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China: Die Notenbank tritt auf die Bremse - moderat, aber doch spürbar


21.04.21 09:00
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Die chinesischen Einkaufsmanagerindices legten zuletzt überwiegend zu, zum Teil recht kräftig, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Allerdings sei auch die Arbeitslosigkeit jüngst wieder etwas angestiegen. Chinas Wirtschaftsdynamik dürfte sich in den kommenden Monaten mit großer Sicherheit etwas abschwächen, aber der volkswirtschaftliche Wachstumspfad bleibe trotzdem intakt.

Geldpolitisch trete die Notenbank bereits seit einiger Zeit auf die Bremse - moderat, aber doch spürbar. Zudem versuche man seitens der Zentralbank und der Regierung, sowohl die Schattenbanken weiter einzudämmen als auch größere Exzesse auf Finanzmärkten und im Immobiliensektor zu verhindern. Letzteres werde sich im zweiten Halbjahr vermutlich negativ auf die Bautätigkeit auswirken. Der Kreditimpuls habe zudem nach unten gedreht und darauf folge mit sechs bis neun Monaten erfahrungsgemäß auch eine realwirtschaftliche Abschwächung.

All das dürften auch die Rohstoffmärkte zu spüren bekommen, zumal chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr ihre Rohstoffvorräte kräftig aufgestockt hätten. Die letzten Inflationsdaten hätten einen signifikanten Preisanstieg auf der Produzentenseite (+4,4% p.a.) gezeigt, jedoch nur einen sehr moderaten (+0,4%) bei den Verbraucherpreisen. Verfestige sich dieser Trend, könnten die Gewinnmargen der Unternehmen zumindest in einigen Bereichen unter Druck kommen.

In Sachen Pandemie scheine man die Situation weiterhin sehr gut im Griff zu haben. Allerdings scheinen die chinesischen Impfstoffe im Praxiseinsatz hinter den Erwartungen zurückzubleiben und eine relativ bescheidene Wirksamkeit zu zeigen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Zum Teil würden sie kaum die Schwelle von 50% erreichen, die laut WHO das absolute Minimum für einen Einsatz sei. Es bleibe abzuwarten, ob sich hier rasch Verbesserungen realisieren lassen würden (die Behörden würden beispielsweise eine Kombination verschiedener Impfstoffe erwägen) und ob und inwieweit sich das auf Reisen von Chinesen ins Ausland bzw. den Tourismus aus dem Ausland auswirke.

Chinas Aktienmärkte hätten im März nachgegeben. Die A-Aktien auf dem Festland seien um rund 2%, die H-Aktien in Hongkong um ca. 2,5% gefallen. (Ausgabe April 2021) (21.04.2021/alc/a/a)