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China: Weiterhin schwache Preisdynamik


28.05.24 09:20
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Frühindikatoren in China deuteten auf ein robustes Wachstum zu Beginn des zweiten Quartals hin, so die Analysten von Postbank Research.

Und tatsächlich habe sich die Wachstumsdynamik der Industrieproduktion von 4,5 auf 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr beschleunigt. Allerdings scheine die Wachstumsdelle im Einzelhandel noch nicht durchschritten zu sein. Nach drei Monaten rückläufiger Wachstumsraten habe sich dieser Trend fortgesetzt: Chinas Einzelhändler hätten im April einen Umsatzanstieg von lediglich 2,3 Prozent zum Vorjahr verzeichnet.

In Chinas Baugewerbe stünden die Zeichen vor allem aufgrund starker staatlicher Infrastrukturprojekte weiterhin auf Expansion. Der entsprechende Sub-PMI habe im April ausgehend von einem hohen Niveau auf 56,3 Punkte zugelegt - trotz des nach wie vor kriselnden Wohnungsbaus.

Trotz einer leichten Beschleunigung der jährlichen Inflationsrate im April von 0,1 auf 0,3 Prozent bleibe die Preisdynamik weiterhin sehr schwach. Mit einer radikalen Verbesserung sei zunächst nicht zu rechnen, schließlich habe die Deflation der zeitlich vorlaufenden Erzeugerpreise im April angehalten.

Auch mit Blick auf ihre zuletzt wieder schwächelnde Währung habe die PBoC den Zins, zu dem sie ihren Geschäftsbanken Liquidität für ein Jahr bereitstelle, Mitte Mai bei 2,5 Prozent belassen. Sollten aggressivere Zinssenkungen auch zukünftig ausbleiben und die EZB die Zinswende im Juni einleiten, könnte der Renminbi zum Euro bis September 2024 leicht in Richtung EUR/CNY (Chinesischer Renminbi Yuan) 7,755 aufwerten. (Ausgabe Währungsbulletin Juni 2024) (28.05.2024/alc/a/a)