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Bundesanleihen als sicherer Hafen gefragt
11.03.20 10:00
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Euro-Rentenmarkt herrschte im Februar zunächst noch eine recht gelöste Stimmung, so die Experten von Union Investment.
Das SARS-CoV-2-Virus schien vor allem ein Problem in China, nicht aber für den Rest der Welt zu sein, so die Experten von Union Investment. Bundesanleihen hätten weitgehend seitwärts bis leicht freundlich tendiert. Auf den schon niedrigen Niveaus habe nur eine geringe Nachfrage bestanden. Ganz anders bei Anleihen mit einem Renditeaufschlag. Insbesondere Titel aus den europäischen Peripherieländern seien gesucht gewesen. Die Rendite für zehnjährige Anleihen aus Griechenland sei unter die Ein-Prozent-Marke gefallen. Bei einer Neuemission eines langlaufenden Papiers aus Italien mit einer Laufzeit von 15 Jahren hätten sich die Zeichnungswünsche auf mehr als 9 Milliarden Euro summiert. Eine sechsjährige Anleihe aus Portugal sei sogar mit einer negativen Rendite platziert worden. Damit habe sich der seit Monaten bestehende Trend zur Annäherung der Renditen im Euroraum fortgesetzt.
In der zweiten Monatshälfte habe sich jedoch das Blatt gewendet. Zwar sei in China die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen, die Viruserkrankung COVID-19 habe sich aber nach und nach auch auf andere Länder ausgebreitet. Bei den Marktteilnehmern hätten in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zugenommen. Aufgrund der tiefen Integration der chinesischen Wirtschaft in die weltweiten Lieferketten sei es bereits bei einigen Unternehmen zu ersten Gewinnwarnungen gekommen. Anleger würden nun fürchten, dass auch in anderen Ländern mögliche Schließungen von Produktionsstätten spürbar negative Effekte auf das jeweilige Wachstum haben könnten.
In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden Bundesanleihen nun wieder gefragt gewesen. Die Rendite für zehnjährige Papiere habe sich Schritt für Schritt auf -0,6 Prozent reduziert. Schuldverschreibungen aus den Peripherieländern hätten sich hingegen steigenden Renditen gegenüber gesehen und daher entsprechende Kursverluste hinnehmen müssen. In Italien sei die Rendite zehnjähriger BTPs von 0,85 Prozent auf in der Spitze 1,23 Prozent angestiegen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im Februar 0,4 Prozent an Wert gewonnen. Während Papiere aus den Kernländern 1,3 Prozent zugelegt hätten, hätten Anleihen aus der Peripherie 0,7 Prozent verloren. (Ausgabe vom 10.03.2020) (11.03.2020/alc/a/a)
Das SARS-CoV-2-Virus schien vor allem ein Problem in China, nicht aber für den Rest der Welt zu sein, so die Experten von Union Investment. Bundesanleihen hätten weitgehend seitwärts bis leicht freundlich tendiert. Auf den schon niedrigen Niveaus habe nur eine geringe Nachfrage bestanden. Ganz anders bei Anleihen mit einem Renditeaufschlag. Insbesondere Titel aus den europäischen Peripherieländern seien gesucht gewesen. Die Rendite für zehnjährige Anleihen aus Griechenland sei unter die Ein-Prozent-Marke gefallen. Bei einer Neuemission eines langlaufenden Papiers aus Italien mit einer Laufzeit von 15 Jahren hätten sich die Zeichnungswünsche auf mehr als 9 Milliarden Euro summiert. Eine sechsjährige Anleihe aus Portugal sei sogar mit einer negativen Rendite platziert worden. Damit habe sich der seit Monaten bestehende Trend zur Annäherung der Renditen im Euroraum fortgesetzt.
In der zweiten Monatshälfte habe sich jedoch das Blatt gewendet. Zwar sei in China die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen, die Viruserkrankung COVID-19 habe sich aber nach und nach auch auf andere Länder ausgebreitet. Bei den Marktteilnehmern hätten in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zugenommen. Aufgrund der tiefen Integration der chinesischen Wirtschaft in die weltweiten Lieferketten sei es bereits bei einigen Unternehmen zu ersten Gewinnwarnungen gekommen. Anleger würden nun fürchten, dass auch in anderen Ländern mögliche Schließungen von Produktionsstätten spürbar negative Effekte auf das jeweilige Wachstum haben könnten.
In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden Bundesanleihen nun wieder gefragt gewesen. Die Rendite für zehnjährige Papiere habe sich Schritt für Schritt auf -0,6 Prozent reduziert. Schuldverschreibungen aus den Peripherieländern hätten sich hingegen steigenden Renditen gegenüber gesehen und daher entsprechende Kursverluste hinnehmen müssen. In Italien sei die Rendite zehnjähriger BTPs von 0,85 Prozent auf in der Spitze 1,23 Prozent angestiegen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im Februar 0,4 Prozent an Wert gewonnen. Während Papiere aus den Kernländern 1,3 Prozent zugelegt hätten, hätten Anleihen aus der Peripherie 0,7 Prozent verloren. (Ausgabe vom 10.03.2020) (11.03.2020/alc/a/a)


