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China: Der geldpolitische Spielraum der PBoC scheint begrenzt


25.07.24 09:43
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im zweiten Quartal blieb das BIP-Wachstum von China mit 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowohl hinter den Erwartungen von 5,1 Prozent als auch hinter den 5,3 Prozent des ersten Quartals zurück, so die Analysten von Postbank Research.

Neben der anhaltenden Immobilienkrise sei dafür vor allem die schwächere Binnennachfrage verantwortlich gewesen.

Diese belaste weiterhin die Preisdynamik: Nach 0,3 Prozent im Mai sei die jährliche Inflationsrate im Juni auf 0,2 Prozent gesunken, im Vergleich zum Vormonat habe sie sogar stagniert. Die Deflation der Erzeugerpreise habe sich von minus 1,4 auf minus 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt.

Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze sei im Juni auf 2,0 Prozent zurückgegangen. Nach 3,7 Prozent im Mai hätten Analysten ein Plus von 3,3 Prozent erwartet.

Im Gegensatz dazu sei das Wachstum der Industrieproduktion mit 5,3 Prozent vor allem aufgrund staatlicher Unterstützung gegenüber dem Vorjahr robust geblieben. Unterstützung komme auch aus dem Ausland. Im Juni seien Chinas Exporte um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Mit Blick auf die Währungsstabilität scheine der geldpolitische Spielraum der PBoC begrenzt. Sehe die PBoC weiterhin von aggressiveren Zinssenkungen zur Wachstumsstimulierung ab und setze die EZB ihre geldpolitische Lockerung im zweiten Halbjahr fort, könnte der Renminbi zum Euro bis Jahresende in Richtung EUR/CNY (Chinesischer Renminbi Yuan) 7,56 aufwerten. (Ausgabe Währungsbulletin August 2024) (25.07.2024/alc/a/a)