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Bund weiter im Renditetief - Hohe Nachfrage nach neuen Peripherieanleihen
17.06.19 12:30
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Angesichts schwacher Konjunkturdaten im Euroraum, geringer Inflationserwartungen, der Aussicht auf geldpolitische Lockerungen durch die Zentralbanken und anhaltend geopolitischer Risiken tendierten die Euro-Staatsanleihemärkte in der letzten Woche weiter freundlich, so die Experten von Union Investment.
Nach einer zwischenzeitlichen Konsolidierung zur Wochenmitte habe sich der abwärts gerichtete Renditetrend weiter fortgesetzt. Am deutschen Rentenmarkt hätten die zehnjährigen Bundesanleihen am Freitag mit minus 27 Basispunkten ein historisches Renditetief markiert. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe in der Berichtswoche über alle Laufzeiten hinweg um ein bis zwei Basispunkte nachgegeben. Nunmehr lägen erst die Bundespapiere mit Laufzeiten ab 20 Jahren aufwärts im (leicht) positiven Renditebereich. Auch in anderen Kernländern wie etwa Frankreich habe starke Nachfrage geherrscht. Dort habe die Verzinsung im Zehnjahresbereich bei nur noch acht Basispunkten gelegen und nähere sich dort zusehends der Nulllinie.
Von der Kaufwut der Investoren sei aber auch die Peripherie erfasst gewesen. Daran hätten auch die in der Berichtswoche erfolgten umfangreichen Neuemissionen verschiedener Eurostaaten im Gegenwert von gut 25 Milliarden Euro nichts geändert.
Die Suche nach Rendite habe - angesichts der anhaltend nach unten gerichteten Zinsentwicklung - zu einer immens hohen Nachfrage nach Papieren mit Renditeaufschlag geführt. Hiervon hätten in erster Linie spanische und italienische Papiere profitieren können. Italien habe neben den bereits erwarteten Anleihen mit einem zusätzlichen langen Bond (Fälligkeit 2040) die Marktteilnehmer überrascht. Die mit einem Platzierungsvolumen von letztlich 6 Milliarden Euro versehene Anleihe sei als Stimmungstest - Stichwort Verschuldungskonflikt mit der EU - der Anleger gegenüber Italien gewertet worden. Die Nachfrage dürfte auch von politischer Seite mit Erleichterung aufgenommen worden sein.
Dem Defizitverfahren der EU gegen Italien sei scheinbar zuletzt etwas Wind aus den Segeln genommen worden. Finanzminister Tria und Premierminister Conte würden versuchen, mit den Regierungsparteien Sparmaßnahmen zu erarbeiten, um einen EU-konformen Haushalt aufzustellen. Auch das Ausbleiben offizieller Reaktionen der Eurogruppe (diese habe am Donnerstag zusammengetroffen) auf die italienischen Fiskalpläne dürfte die Nachfrage befeuert haben. Eine Verschärfung der Auseinandersetzung sei jedenfalls nicht zu beobachten gewesen. Letztlich habe der Renditehunger der Anleger die politischen Unwägbarkeiten überschattet. Eine hohe Nachfrage hätten auch die Spanier verzeichnet, die Zehnjahrespapiere im Gegenwert von 6 Milliarden Euro platziert hätten. Die Nachfrage im Orderbuch solle bei mehr als 30 Milliarden Euro gelegen haben.
Letztlich seien die Renditen in sämtlichen Peripheriemärkten um einige Basispunkte zurückgegeben. Griechische Bonds hätten dabei mit minus 13 Basispunkten auf 2,67 Prozent für zehnjährige Anleihen vorne gelegen. In Portugal, das zwei Staatsanleihen mit zehn und 15 Jahren Laufzeit sehr erfolgreich aufgestockt habe, habe sich die Zinskurve verflacht.
Der US-Staatsanleihemarkt habe nach Schwankungen und in Erwartung der am kommenden Mittwoch bevorstehenden Notenbanksitzung letztlich unverändert gelegen.
Von der Jagd nach Rendite hätten auch die Primärmärkte der Schwellenländer profitiert. Darüber hinaus sei die Einigung im Zoll-/Migrationsstreit zwischen den USA und Mexiko positiv aufgenommen worden. Der EM-Sektor habe erstmalig seit drei Wochen wieder Mittelzuflüsse verbucht. Emittenten wie die Ukraine und Indonesien seien mit auf Euro lautenden Papieren erfolgreich an den Markt gekommen. Auch habe Saudi-Arabien unlängst Interesse an der Platzierung einer Euro-Neuemission bekundet.
