit der von China beförderten Verlangsamung des Wachstums seit dem Höhepunkt des Baubooms 2008.

Die Experten würden auch glauben, dass die Märkte auf die Abwertung des Yuan im August vergangenen Jahres überreagiert hätten. Dies sei ein Warnsignal gewesen, welches die Sorgen um die Geschwindigkeit und die Natur des Rückgangs der Wirtschaftsleistung befördert habe. Dabei sei es aber weniger um den Zustand der Wirtschaft als um die Marktliberalisierung und die Vorbereitung des Yuan für die Aufnahme in den Währungskorb mit Sonderbeziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds gegangen - zwei wichtige Schritte auf dem Weg zur Globalisierung der chinesischen Währung.

Darüber hinaus sei eine Abschwächung der Wirtschaft eine logische Konsequenz aus der Restrukturierung einer Investment getriebenen Wirtschaft hin zu einem mehr nachhaltigen Modell, das sich auf Konsum und Dienstleistungen stütze. Unter Berücksichtigung des glanzlosen externen Umfelds und trotz einiger politischer Fehlentscheidungen werde die Regierung nach Einschätzung der Experten das Wachstum auch weiterhin mit der Finanz- und Geldpolitik unterstützen. (13.06.2016/alc/a/a)