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CPI-Daten vs. Warren-Brief - noch ist das Resultat wohl klar
12.06.24 17:15
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Viele hochrangige US-Notenbanker würden wohl eigentlich gern sehr bald zum geldpolitischen Mittel der Leitzinssenkungen greifen, so die Analysten der Nord LB.
Zudem beginne die Politik immer klarer, größeren Druck auf die FED aufzubauen. In einem gemeinsamen Brief würden aktuell beispielsweise Elizabeth Warren und zwei weitere Senatoren fordern, die Zentralbank in Washington solle sehr zügig das zu hohe Leitzinsniveau nach unten hin anpassen. Noch spreche das makroökonomische Preisumfeld in den USA aber recht klar gegen Zinssenkungen durch das FOMC. Insofern hätten die heute gemeldeten Zahlen zur Entwicklung der Konsumentenpreise auch eine hohe politische Bedeutung. Im Mai habe sich bei dieser Zeitreihe eine Veränderungsrate von lediglich 0,0% M/M gezeigt - folglich notiere die Jahresrate hier nun bei 3,3%. Die Kernrate der Konsumentenpreise habe am aktuellen Rand um 0,2% M/M zugelegt, was mit einer Jahresrate von 3,4% einhergehe. Der Brief der Gruppe um Elizabeth Warren habe die Preisentwicklung bei den Mieten mittlerweile noch stärker in den Fokus der Beobachter der US-Wirtschaft gerückt.
Beim Blick auf die aktuellen CPI-Daten zeige sich im Segment Wohnraum ein Preisanstieg um immerhin 0,4% M/M. Diese eher unerfreuliche Nachricht könne perspektivisch auch noch eine hohe politische Bedeutung haben. Der Druck auf die US-Notenbanker, die FED Funds Target Rate bald zu verringern, dürfte nun sicherlich weiter zunehmen. Noch seien aber wohl keine hinreichenden Disinflationstendenzen zu erkennen, die eine solche geldpolitische Maßnahme bereits rechtfertigen könnten.
Die jüngst gemeldeten erfreulichen Daten zum Personalaufbau in der US-Wirtschaft dürften Notenbankchef Jerome Powell vorerst noch einen gewissen Spielraum zum Zögern geben. Nach der höchst unglücklichen Betonung des lediglich temporären Charakters der hohen Inflation - die wahrscheinlich als sehr großes PR-Desaster der FED in die Lehrbücher der Wirtschaftsgeschichte eingehen werde - werde das FOMC vor einer Zinssenkung auf noch etwas klarere Signale in Richtung von Beruhigungstendenzen an der US-Preisfront warten wollen. Die von der NY FED erhobenen aktuellen Daten zu den kurzfristigen Inflationserwartungen der privaten Haushalte würden aber immerhin bereits wieder einen ganz leichten Rückgang anzeigen. Somit sei Licht am Ende des Tunnels mittlerweile sicherlich zu sehen.
Im Laufe des 2. Halbjahres 2024 dürfte die FED das Leitzinsniveau in den USA somit wohl vorsichtig verringern können. Die perspektivisch zu erwartende leichte Eintrübung der Beschäftigungssituation sollte bei der Entscheidung für Zinssenkungen helfen. Jerome Powell werde diesen geldpolitischen Schwenk dann der Wirtschaft und der Politik angemessen verkaufen müssen. Der Job seiner PR-Strategen bleibe somit schwierig.
Mit einer Veränderungsrate von lediglich 0,0% M/M würden die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise gewisse Entspannungstendenzen an der makroökonomischen Preisfront signalisieren. Zudem habe die Kernrate nur um 0,2% M/M zugelegt. In der Tat dürften die US-Notenbanker vorerst auf weitere (und klarere) Hinweise in Richtung sinkender Inflationsgefahren warten wollen. Erst im Laufe des 2. Halbjahres 2024 sollte die FED Funds Target Rate dann auch gesenkt werden! Im Match CPI-Daten versus Warren-Brief sei das Resultat damit wohl noch klar. Dabei liege die Betonung aber eindeutig auf dem Wort "noch"! (12.06.2024/alc/a/a)
Zudem beginne die Politik immer klarer, größeren Druck auf die FED aufzubauen. In einem gemeinsamen Brief würden aktuell beispielsweise Elizabeth Warren und zwei weitere Senatoren fordern, die Zentralbank in Washington solle sehr zügig das zu hohe Leitzinsniveau nach unten hin anpassen. Noch spreche das makroökonomische Preisumfeld in den USA aber recht klar gegen Zinssenkungen durch das FOMC. Insofern hätten die heute gemeldeten Zahlen zur Entwicklung der Konsumentenpreise auch eine hohe politische Bedeutung. Im Mai habe sich bei dieser Zeitreihe eine Veränderungsrate von lediglich 0,0% M/M gezeigt - folglich notiere die Jahresrate hier nun bei 3,3%. Die Kernrate der Konsumentenpreise habe am aktuellen Rand um 0,2% M/M zugelegt, was mit einer Jahresrate von 3,4% einhergehe. Der Brief der Gruppe um Elizabeth Warren habe die Preisentwicklung bei den Mieten mittlerweile noch stärker in den Fokus der Beobachter der US-Wirtschaft gerückt.
Die jüngst gemeldeten erfreulichen Daten zum Personalaufbau in der US-Wirtschaft dürften Notenbankchef Jerome Powell vorerst noch einen gewissen Spielraum zum Zögern geben. Nach der höchst unglücklichen Betonung des lediglich temporären Charakters der hohen Inflation - die wahrscheinlich als sehr großes PR-Desaster der FED in die Lehrbücher der Wirtschaftsgeschichte eingehen werde - werde das FOMC vor einer Zinssenkung auf noch etwas klarere Signale in Richtung von Beruhigungstendenzen an der US-Preisfront warten wollen. Die von der NY FED erhobenen aktuellen Daten zu den kurzfristigen Inflationserwartungen der privaten Haushalte würden aber immerhin bereits wieder einen ganz leichten Rückgang anzeigen. Somit sei Licht am Ende des Tunnels mittlerweile sicherlich zu sehen.
Im Laufe des 2. Halbjahres 2024 dürfte die FED das Leitzinsniveau in den USA somit wohl vorsichtig verringern können. Die perspektivisch zu erwartende leichte Eintrübung der Beschäftigungssituation sollte bei der Entscheidung für Zinssenkungen helfen. Jerome Powell werde diesen geldpolitischen Schwenk dann der Wirtschaft und der Politik angemessen verkaufen müssen. Der Job seiner PR-Strategen bleibe somit schwierig.
Mit einer Veränderungsrate von lediglich 0,0% M/M würden die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der US-Konsumentenpreise gewisse Entspannungstendenzen an der makroökonomischen Preisfront signalisieren. Zudem habe die Kernrate nur um 0,2% M/M zugelegt. In der Tat dürften die US-Notenbanker vorerst auf weitere (und klarere) Hinweise in Richtung sinkender Inflationsgefahren warten wollen. Erst im Laufe des 2. Halbjahres 2024 sollte die FED Funds Target Rate dann auch gesenkt werden! Im Match CPI-Daten versus Warren-Brief sei das Resultat damit wohl noch klar. Dabei liege die Betonung aber eindeutig auf dem Wort "noch"! (12.06.2024/alc/a/a)


