Erweiterte Funktionen

China zwischen Wachstum und Deflation


29.01.24 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Chinas reales BIP-Wachstum blieb im vierten Quartal mit 5,2 Prozent zum Vorjahr leicht hinter den Konsenserwartungen von 5,3 Prozent zurück, so die Analysten von Postbank Research.

Dies habe jedoch genügt, um das Wachstum für das Gesamtjahr 2023 auf 5,2 Prozent und damit über Pekings Wachstumsziel zu hieven.

Das Deflationsgespenst habe auch im Dezember sein Unwesen getrieben. Die Konsumentenpreise seien um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, die Produzentenpreise um weitere 2,7 Prozent.

Das Wachstum der Industrieproduktion habe sich im Dezember vor allem dank staatlicher Unterstützungen im Jahresvergleich auf 6,8 Prozent beschleunigt (nach 6,6 Prozent im November). Ähnliches gelte für die Anlageinvestitionen, die von Januar bis Dezember um 3,0 Prozent zugelegt hätten. Andererseits habe die Wachstumsdynamik der Einzelhandelsumsätze zum Jahresende auf hohem Niveau von 10,1 auf 7,4 Prozent abgenommen.

Für die meisten Marktteilnehmer überraschend habe Chinas Zentralbank (PBoC) den Zinssatz, zu dem sie ihrem Bankensystem Liquidität für ein Jahr zur Verfügung stelle, im Januar nicht abgesenkt, sondern den MLF-Satz bei 2,5 Prozent belassen.

Die Zurückhaltung sei auch der Schwäche des Yuan geschuldet, der 2023 zum Euro rund 7 Prozent abgewertet habe und seit Mitte Oktober in einem Band zwischen EUR/CNY (Chinesischer Renminbi Yuan) 7,70 und 7,90 mäandere. Bis Mitte 2024 könnte es in Richtung EUR/CNY 7,65 leicht aufwärts gehen, sollte die EZB ihren Lockerungszyklus beginnen und die PBoC von aggressiven Lockerungen absehen. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2024) (29.01.2024/alc/a/a)