Am europäischen Unternehmensanleihemarkt seien in erster Linie neue Papiere aus dem Ratingbereich Investment Grade gefragt. Seit mehreren Wochen verbuche dieser Sektor Mittelzuflüsse. Selbst teure Neuemissionen hätten in der Berichtswoche mühelos von den Unternehmen platziert werden können. Die Stimmung an den Primärmärkten sei derzeit trotz zahlreicher Neuemissionen überaus freundlich. (Ausgabe vom 14.06.2019) (17.06.2019/alc/a/a)
Nach einer zwischenzeitlichen Konsolidierung zur Wochenmitte habe sich der abwärts gerichtete Renditetrend weiter fortgesetzt. Am deutschen Rentenmarkt hätten die zehnjährigen Bundesanleihen am Freitag mit minus 27 Basispunkten ein historisches Renditetief markiert. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe in der Berichtswoche über alle Laufzeiten hinweg um ein bis zwei Basispunkte nachgegeben. Nunmehr lägen erst die Bundespapiere mit Laufzeiten ab 20 Jahren aufwärts im (leicht) positiven Renditebereich. Auch in anderen Kernländern wie etwa Frankreich habe starke Nachfrage geherrscht. Dort habe die Verzinsung im Zehnjahresbereich bei nur noch acht Basispunkten gelegen und nähere sich dort zusehends der Nulllinie.
Von der Kaufwut der Investoren sei aber auch die Peripherie erfasst gewesen. Daran hätten auch die in der Berichtswoche erfolgten umfangreichen Neuemissionen verschiedener Eurostaaten im Gegenwert von gut 25 Milliarden Euro nichts geändert.
Die Suche nach Rendite habe - angesichts der anhaltend nach unten gerichteten Zinsentwicklung - zu einer immens hohen Nachfrage nach Papieren mit Renditeaufschlag geführt. Hiervon hätten in erster Linie spanische und italienische Papiere profitieren können. Italien habe neben den bereits erwarteten Anleihen mit einem zusätzlichen langen Bond (Fälligkeit 2040) die Marktteilnehmer überrascht. Die mit einem Platzierungsvolumen von letztlich 6 Milliarden Euro versehene Anleihe sei als Stimmungstest - Stichwort Verschuldungskonflikt mit der EU - der Anleger gegenüber Italien gewertet worden. Die Nachfrage dürfte auch von politischer Seite mit Erleichterung aufgenommen worden sein.
Letztlich seien die Renditen in sämtlichen Peripheriemärkten um einige Basispunkte zurückgegeben. Griechische Bonds hätten dabei mit minus 13 Basispunkten auf 2,67 Prozent für zehnjährige Anleihen vorne gelegen. In Portugal, das zwei Staatsanleihen mit zehn und 15 Jahren Laufzeit sehr erfolgreich aufgestockt habe, habe sich die Zinskurve verflacht.
Der US-Staatsanleihemarkt habe nach Schwankungen und in Erwartung der am kommenden Mittwoch bevorstehenden Notenbanksitzung letztlich unverändert gelegen.
Von der Jagd nach Rendite hätten auch die Primärmärkte der Schwellenländer profitiert. Darüber hinaus sei die Einigung im Zoll-/Migrationsstreit zwischen den USA und Mexiko positiv aufgenommen worden. Der EM-Sektor habe erstmalig seit drei Wochen wieder Mittelzuflüsse verbucht. Emittenten wie die Ukraine und Indonesien seien mit auf Euro lautenden Papieren erfolgreich an den Markt gekommen. Auch habe Saudi-Arabien unlängst Interesse an der Platzierung einer Euro-Neuemission bekundet.
Am europäischen Unternehmensanleihemarkt seien in erster Linie neue Papiere aus dem Ratingbereich Investment Grade gefragt. Seit mehreren Wochen verbuche dieser Sektor Mittelzuflüsse. Selbst teure Neuemissionen hätten in der Berichtswoche mühelos von den Unternehmen platziert werden können. Die Stimmung an den Primärmärkten sei derzeit trotz zahlreicher Neuemissionen überaus freundlich. (Ausgabe vom 14.06.2019) (17.06.2019/alc/a/a)


