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China: Keine Wachstumssignale vom Nationalen Volkskongress
13.03.24 10:00
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die chinesische Regierung hat im Rahmen des Nationalen Volkskongresses ein Wirtschaftswachstumsziel für 2024 von "rund 5%" verkündet, so die Analysten der DekaBank.
Sie halte das Ziel selbst für ambitioniert, habe jedoch keine neuen umfangreichen Konjunkturhilfen in Aussicht gestellt, um dieses Ziel zu erreichen. Dies unterstreiche, dass die Regierung die Risiken, die sich aus Programmen zur Nachfragestimulierung ergeben könnten, scheue. Stattdessen setze die Regierung vor allem auf die Weiterentwicklung von Produkten so genannter Zukunftsbranchen der Industrie, die teilweise heute schon zu den Weltmarktführern zählen würden. Angesichts der angespannten Handelsbeziehungen zu den USA, der schwachen Konjunktur in Europa und zunehmender Bestrebungen der Europäischen Union, Strafzölle auf bestimmte chinesische Produkte zu verhängen, dürfte diese exportorientierte Strategie jedoch an Grenzen stoßen. Die Stimmung von Unternehmen und Konsumenten dürfte gedrückt bleiben. Die Nachfrageschwäche schlage sich in der Preisentwicklung mit niedrigen und in den vergangenen Monaten sogar negativen Inflationsraten nieder.
Für den Anstieg der Inflationsrate im Februar auf 0,7% sei vor allem ein starker Basiseffekt verantwortlich gewesen. Die Überkapazitäten in weiten Teilen der Industrie dürften dazu führen, dass chinesische Unternehmen in den kommenden Quartalen versuchen würden, durch eine aggressive Preisgestaltung ihren Export zu steigern.
Der Immobilienmarkt leide unter der Unsicherheit über die wirtschaftliche Solidität vieler Bauentwickler, die Banken und potenzielle Käufer vorsichtig agieren lasse. Hinzu komme ein struktureller Rückgang der Wohnungsnachfrage aufgrund der veränderten Demografie. Die Verbraucher seien vorsichtig geworden und dürften durch verstärkte Konsumanreize nur bedingt zu vermehrten Käufen zu bewegen sein. Unternehmen seien wegen der vielen Regulierungsmaßnahmen im Inland und der Sanktionen der USA verunsichert, was auch mittelfristig auf der Investitionsnachfrage lasten dürfte. Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung werde sich in den kommenden Jahren beschleunigen und dürfte zu einem Fachkräftemangel führen. Der schwache Ausblick für die Weltwirtschaft spreche dafür, dass sich der Exportsektor bis auf Weiteres wenig dynamisch entwickeln werde. Schließlich würden sich die USA bemühen, den Fortschritt Chinas zumindest im Bereich der Hochtechnologie zu bremsen, während die Europäische Union ein Verfahren wegen überhöhter Staats subventionen für die Hersteller von Elektroautos eingeleitet habe.
Das angespannte Klima zwischen China und den westlichen Regierungen spreche dafür, dass internationale Unternehmen mit Investitionen in China zurückhaltend bleiben würden. Die Taiwan-Frage könnte in diesem Verhältnis zu einer Eskalation führen, sollte China den wirtschaftlichen oder gar militärischen Druck auf Taiwan stark erhöhen, um eine Wiedervereinigung zu forcieren. Sollte Donald Trump ins Amt des US-Präsidenten zurückkehren, drohe eine deutliche Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Produkte.
Die Corona-Krise habe zu einem deutlichen Schuldenanstieg bei Staat und Unternehmen in China geführt. Aufgrund der geringen Abhängigkeit von Auslandskapital könne die Regierung über die Zentralbank und das staatliche Bankensystem aber die Risiken für das Finanzsystem unter Kontrolle halten. Unter Verweis auf die hohen Schulden und die verschlechterten Wachstumsperspektiven habe Moody's den Ratingausblick von stabil auf negativ verschlechtert. Die Ratings der Agenturen (S&P: A+; Moody's: A1; Fitch: A+) würden aber zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas insgesamt sehr hoch sei. (Ausgabe vom 12.03.2024) (12.03.2024/alc/a/a)
Sie halte das Ziel selbst für ambitioniert, habe jedoch keine neuen umfangreichen Konjunkturhilfen in Aussicht gestellt, um dieses Ziel zu erreichen. Dies unterstreiche, dass die Regierung die Risiken, die sich aus Programmen zur Nachfragestimulierung ergeben könnten, scheue. Stattdessen setze die Regierung vor allem auf die Weiterentwicklung von Produkten so genannter Zukunftsbranchen der Industrie, die teilweise heute schon zu den Weltmarktführern zählen würden. Angesichts der angespannten Handelsbeziehungen zu den USA, der schwachen Konjunktur in Europa und zunehmender Bestrebungen der Europäischen Union, Strafzölle auf bestimmte chinesische Produkte zu verhängen, dürfte diese exportorientierte Strategie jedoch an Grenzen stoßen. Die Stimmung von Unternehmen und Konsumenten dürfte gedrückt bleiben. Die Nachfrageschwäche schlage sich in der Preisentwicklung mit niedrigen und in den vergangenen Monaten sogar negativen Inflationsraten nieder.
Der Immobilienmarkt leide unter der Unsicherheit über die wirtschaftliche Solidität vieler Bauentwickler, die Banken und potenzielle Käufer vorsichtig agieren lasse. Hinzu komme ein struktureller Rückgang der Wohnungsnachfrage aufgrund der veränderten Demografie. Die Verbraucher seien vorsichtig geworden und dürften durch verstärkte Konsumanreize nur bedingt zu vermehrten Käufen zu bewegen sein. Unternehmen seien wegen der vielen Regulierungsmaßnahmen im Inland und der Sanktionen der USA verunsichert, was auch mittelfristig auf der Investitionsnachfrage lasten dürfte. Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung werde sich in den kommenden Jahren beschleunigen und dürfte zu einem Fachkräftemangel führen. Der schwache Ausblick für die Weltwirtschaft spreche dafür, dass sich der Exportsektor bis auf Weiteres wenig dynamisch entwickeln werde. Schließlich würden sich die USA bemühen, den Fortschritt Chinas zumindest im Bereich der Hochtechnologie zu bremsen, während die Europäische Union ein Verfahren wegen überhöhter Staats subventionen für die Hersteller von Elektroautos eingeleitet habe.
Das angespannte Klima zwischen China und den westlichen Regierungen spreche dafür, dass internationale Unternehmen mit Investitionen in China zurückhaltend bleiben würden. Die Taiwan-Frage könnte in diesem Verhältnis zu einer Eskalation führen, sollte China den wirtschaftlichen oder gar militärischen Druck auf Taiwan stark erhöhen, um eine Wiedervereinigung zu forcieren. Sollte Donald Trump ins Amt des US-Präsidenten zurückkehren, drohe eine deutliche Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Produkte.
Die Corona-Krise habe zu einem deutlichen Schuldenanstieg bei Staat und Unternehmen in China geführt. Aufgrund der geringen Abhängigkeit von Auslandskapital könne die Regierung über die Zentralbank und das staatliche Bankensystem aber die Risiken für das Finanzsystem unter Kontrolle halten. Unter Verweis auf die hohen Schulden und die verschlechterten Wachstumsperspektiven habe Moody's den Ratingausblick von stabil auf negativ verschlechtert. Die Ratings der Agenturen (S&P: A+; Moody's: A1; Fitch: A+) würden aber zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas insgesamt sehr hoch sei. (Ausgabe vom 12.03.2024) (12.03.2024/alc/a/a)


