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China: Weiterhin zwischen Wachstum und Deflation


04.03.24 08:35
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Verbraucherpreisdeflation in China verschärfte sich im Januar von minus 0,3 auf minus 0,8 Prozent im Jahresvergleich und lag damit unter den Marktprognosen von minus 0,5 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) sei weiter von plus 0,6 auf plus 0,4 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vormonat sei die Kernrate saisonbereinigt mit minus 0,1 Prozent in den deflationären Bereich gefallen. Immerhin würden die im Monatsvergleich stagnierenden Erzeugerpreise Erwartungen auf das Erreichen der Talsohle bei der Produzentenpreis-Deflation schüren.

Die schwache Preisdynamik sei vor allem auf den schrumpfenden Immobiliensektor, die dürftige Inlands- und Auslandsnachfrage, einen schwachen Arbeitsmarkt und einer Vertrauenskrise der Privatwirtschaft zurückzuführen. Dennoch sei der Caixin China General Composite PMI im Januar den 13. Monat in Folge über der Expansionsschwelle geblieben und habe mit 52,5 nur geringfügig unter dem Siebenmonatshoch vom Dezember gelegen.

Mit der bislang stärksten Senkung des Leitzinses für Immobilienkredite habe Peking im Februar dem angeschlagenen Immobiliensektor erneut unter die Arme gegriffen. Zuvor habe die PBoC auf eine üblicherweise vorausgehende Senkung der Liquiditätskosten für Banken verzichtet - wohl auch mit Blick auf die Stabilität des Yuan.

Bis Mitte 2024 könnte es in Richtung EUR/CNY 7,65 leicht aufwärts gehen, sollte die EZB ihren Lockerungszyklus beginnen und die PBoC von aggressiveren Zinssenkungen absehen. (Währungsbulletin März 2024) (04.03.2024/alc/a/a)