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China: Zentralbank und Regierung kündigen Konjunkturstützung an
08.10.24 11:00
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aufgrund der anhaltend schwachen Wirtschaftsentwicklung hat sich die chinesische Führung Ende September zu einem Maßnahmenbündel zur Konjunkturbelebung entschlossen, so die Analysten der DekaBank.
Der Leitzins sei um 20 Basispunkte auf 1,50% und die Mindestreservesätze um 50 Basispunkte gesenkt worden. Die Eigenkapitalanforderungen für Wohnungskäufer für die zweite Wohnung seien von 25% auf 15% gesenkt worden, um den Kauf von Wohnungen zu erleichtern. Aktienkäufe institutioneller Investoren würden finanziell gefördert, was zu deutlichen Kursanstiegen geführt habe. Zudem seien fiskalische Maßnahmen angekündigt worden, die nach Medienberichten unter anderem die Stärkung der Finanzlage der angeschlagenen Kommunen, eine Konsumbelebung und eine bessere Eigenkapitalausstattung der Großbanken zum Ziel hätten.
Eine aktivere Fiskalpolitik sei in der derzeitigen Lage sicherlich angemessen und die Abwärtsrisiken für die Konjunktur würden begrenzt, weshalb die Analysten die BIP-Prognose für 2025 von 4,2% auf 4,5% angehoben hätten. Die strukturellen Probleme seien nach Einschätzung der Analysten jedoch so groß, dass die Verunsicherung bei Unternehmen und Haushalten anhalten dürfe. Maßnahmen, die einen Abbau des Angebotsüberhangs am Immobilienmarkt zum Ziel hätten, seien zu begrüßen, würden jedoch vor allem in mittleren und kleineren Städten keine schnelle Trendwende bei Bautätigkeit und Preisentwicklung bringen. Strukturelle Maßnahmen zur Stärkung des Konsums, wie eine deutliche Verbesserung der öffentlichen Gesundheits- und Altersversorgung, erschienen wenig realistisch.
Perspektiven: Der Immobilienmarkt leide unter der Unsicherheit über die wirtschaftliche Solidität vieler Bauentwickler, was Banken und potenzielle Käufer vorsichtig agieren lasse. Hinzu komme ein struktureller Rückgang der Wohnungsnachfrage aufgrund der veränderten Demografie. Die Verbraucher seien vorsichtig geworden und dürften durch verstärkte Konsumanreize nur bedingt zu vermehrten Käufen zu bewegen sein. Unternehmen seien wegen der vielen Regulierungsmaßnahmen im Inland und der US-Sanktionen verunsichert, was wohl auch mittelfristig auf der Investitionsnachfrage lasten werde. Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung werde sich in den kommenden Jahren beschleunigen und dürfte zu einem Fachkräftemangel führen.
Der schwache Ausblick für die Weltwirtschaft spreche dafür, dass sich der Exportsektor bis auf Weiteres wenig dynamisch entwickeln werde. Schließlich bemühten sich die USA, den Fortschritt Chinas zumindest im Bereich der Hochtechnologie zu bremsen, während die Europäische Union Strafzölle wegen überhöhter Staatssubventionen für die Hersteller von Elektroautos beschlossen habe. Das angespannte Klima zwischen China und den westlichen Regierungen spreche dafür, dass internationale Unternehmen mit Investitionen in China zurückhaltend bleiben würden. Die Taiwan-Frage könnte in diesem Verhältnis zu einer Eskalation führen, sollte China den wirtschaftlichen oder gar militärischen Druck auf Taiwan stark erhöhen, um eine Wiedervereinigung zu forcieren. Sollte Donald Trump ins Amt des US-Präsidenten zurückkehren, drohe eine deutliche Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Produkte.
Länderrisiko: Aufgrund der geringen Abhängigkeit von Auslandskapital könne die Regierung die Risiken für das Finanzsystem trotz der hohen öffentlichen und privaten Schulden unter Kontrolle halten. Unter Verweis auf die hohen Schulden und die verschlechterten Wachstumsperspektiven hätten jedoch sowohl Moody’s als auch Fitch den Ratingausblick von stabil auf negativ verschlechtert. Die Ratings der Agenturen (S&P: A+; Moody‘s: A1; Fitch: A+) zeigten jedoch, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas insgesamt sehr hoch sei. (Ausgabe vom 07.10.2024) (08.10.2024/alc/a/a)
Der Leitzins sei um 20 Basispunkte auf 1,50% und die Mindestreservesätze um 50 Basispunkte gesenkt worden. Die Eigenkapitalanforderungen für Wohnungskäufer für die zweite Wohnung seien von 25% auf 15% gesenkt worden, um den Kauf von Wohnungen zu erleichtern. Aktienkäufe institutioneller Investoren würden finanziell gefördert, was zu deutlichen Kursanstiegen geführt habe. Zudem seien fiskalische Maßnahmen angekündigt worden, die nach Medienberichten unter anderem die Stärkung der Finanzlage der angeschlagenen Kommunen, eine Konsumbelebung und eine bessere Eigenkapitalausstattung der Großbanken zum Ziel hätten.
Perspektiven: Der Immobilienmarkt leide unter der Unsicherheit über die wirtschaftliche Solidität vieler Bauentwickler, was Banken und potenzielle Käufer vorsichtig agieren lasse. Hinzu komme ein struktureller Rückgang der Wohnungsnachfrage aufgrund der veränderten Demografie. Die Verbraucher seien vorsichtig geworden und dürften durch verstärkte Konsumanreize nur bedingt zu vermehrten Käufen zu bewegen sein. Unternehmen seien wegen der vielen Regulierungsmaßnahmen im Inland und der US-Sanktionen verunsichert, was wohl auch mittelfristig auf der Investitionsnachfrage lasten werde. Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung werde sich in den kommenden Jahren beschleunigen und dürfte zu einem Fachkräftemangel führen.
Der schwache Ausblick für die Weltwirtschaft spreche dafür, dass sich der Exportsektor bis auf Weiteres wenig dynamisch entwickeln werde. Schließlich bemühten sich die USA, den Fortschritt Chinas zumindest im Bereich der Hochtechnologie zu bremsen, während die Europäische Union Strafzölle wegen überhöhter Staatssubventionen für die Hersteller von Elektroautos beschlossen habe. Das angespannte Klima zwischen China und den westlichen Regierungen spreche dafür, dass internationale Unternehmen mit Investitionen in China zurückhaltend bleiben würden. Die Taiwan-Frage könnte in diesem Verhältnis zu einer Eskalation führen, sollte China den wirtschaftlichen oder gar militärischen Druck auf Taiwan stark erhöhen, um eine Wiedervereinigung zu forcieren. Sollte Donald Trump ins Amt des US-Präsidenten zurückkehren, drohe eine deutliche Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Produkte.
Länderrisiko: Aufgrund der geringen Abhängigkeit von Auslandskapital könne die Regierung die Risiken für das Finanzsystem trotz der hohen öffentlichen und privaten Schulden unter Kontrolle halten. Unter Verweis auf die hohen Schulden und die verschlechterten Wachstumsperspektiven hätten jedoch sowohl Moody’s als auch Fitch den Ratingausblick von stabil auf negativ verschlechtert. Die Ratings der Agenturen (S&P: A+; Moody‘s: A1; Fitch: A+) zeigten jedoch, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas insgesamt sehr hoch sei. (Ausgabe vom 07.10.2024) (08.10.2024/alc/a/a)


