China: Das Antasten der Leitzinsen birgt schwer kalkulierbare Risiken


30.01.17 16:57
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Für das 4. Quartal wurde in China mit 6,8% Y/Y ein dynamisches Wachstum gemeldet, berichten die Analysten der Nord LB.

Für das Gesamtjahr stehe damit ein BIP-Zuwachs von 6,7% zu Buche. Die zuvor veröffentlichten PMI-Ergebnisse würden ebenfalls eine robuste Wirtschaftsaktivität signalisieren. Sowohl der CFLP PMI Manufacturing als auch der auf kleine und mittelständische Unternehmen fokussierende Caixin Index würden eine anziehende Dynamik anzeigen. Auch im Dienstleistungssegment bleibe die Stimmung freundlich. Tatsächlich sei der Servicesektor nach wie vor einer der größten Hoffnungsträger in Bezug auf den Umbau des Wachstumsmodells. Der tertiäre Sektor habe der offiziellen Statistik folgend im 4. Quartal mit 52% den größten Beitrag zur Wirtschaftsleistung geleistet und könne mit +8,3% Y/Y eine beachtliche Dynamik vorweisen.

Die Unternehmensverschuldung bleibe für die PBOC eine Herausforderung. Der Dezember habe erneut eine stark ausgeprägte Kreditvergabe verzeichnet. Allein die neuen RMB-Darlehen hätten sich in diesem Monat auf RMB 1.040 Mrd. summiert. Dies lege den Schluss nahe, dass die aktuelle Wirtschaftsaktivität weiterhin durch eine anziehende Verschuldung erkauft werde. In Verbindung mit den Überhitzungstendenzen an den Finanzmärkten, sowie dem global anziehenden Zinsniveau, erhöhe sich - zumindest theoretisch - der Druck auf die PBOC, eine restriktivere Geldpolitik an den Tag zu legen.

Vor allem das Antasten der Leitzinsen berge schwer kalkulierbare Risiken. Ein steigendes Zinsniveau würde schließlich zu einer Belastung für die schuldengeplagten Unternehmen werden, sinkende Zinsen dürften den Kreditkanal hingegen weiter befeuern. Größter Unsicherheitsfaktor für die kommenden Wochen und Monate bleibe der weitere Kurs der neuen US-Regierung, die neben Mexiko insbesondere China im Fokus habe. Der mögliche Einfluss einer Zuspitzung der ohnehin angespannten Lage auf den chinesischen Finanzmärkten sollte nicht unterschätzt werden. Außerdem werde sich der chinesische Staatspräsident verbale Attacken nicht über alle Maßen gefallen lassen. Neben der Einführung von Schutzzöllen könnte auch der RMB zur Gegenwehr herangezogen werden, was eine spürbare Abwertung der chinesischen Währung nicht ausschließt. (30.01.2017/alc/a/a)




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