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China: Renditen auf Anleihemärkten steigen spürbar
15.05.17 11:20
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China deuten auf eine beginnende Abschwächung der Konjunkturdynamik hin, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".
Die Einkaufsmanagerindices sowohl für das Produzierende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor seien spürbar zurückgegangen. Sie lägen gleichwohl noch immer im expansiven Bereich und würden ein zwar schwächeres, aber noch immer klar positives Wirtschaftswachstum signalisieren. Nachdem Chinas Volkswirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres stärker expandiert habe als erwartet (+6,9% Jahresrate), würde auch im Falle einer moderaten Abschwächung in den kommenden Quartalen das Wachstumsziel der Pekinger Führung von 6 bis 6,5% noch nicht in Gefahr geraten. Angesichts dessen würden die Behörden nun offenbar ein weiteres Mal versuchen, mögliche Risikoquellen im Finanzsystem einzudämmen, vor allem im Schattenbanksektor.
Die Maßnahmen hätten bislang bereits zu spürbaren Renditeanstiegen im Interbankenmarkt sowie bei chinesischen Anleihen geführt. Die Anleiheemissionen chinesischer Unternehmen seien im April förmlich eingebrochen - über 150 bereits geplante Emissionen seien abgesagt worden. Das dürfte zusammen mit der leicht strafferen Geldpolitik der Notenbank zu einer Verschlechterung der monetären Rahmenbedingungen für die chinesische Volkswirtschaft führen und das Wirtschaftswachstum im weiteren Jahresverlauf bremsen.
Ein weiteres Warnsignal für Chinas Konjunktur, mehr noch aber vielleicht für die anderer Schwellenländer, könnten auch die jüngsten Handelsdaten für den April darstellen. Zwar habe China einen unerwartet hohen Überschuss verbucht. Doch sowohl Exporte als auch vor allem die Importe seien weit schwächer als prognostiziert gewachsen. Allerdings unterlägen die monatlichen Handelszahlen seit jeher großen Schwankungen. Aus einem oder zwei Datenpunkten lasse sich daher noch kein Trend ableiten.
Die chinesischen Fremdwährungsreserven haben sich in den letzten Monaten stabilisiert - die starken Kapitalabflüsse, wie sie 2015 und 2016 zu beobachten waren, scheinen vorerst gestoppt, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Eine erste, leichte Lockerung der zuvor stetig verschärften Kapitalverkehrskontrollen deute darauf hin, dass Peking zuversichtlich sei, das Problem derzeit weitgehend unter Kontrolle zu haben. Allerdings sei die eingetretene Stabilisierung eben nicht die Folge höherer Zuflüsse, sondern umfangreicher Beschränkungen für Kapitalausfuhren. So seien etwa die Käufe ausländischer Unternehmen seitens chinesischer Firmen fast zum Erliegen gekommen. 2016 hätten chinesische Investoren noch weit über 200 Mrd. USD im Ausland investiert.
Die chinesischen Aktien hätten sich angesichts der steigenden Anleiherenditen und der regulatorischen Maßnahmen der Behörden noch relativ gut gehalten. Die A-Aktien auf dem Festland hätten um rund 2% nachgegeben, die in Hongkong gehandelten H-Aktien um etwas mehr als 1%. (Ausgabe Mai 2017) (15.05.2017/alc/a/a)
Die Einkaufsmanagerindices sowohl für das Produzierende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor seien spürbar zurückgegangen. Sie lägen gleichwohl noch immer im expansiven Bereich und würden ein zwar schwächeres, aber noch immer klar positives Wirtschaftswachstum signalisieren. Nachdem Chinas Volkswirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres stärker expandiert habe als erwartet (+6,9% Jahresrate), würde auch im Falle einer moderaten Abschwächung in den kommenden Quartalen das Wachstumsziel der Pekinger Führung von 6 bis 6,5% noch nicht in Gefahr geraten. Angesichts dessen würden die Behörden nun offenbar ein weiteres Mal versuchen, mögliche Risikoquellen im Finanzsystem einzudämmen, vor allem im Schattenbanksektor.
Ein weiteres Warnsignal für Chinas Konjunktur, mehr noch aber vielleicht für die anderer Schwellenländer, könnten auch die jüngsten Handelsdaten für den April darstellen. Zwar habe China einen unerwartet hohen Überschuss verbucht. Doch sowohl Exporte als auch vor allem die Importe seien weit schwächer als prognostiziert gewachsen. Allerdings unterlägen die monatlichen Handelszahlen seit jeher großen Schwankungen. Aus einem oder zwei Datenpunkten lasse sich daher noch kein Trend ableiten.
Die chinesischen Fremdwährungsreserven haben sich in den letzten Monaten stabilisiert - die starken Kapitalabflüsse, wie sie 2015 und 2016 zu beobachten waren, scheinen vorerst gestoppt, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Eine erste, leichte Lockerung der zuvor stetig verschärften Kapitalverkehrskontrollen deute darauf hin, dass Peking zuversichtlich sei, das Problem derzeit weitgehend unter Kontrolle zu haben. Allerdings sei die eingetretene Stabilisierung eben nicht die Folge höherer Zuflüsse, sondern umfangreicher Beschränkungen für Kapitalausfuhren. So seien etwa die Käufe ausländischer Unternehmen seitens chinesischer Firmen fast zum Erliegen gekommen. 2016 hätten chinesische Investoren noch weit über 200 Mrd. USD im Ausland investiert.
Die chinesischen Aktien hätten sich angesichts der steigenden Anleiherenditen und der regulatorischen Maßnahmen der Behörden noch relativ gut gehalten. Die A-Aktien auf dem Festland hätten um rund 2% nachgegeben, die in Hongkong gehandelten H-Aktien um etwas mehr als 1%. (Ausgabe Mai 2017) (15.05.2017/alc/a/a)


