Bundrenditen steigen: 30-Jährige auf Rekordhoch seit 2011


03.09.25 08:35
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Anstieg des ISM-Index hat an den Finanzmärkten keine tiefen Spuren hinterlassen, so die Analysten der Helaba.

Noch immer liege der Wert klar unterhalb der Wachstumsschwelle, und so würden Zinssenkungserwartungen präsent bleiben. Einer Reduzierung der Leitzinsspanne in diesem Monat werde eine Wahrscheinlichkeit von gut 90% beigemessen. Heute stünden keine wichtigen Daten auf dem Programm. Für Aufmerksamkeit dürfte aber das Beige Book der US-Notenbank sorgen, das zwei Wochen vor der FOMC-Sitzung veröffentlicht werde und als Grundlage der Zinsentscheidung diene. Derweil würden Vertreter der Europäischen Zentralbank vor den möglichen Folgen des Verlusts der Fed-Unabhängigkeit warnen. Laut Direktorin Schnabel könnte dies Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten auslösen, zumal es auch um die Frage gehe, ob der US-Dollar seinen Status als Weltleitwährung verliere.

Turbulenzen habe es auch gestern schon gegeben. Sorgen vor steigenden Staatsverschuldungen und ein zu erwartendes, hohes Volumen an Primärmarktemissionen hätten die internationalen Rentenmärkte unter Druck gesetzt. Der richtungsweisende Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe seine Verluste fortgesetzt, und mit dem Unterschreiten der 21-Tagelinie und der 129er-Zone bleibe er auch technisch angeschlagen. Unterstützungen seien nun bei 128,64, 128,40 und um 128,00 zu finden. Oberhalb des 21-Tagedurchschnitts bei 129,38 seien die Marken bei 129,80 (55-Tagelinie) und 129,90 (letztes Hoch) relevant.

Sinkende Kurse würden zu steigenden Renditen führen und 30-jährige Bundesanleihen hätten mit 3,42% den höchsten Stand seit 2011 erreicht. Die 10-jährige Bundrendite habe das Mitte August markierte Impulshoch bei 2,78% überschritten. Auch bei zweijährigen Bundesanleihen gehe es mit den Renditen im Trend bergauf, wobei die Bundkurve zuletzt aber steiler geworden sei (10/2-Spread über 81 Bp.).

Im Gegensatz dazu sei die Renditedifferenz zwischen Anleihen der Eurozone und der USA über den gesamten Laufzeitbereich kleiner geworden. Dies sollte eigentlich dem Euro zugutekommen, der gestern aber gegenüber dem US-Dollar Federn habe lassen müssen. Dabei sei er unter die 21- und 55-Tagelinien gerutscht. Nachhaltige Kurse unterhalb des Bereichs von 1,1650/60 würden Potenzial bis 1,1573 und folgend bis zur 100-Tagelinie bei 1,1521 eröffnen. Die nächsten Widerstände seien bei 1,1743, 1,1789 und am Jahreshoch bei 1,1829 zu lokalisieren. (03.09.2025/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
125,5072 € 125,371 € 0,1362 € +0,11% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €