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China: Lockerung der Geldpolitik wirkt ab spätestens 3. Quartal positiv auf die Konjunktur
05.02.19 11:07
Principal Global Investors
Des Moines (www.anleihencheck.de) - Konstruktive Stimmen zur Konjunkturentwicklung in China und den asiatischen Emerging Markets stoßen momentan auf breite Skepsis, so die Experten von Principal Global Investors.
Der Handelskrieg und eine restriktivere Geldpolitik, die auf eine Eindämmung des chinesischen Schuldenbergs gezielt habe, würden schwer auf der chinesischen Wirtschaft lasten. Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts habe sich im vierten Quartal 2018 auf 6,4 Prozent verlangsamt - der niedrigste Wert seit 2009. Dennoch zeige sich Seema Shah, Global Investment Strategist bei Principal Global Investors (PGI), weiterhin optimistisch: "Schwellenländerfonds haben im Januar starke Mittelzuflüsse registriert. Vermutlich werden die verschiedenen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung seit letztem Juni schließlich zu einer Stabilisierung der chinesischen Konjunktur führen", so Shah.
Bislang seien diese Konjunkturmaßnahmen noch nicht sehr erfolgreich gewesen. Die Expertin verweise auf den weit verbreiteten Pessimismus unter Unternehmen und Haushalten sowie deren Sparneigung. Sie hätten die Steuerkürzungen weitgehend ins Leere laufen lassen. "In diesem Umfeld erweisen sich Investitionen in die Infrastruktur sowie eine Lockerung der Geldpolitik als die erfolgreicheren Werkzeuge", sage Shah. Die chinesischen Leitzinsen hätten noch Spielraum nach unten und es sei positiv zu werten, dass die chinesische Regierung diesen Spielraum nun nutze. So habe die Regierung das Tempo bei der Lockerung der Geldpolitik sowie der Kreditvergabe seit Dezember deutlich beschleunigt.
Shah erwarte darüber hinaus weitere Maßnahmen, die im zweiten oder dritten Quartal zu einer Wiederbelebung des Wachstums führen sollten. "Es ist Konsens, dass China seine Geldpolitik so lange lockern wird, bis die staatlichen Wachstumsziele erreicht sind", so die Expertin. Diese würden wahrscheinlich auf 6 bis 6,5 Prozent abgesenkt werden. Die chinesische Politik ziele primär auf eine Stabilisierung der Konjunktur - nicht auf exzessives Wachstum, das einen globalen Konjunkturaufschwung befeuere.
Neben der neuen chinesischen Stabilisierungspolitik sei zudem eine kräftige Erholung nur in einer Kombination aus stärkeren Konjunkturmaßnahmen und einem Ende des Handelskriegs zwischen China und den USA zu erreichen. Hier erscheine eine Lösung der Streitfrage zu Handelszöllen greifbar, nachdem China verkündet habe, seine Einfuhren aus den USA zu erhöhen. Allerdings blieben die wichtigsten Streitpunkte - der erzwungene Technologietransfer und Diebstahl geistigen Eigentums - ungelöst. Während damit zwar eine dritte Runde von Strafzöllen vom Tisch sein könnte, verlagere sich der Handelskrieg zu einem Technologiekrieg. "Die USA werden ihren Kampf über umfassende Restriktionen auf Technologieexporte nach China sowie auf chinesische Investitionen in den Technologiesektor verstärken", prognostiziere Shah.
Gerade aus diesem Grund bleibe die Expertin pessimistisch hinsichtlich ihres Ausblicks auf Aktien aus dem US-Technologiesektor und prognostiziere nicht mehr als eine wirtschaftliche Stabilisierung in China. "Die Bewertungen chinesischer und asiatischer EM-Titel sind momentan sehr attraktiv. Mit der zu erwartenden Wachstumsstabilisierung sei dies ein guter Einstiegspunkt, eine langfristige, strategische Position in Asien aufzubauen", resümiere Shah. (05.02.2019/alc/a/a)
Der Handelskrieg und eine restriktivere Geldpolitik, die auf eine Eindämmung des chinesischen Schuldenbergs gezielt habe, würden schwer auf der chinesischen Wirtschaft lasten. Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts habe sich im vierten Quartal 2018 auf 6,4 Prozent verlangsamt - der niedrigste Wert seit 2009. Dennoch zeige sich Seema Shah, Global Investment Strategist bei Principal Global Investors (PGI), weiterhin optimistisch: "Schwellenländerfonds haben im Januar starke Mittelzuflüsse registriert. Vermutlich werden die verschiedenen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung seit letztem Juni schließlich zu einer Stabilisierung der chinesischen Konjunktur führen", so Shah.
Shah erwarte darüber hinaus weitere Maßnahmen, die im zweiten oder dritten Quartal zu einer Wiederbelebung des Wachstums führen sollten. "Es ist Konsens, dass China seine Geldpolitik so lange lockern wird, bis die staatlichen Wachstumsziele erreicht sind", so die Expertin. Diese würden wahrscheinlich auf 6 bis 6,5 Prozent abgesenkt werden. Die chinesische Politik ziele primär auf eine Stabilisierung der Konjunktur - nicht auf exzessives Wachstum, das einen globalen Konjunkturaufschwung befeuere.
Neben der neuen chinesischen Stabilisierungspolitik sei zudem eine kräftige Erholung nur in einer Kombination aus stärkeren Konjunkturmaßnahmen und einem Ende des Handelskriegs zwischen China und den USA zu erreichen. Hier erscheine eine Lösung der Streitfrage zu Handelszöllen greifbar, nachdem China verkündet habe, seine Einfuhren aus den USA zu erhöhen. Allerdings blieben die wichtigsten Streitpunkte - der erzwungene Technologietransfer und Diebstahl geistigen Eigentums - ungelöst. Während damit zwar eine dritte Runde von Strafzöllen vom Tisch sein könnte, verlagere sich der Handelskrieg zu einem Technologiekrieg. "Die USA werden ihren Kampf über umfassende Restriktionen auf Technologieexporte nach China sowie auf chinesische Investitionen in den Technologiesektor verstärken", prognostiziere Shah.
Gerade aus diesem Grund bleibe die Expertin pessimistisch hinsichtlich ihres Ausblicks auf Aktien aus dem US-Technologiesektor und prognostiziere nicht mehr als eine wirtschaftliche Stabilisierung in China. "Die Bewertungen chinesischer und asiatischer EM-Titel sind momentan sehr attraktiv. Mit der zu erwartenden Wachstumsstabilisierung sei dies ein guter Einstiegspunkt, eine langfristige, strategische Position in Asien aufzubauen", resümiere Shah. (05.02.2019/alc/a/a)


