Bund-Future: Zinssignale fehlen - technische Hürden bleiben


09.04.25 09:07
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Einschätzungen der Notenbanken beiderseits des Atlantiks divergieren im Hinblick auf den durch die US-Zölle ausgelösten Inflationsdruck, solange es nicht zu einer Zoll-Spirale zwischen der EU und den USA kommt, so die Analysten der Helaba.

Die Fed positioniere sich weiterhin zurückhaltend und warne auch vor einem möglichen kräftigen Inflationsschub. Die EZB übe sich ebenfalls in Zurückhaltung. Eine Zinssenkung in diesem Monat sei zwar nicht ausgeschlossen, aber auch nicht klar kommuniziert worden. Nur vereinzelt habe es aus EZB-Kreisen die Forderung nach einer unmittelbaren Lockerung der Zinspolitik gegeben. Diese Unterschiede spiegelten sich auch in der jüngsten Spreadentwicklung zwischen 2-jährigen Bundesanleihen und ihren Pendants in den USA wider. Der Zinsnachteil der Bundesanleihen sei zuletzt wieder größer geworden, und doch habe der Euro zum US-Dollar in der Vorwoche noch ein Hoch bei 1,1144 markiert, sodass der Handelskonflikt zu einem Auseinanderlaufen von Kurs und Zinsdifferenz geführt habe - und dies setze sich am heutigen Morgen fort. Die verschiedenen Kommunikationswege der Notenbanken seien auch vor diesem Hintergrund im Auge zu behalten.

Technisch scheine dem EUR/USD-Kurs zudem etwas die Luft auszugehen. Zwar sei der DMI konstruktiv zu werten, zumal er von einem steigenden ADX begleitet werde. Insgesamt seien die Indikatoren aber uneinheitlich, und die Schwäche von Stochastic und MACD mahne zur Vorsicht. Wichtige Unterstützungen sähen die Analysten bei 1,0870 (21T) und 1,0734 (200T), Widerstände bei 1,1144 und in der Zone um 1,12.

Nach dem turbulenten und von Angst geprägten Wochenauftakt sei etwas Ruhe eingekehrt. Da sich die Aktiennotierungen in Europa weiter erholt hätten, sei der Bund-Future (ISIN DE0009652644/ WKN 965264) per saldo nicht in der Lage gewesen, sich über der 55-Tagelinie (heute bei 130,05) zu halten - wohl auch, weil vonseiten der Notenbanken klare Signale für eine erhöhte Zinssenkungsbereitschaft ausgeblieben seien. Bemerkenswert sei, dass die Schwäche der US-Treasuries im asiatischen Handel kaum auf die frühen Notierungen des Bund-Futures abgefärbt habe. Das Risiko eines belastenden US-Einflusses bleibe aber. Auf der Unterseite seien Marken bei 129,11 (Montagstief) und 128,69 (21-Tagelinie) relevant. Das Montagshoch bei 132,03 stelle jenseits der 55-Tagelinie die erste wesentliche Hürde dar. (09.04.2025/alc/a/a)




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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 132,00 € 124,26 €