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Bund-Renditen reagieren auf EZB und steigen deutlich
09.02.22 09:01
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Das BIP der Eurozone wird im laufenden Jahr voraussichtlich mit einer Rate von 4,2% expandieren, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die Prognose falle niedriger aus als in der letzten Publikation der Analysten (4,4%), da Omikron das vierte Quartal 2021 sowie das laufende Quartal stärker als erwartet belastet habe bzw. haben dürfte.
Die Perspektiven für die nächsten Quartale seien gut, da die Auftragsbücher voll seien und angesichts der schwindenden Gefahr coronabedingter Krankenhausüberlastungen eine Öffnung der Volkswirtschaften voranschreiten dürfte. Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch in weiten Teilen des Dienstleistungssektor sei daher robustes Wachstum zu erwarten.
Die Inflation sei derweil weiter gestiegen, statt zu fallen - wie ursprünglich von den meisten Marktbeobachtern erwartet worden sei. Mehr als die Hälfte des aktuellen Preisanstiegs sei auf die höheren Energiepreise zurückzuführen. Die Erwartung eines deutlich niedrigeren Basiseffektes, etwa an den Zapfsäulen, habe sich nicht erfüllt, weil der Ölpreis angesichts anhaltender Förderprobleme vieler Ölproduzenten weiter gestiegen sei.
Auf Länderebene habe Italien mit 1,1 Prozentpunkten mehr als sonst zur Eurozonen-Inflation beigetragen. Deutschlands Beitrag zur Gesamtinflation sei wegen seines höheren Gewichts, aber auch seiner hohen Inflation, mit 1,9 Prozentpunkten besonders hoch (Dezember: 2,1 Prozentpunkte). Der negative Mehrwertsteuereffekt in Deutschland habe sich nur geringfügig bemerkbar gemacht.
Auf der EZB-Ratssitzung am 3. Februar sei - wie erwartet und trotz der hohen Inflation - keine Zinserhöhung beschlossen, aber die Tür für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr einen Spalt weit aufgemacht worden. Die Notenbankchefin Christine Lagarde habe deutlich gemacht, dass die EZB angesichts des veränderten Umfelds die März-Projektionen der EZB-Experten abwarten werde, um dann über den weiteren geldpolitischen Kurs zu entscheiden. Letztere würden - daran habe Lagarde wenig Zweifel gelassen - in puncto Inflation nach oben angepasst werden.
In Reaktion auf die EZB-Ratssitzung seien die zehnjährigen Bundrenditen in wenigen Tagen um 0,2 Prozentpunkte gestiegen und hätten sich damit deutlich über der Null-Linie etabliert, die die Rendite seit dem Frühjahr 2019 unterschritten habe. (Ausgabe vom 08.02.2022) (09.02.2022/alc/a/a)
Die Prognose falle niedriger aus als in der letzten Publikation der Analysten (4,4%), da Omikron das vierte Quartal 2021 sowie das laufende Quartal stärker als erwartet belastet habe bzw. haben dürfte.
Die Perspektiven für die nächsten Quartale seien gut, da die Auftragsbücher voll seien und angesichts der schwindenden Gefahr coronabedingter Krankenhausüberlastungen eine Öffnung der Volkswirtschaften voranschreiten dürfte. Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch in weiten Teilen des Dienstleistungssektor sei daher robustes Wachstum zu erwarten.
Auf Länderebene habe Italien mit 1,1 Prozentpunkten mehr als sonst zur Eurozonen-Inflation beigetragen. Deutschlands Beitrag zur Gesamtinflation sei wegen seines höheren Gewichts, aber auch seiner hohen Inflation, mit 1,9 Prozentpunkten besonders hoch (Dezember: 2,1 Prozentpunkte). Der negative Mehrwertsteuereffekt in Deutschland habe sich nur geringfügig bemerkbar gemacht.
Auf der EZB-Ratssitzung am 3. Februar sei - wie erwartet und trotz der hohen Inflation - keine Zinserhöhung beschlossen, aber die Tür für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr einen Spalt weit aufgemacht worden. Die Notenbankchefin Christine Lagarde habe deutlich gemacht, dass die EZB angesichts des veränderten Umfelds die März-Projektionen der EZB-Experten abwarten werde, um dann über den weiteren geldpolitischen Kurs zu entscheiden. Letztere würden - daran habe Lagarde wenig Zweifel gelassen - in puncto Inflation nach oben angepasst werden.
In Reaktion auf die EZB-Ratssitzung seien die zehnjährigen Bundrenditen in wenigen Tagen um 0,2 Prozentpunkte gestiegen und hätten sich damit deutlich über der Null-Linie etabliert, die die Rendite seit dem Frühjahr 2019 unterschritten habe. (Ausgabe vom 08.02.2022) (09.02.2022/alc/a/a)


