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Chart des Tages: TNOTE vor Korrektur?


20.12.23 12:21
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte hören nicht auf die Verlautbarungen der Mitglieder der Federal Reserve, die irgendwie versuchen, die extrem dovische Wahrnehmung von Powells Worten auf der jüngsten FED-Konferenz zu verwischen, so die Experten von XTB.

Die Kontrakte auf 10-jährige US-Anleihen (TNOTE) hätten heute zum wiederholten Mal in Folge zugelegt und seien bereits vor der Eröffnung des US-Marktes um fast 0,3% gestiegen. Die Wall Street sei mit den Prognosen der FED, die auf Zinssenkungen von mehr als 150 Basispunkten im Jahr 2024 setze, eindeutig uneins. Die Märkte würden die ersten Zinssenkungen bereits im ersten Quartal 2024 erwarten, während Raphael Bostic gestern angedeutet habe, dass zwei Senkungen in der zweiten Jahreshälfte realistisch seien. Dies deute erneut auf eine gewisse Spaltung hin, die die Banker unter Druck setze. Es sei jedoch unklar, ob dies von Dauer sein werde, da der Markt eindeutig auf Kürzungen und eine sinkende Inflation setze. Darüber hinaus könnte jede Verschlechterung der Makrodaten die Renditen noch stärker unter Druck setzen und einen zusätzlichen Katalysator für Anleihen (und damit TNOTE) darstellen.

Darüber hinaus scheinen die kürzlich veröffentlichten Daten die allgemeine Einschätzung an der Wall Street zu bestätigen, und wenn die Dynamik anhält, könnten wir die ersten Zinssenkungen früher als in der zweiten Jahreshälfte erleben, so die Experten von XTB. Anleihen hätten die stärkste Wachstumsperiode seit 2009 hinter sich, und das Ergebnis einer institutionellen Umfrage (FMS) unter Fondsmanagern nach Angaben der BofA zeige, dass 91% der Anleger keine Chance auf weitere Zinserhöhungen der FED sähen. All dies führe dazu, dass die Renditen sinken würden und der risikofreie Zinssatz durch das Prisma einer bevorstehenden, weiteren dovishen Änderung der Geldpolitik falle. Die Nutznießer dieser Situation seien natürlich Risikoanlagen wie Kryptowährungen und Aktien sowie die Anleihekurse, die wieder hätten zulegen können. Obwohl der Präsident der Chicagoer FED, Austan Goolsbee, gestern betont habe, dass die FED nicht auf das Wunschdenken der Finanzmärkte schauen könne, scheine eine Änderung der US-Makropolitik fast eine ausgemachte Sache zu sein, und die Frage sei nicht mehr "ob", sondern "wann".

Betrachte man den Handel mit Futures auf 10-jährige US-Staatsanleihen (TNOTE), so stelle man fest, dass der V-förmige Rebound eine ganz neue Handschrift trage und die Hoffnung auf einen Bruch des Abwärtstrends wecke. Der gebrochene Hauptwiderstand in Form des SMA200 sei zur Unterstützung geworden, und in einem Korrekturszenario scheine es, dass er ein Bullenlager (um 111 Punkte) bieten könne. Betrachte man die Dynamik der beiden vorherigen Abwärtsimpulse, so bestehe potenziell noch Raum für Wachstum, sogar in der Nähe von 117 Punkten, wo die Experten auch die lokalen Maxima von Q2 2023 sähen. Eine solche Größenordnung wäre auch identisch mit der vom März 2020, als die Anleihen inmitten der Konjunkturprogramme der FED und der Aussicht auf eine schwere globale Rezession dynamisch zugelegt hätten. Auf der RSI-Seite sähen die Experten das erste "überkaufte" Signal, das ein Vorbote für eine Abkühlung in Form einer Korrektur oder eines Seitwärtstrends sein könnte. (20.12.2023/alc/a/a)